Meisterschaften - dabei sein ist alles

Übung
Beide Nail Designer waren sich in diesem Punkt völlig einig: „Übung, Übung und nochmals Übung, und das über Jahre hinweg, hat mich in die Klasse gebracht, in der ich heute spiele.“ „Ich habe während der letzten 13 Jahre immer davon geträumt, einmal ganz oben mitspielen zu können und habe jede freie Minute darauf verwendet, meine Technik zu perfektionieren“, erklärt Stefanie. Stefanie hat schon seit langen Jahren ein Modell, das mit ihr zu jeder Meisterschaft reist. Jessie ist in der Wettbewerbsarena ein alter Hase und weiß, was ihre Aufgabe bei einer Meisterschaft ist. Schon 6 bis 8 Wochen vor einer Meisterschaft beginnt die heiße Phase der Vorbereitung. Wöchentliche Manikürtermine und eine tägliche Pflege der Hände, der Finger und der Nägel gehören zum Alltag des als Stewardess arbeitenden Modells. „Die Pflege meiner Hände und Nägel ist in meinem Beruf nicht ganz einfach. Doch ich achte darauf, regelmäßige Handmasken aufzulegen und gerade in der kalten Jahreszeit Handschuhe zu tragen. Schließlich sind es meine Hände, die von der Jury begutachtet werden“, erzählt uns Jessie. Die heute 24-jährige Düsseldorferin hat schon mit knapp 17 Jahren als Modell für Stefanie an den Meisterschaften teilgenommen. „Damals wurde das Alter der Modelle nicht vorgeschrieben. Heute muss ein Modell mindestens 18 Jahre alt sein, bevor man es mit auf eine Meisterschaft nehmen kann“, erklärt Stefanie. „Die meisten Nail Designer scheitern bei einer Meisterschaft, weil sie kein passendes Modell haben. Ich übe die Modellagetechniken an meinem Modell über Wochen, bis jeder Handgriff sitzt.“ Doch in diesem Punkt gehen die Meinungen der Experten auseinander. Trang legt zwar auch großen Wert auf Übung und Perfektionierung der Technik, doch er legt sich nur selten auf ein Modell fest. „Ich arbeite ständig an meiner Technik. Auch wenn ich selbst unterrichte oder an meinem Messestand die Produkte vorführe, achte ich immer auf die perfekte Modellagetechnik“, lässt er uns wissen. Während der Nailympics in Finnland, die im November stattfanden, beobachteten wir Trang, wie er am Messestand den Teilnehmern an den Nailympics noch Tipps und Tricks mit auf den Weg gab. „Wenn man einmal ein Auge dafür entwickelt hat, wie der perfekte Nagel aussehen sollte, dann kann dies an jedem Fingernagel geübt werden.“ So erklärt Trang den Besuchern, wie man am besten das Produkt aufnimmt, wie die perfekte Produktkontrolle zu üben ist, und wie der Pinsel bei der Modellage gehalten werden muss. „Vielleicht kann man sein eigenes Auge betrügen, dass der Jury aber nicht“, ist er sich sicher. So zeigte Trang wie er überprüft, wie gut die Beschaffenheit der Modellage ist. Mit einem Laserpointer, den er aus seiner Hosentasche fischt und den er unter die Modellage hält, bringt er zutage wie gut bzw. wie schlecht gearbeitet wurde. „Die freie Nagelspitze muss ganz ebenmäßig im Produktauftrag sein. Wenn der Nail Designer zu wenig Produkt aufgenommen hat und ein zweites oder drittes Bällchen nachsetzt, kann man dies mit dem Laserlicht sehr gut erkennen.“

Produktkontrolle
Die absolute Kontrolle über das Produkt ist also der Schlüssel, um bei einer Meisterschaft erfolgreich zu sein und einen der begehrten Gewinnerplätze zu ergattern. Doch wie erreicht man diese Produktkontrolle? Wieder erhalten wir von unseren Experten dieselbe Antwort: Üben, üben und nochmals üben! „Noch bevor ich mit dem Produktauftrag bei einer Meisterschaft beginne, nehme ich ein paar Übungsbällchen auf und beobachte, wie sie sich verhalten. In meinen Trainings erkläre ich immer wieder, dass man die Modellage beginnen sollte wie ein Anfänger. Produkt aufnehmen, absetzen und beobachten, wie das Bällchen sich verhält“, erklärt Stefanie. „Der Einfluss der klimatischen Verhältnisse in einem Raum ist immer abweichend von denen im eigenen Studio. Um einschätzen zu können, wie mein Produkt darauf reagiert, muss ich dies erst ausprobieren. Habe ich das Produkt einmal auf den Nagel gesetzt, kann es schon zu spät sein“, so Trang. Da Stefanie und auch Trang oft auf Workshops eingeladen werden oder auf Messen arbeiten, ist dieses Testen der Produkte schon Routine. „Ich arbeite und unterrichte mit vielen Produkten von einer Anzahl von Herstellern. Jedes Produkt hat ein eigenes Verhalten, wenn es warm oder kalt ist, wenn die Luftfeuchtigkeit sehr hoch oder eher sehr niedrig ist. Die Schüler erwarten, dass ich während einer Schulung zeige, wie mit ihrem Produkt perfekte Nägel modelliert werden können – dazu muss ich wissen, wie das Produkt reagiert“, erzählt Stefanie. Diese konsequente Arbeitsweise hilft der 27-jährigen Düsseldorferin, heute ganz gelassen an Meisterschaften teilzunehmen.