Geschichte der Nagelindustrie

Maniküre und Nagelveredelung ist eine antike Tradition. Man bedenke, dass die alten Ägypter bereits schon 3500 v. Chr. Die Kunst der Hand- und Nagelverzierung beherrschten. So bemalte Farao Narmer Füsse, Hände und Fingernägel mit gemischten Naturfarben. Archäologische Funde beweisen, dass sie für Manikür-Utensilien luxuriöse Schatullen verwendeten. Im 14. Jahrhundert war das Tragen von ungefähr 20 cm langen und extra aufpolierten Fingernägeln, für die vornehme Spanierin eine Pflichtübung. Überlieferungen zur Folge wird vom ersten Modebewusstsein im Bezug auf Fingernägel im 17. Jahrhundert berichtet. Um die Jahrhundertwende trugen feine Damen der höheren Gesellschaft kurz, leicht mandelförmige Nägel. Diese wurden gelegentlich mit parfümiertem rotem Öl und mit einem Lederläppchen auf Hochglanz poliert. Schon im Jahre 1830 wird ein Arzt namens Sitts in Europa von den Zahnhölzern aus Orangenholz dazu inspiriert, diese auch zur Maniküre zu verwenden. Mit Hilfe des Orangenholzstäbchens lässt sich die Nagelhaut jetzt schonend zurückschieben, was zuvor mit allerlei Gerätschaften, Säure oder Scheren bewerkstelligt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts macht die Nicht Dr. Sitts diese Form der Maniküre international bekannt. Der erste Manikürsalon für Frauen aller Gesellschaftsschichten entsteht. 1917 eröffnete in New York, 5th Avenue, Miss Frederick das erste Nagelstudio. Wenn es wohl nur wenig mit den heutigen Instituten gemeinsam hatte, so war die Geschäftsidee: „Für Frauen, die nicht geneigt sind ihre Nägel zu Hause zu machen“, nachzulesen im „Vogue Shoppers & Buyers Guide“. Zwar war zu dieser Zeit noch nicht einmal das Tragen von Nagellack „in fashion“, doch dies sollte sich bald darauf ändern. Zu dieser Zeit brach in Europa der Erste Weltkrieg aus und Amerika erklärte am 6. April 1917 Deutschland den Krieg. Der erste Nagellack wurde 1925 auf dem Markt eingeführt. Die Mond-Maniküre, wie Beatrice Kaye die Maniküre nannte, beinhaltete das Schneiden der Nagelhaut und das spitze Zufeilen der Nagelspitze. Lackiert wurde nur bis zum Möndchen. Nagellack war in rosigen bis roten Farben erhältlich und in den Etikettebüchern dieser Zeit wurden Frauen vor dem Anmalen der Nägel mit grellen Farben gewarnt. Der „Supreme Nagellack“ von Max Factor war ein beigefarbener Puder, der auf die Nägel aufgesprüht und mit dem Polierleder poliert wurde. Er gab den Nägeln Glanz und eine zarte Tönung. Im gleichen Jahr wurden in Dortmund die „Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen GmbH“ gegründet. Werner Heisenberg veröffentlicht seine erste Pionierarbeit zur Quantentheorie: „Über quantentheoretische Umdeutung kinetischer und mechanischer Beziehungen“ (Zeitschrift für Physik).