Leasing (1)

Wegen der großen Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten von Leasingverträgen ist hier ein umfangreiches Steuerfachgebiet entstanden. Deshalb berichten wir im Teil 1 allgemein über Leasing, über einfache Vertragsformen, sowie über die Vor- und Nachteile des Leasings. In der nächsten Ausgabe werden wir im Teil 2 speziell auf das steuerlich problematische Finanzierungsleasing eingehen.

Begriff des Leasings
Leasing ist eine besondere Vertragsform zur Vermietung und Verpachtung von Investitions- und Konsumgütern. Im Leasingvertrag werden außerdem Pflichten des Vermieters (Leasing-Gebers) auf den Mieter (Leasing-Nehmer) übertragen, wie z.B. Reparaturen, Wartungen, Instandsetzungsleistungen oder Versicherungen.

Leasingvertrag
Die wichtigste, steuerliche Frage bei Leasinggeschäften ist immer, ob das Leasingobjekt dem Leasing-Geber (LG) oder dem Leasing-Nehmer (LN) zuzurechnen ist, bzw. wer von beiden der wirtschaftliche Eigentümer des Leasingobjektes ist und somit das Leasingobjekt zu aktivieren und abzuschreiben hat. Um die steuerliche Behandlung des Leasingobjektes im Einzelfall beurteilen zu können, werden die vertraglichen Regelungen und Bedingungen von Seiten der Finanzbehörden zur Bewertung herangezogen.
Grundsätzlich gilt: Wird das wirtschaftliche Eigentum des Leasingobjektes dem LG zugerechnet, dann aktiviert der LG das Leasingobjekt, schreibt das Leasingobjekt jährlich ab und verbucht die Leasingraten als Umsatzerlöse. Der LN setzt die Leasingraten in voller Höhe als Betriebsausgaben ab.
Wird das wirtschaftliche Eigentum des Leasingobjektes hingegen dem LN zugerechnet, dann wird steuerlich so verfahren, wie wenn der LN die Anschaffung des Leasingobjektes über ein Kreditinstitut abgewickelt hätte. Das heißt, das Leasingobjekt wird beim LN mit den Anschaffungskosten aktiviert. Als Betriebsausgabe für die Investition wird die jährliche Abschreibung angesetzt. Die Leasingrate wird wie eine Kreditrate behandelt, wobei die Leasingrate in einen Tilgungs- und Zinsanteil aufgeteilt wird. Der Zinsanteil schmälert als neutraler Aufwand den Gewinn. Der Tilgungsanteil ist gewinnneutral und schmälert die Verbindlichkeit gegenüber der Leasinggesellschaft.