C-Kurve

Bei der Modellage muss auf einiges geachtet werden. Abhängig davon, mit welchem Material gearbeitet wird, muss auf die Konsistenz des Materials, die Form der Verlängerung und natürlich auch die Länge und Statik geachtet werden. Die „C-Kurve“ ist Teil des statischen Aufbaus einer Verlängerung und trägt zur besseren Haltbarkeit und Trageeigenschaft der Modellage bei. Bei der Erstellung der „C-Kurve“ sollten aber einige Punkte beachtet werden. Wir haben Trang Nguyen gebeten, die Unterschiede der „C-Kurve“ aufzuzeigen. Trang gewann im März auf der Beauty International in Düsseldorf den 1. Platz bei der internationalen Nail Design Meisterschaft. Obwohl Trang schon viele Titel geholt hat, war die Meisterschaft in Deutschland doch ein ganz besonderer Sieg. „In Europa werden perfekte Modellagen etwas anders gearbeitet als in Amerika und ich habe einige Jahre dazu gebraucht, mich auf diese Arbeitsweise einzustellen. Gerade bei der ‘C-Kurve’ sieht man deutliche Unterschiede. In den USA wird die ‘C-Kurve’ viel ausgeprägter gearbeitet“, berichtet Trang.

Flexibilität
In den USA wird die „C-Kurve“ mit einem 45 – 50%-Radius gearbeitet. „Einen dünnen Nagel zu arbeiten, erscheint sehr leicht und einfach. Aber um die „C-Kurve“ gleichmäßig zu modellieren, bedarf es sehr vieler Übung. Das Produkt muss sehr dünn aufgetragen werden und darf nicht stärker als die Kante einer Visitenkarte sein“, erklärt Trang. Um den Unterschied zu zeigen, nimmt Trang seine Visitenkarte und klopft mit der Kante auf dem Tisch. Natürlich gibt diese beim ersten Stoß sofort nach und verbiegt sich. Danach formt Trang mit der Visitenkarte einen Tunnel, der eine Biegung von 50° aufweist. Beim erneuten Klopfen auf die Tischplatte knickt die Karte nicht ein und dem Betrachter wird klar, wie viel stärker die Karte durch die Biegung wird. „Beim Nagel ist es ganz genauso. Durch die dünn modellierte „C-Kurve“ behält der Nagel Flexibilität und ist dadurch sehr viel haltbarer. Doch man sollte schon beim Produktauftrag darauf achten, die „C-Kurve“ mit nur wenig Produkt zu modellieren. Wurde zu viel Produkt aufgetragen, muss die „C-Kurve“ dünn gefeilt werden und dies kostet nicht nur Zeit sondern führt bei der Bewertung in einer Meisterschaft vor allen Dingen zu Punktabzug. Mit der Feile werden die Smileline, die „C-Kurve“ sowie die „Upper Arch“ meist ruiniert.

Korrekturen
Gerade während der Teilnahme an einer Meisterschaft passieren Fehler, die beim Üben und Trainieren nicht auftauchen. Beispielsweise ist die Haarlinie der „C-Kurve“ an der einen Seitenlinie dicker als an der anderen. Wenn dies passiert, muss die dickere Seite mit der Feile dünner gefeilt und an die andere Seite angeglichen werden. Meist wird dies durch das Nachsetzen von einem weiteren Bällchen verursacht. Wenn dann die Modellage in Form gepincht wird, entstehen unterschiedlichste Wölbungen und der Grad des Tunnels ist von Nagel zu Nagel nicht mehr kongruent. Auch wenn man das Nachsetzen von mehr Produkt nicht mit dem bloßen Auge erkennen kann, checken Juroren den Produktauftrag gerne mit einem kleinen Laserlicht, das unter die freie Nagelspitze gehalten wird und den ungleichmäßigen Auftrag zeigt. „Es ist immer besser, gleich bei der Modellage des Produkts  auf Genauigkeit zu achten. Wenn Fehler auftreten, kann dies am fertigen Nagel immer nachgewiesen werden“, so Trang.