Stiletto

Alltagstauglich
Auch wenn man es kaum glauben mag, Kenner und Träger dieser Form von Nagelmodellage bestätigen allesamt, dass mit dem Stilettonagel nach einer gewissen Gewöhnungsphase wirklich alles erledigt werden kann. „Ich absolviere alle Arbeiten in meinem Haushalt und Studio und arbeite auch ohne Probleme an meinem PC“, so die Aussagen der befragten Trägerinnen. Also keine Angst vor dem Anbieten dieser sehr extravaganten Form der Nagelmodellage. Doch beim näheren Hinsehen stellten wir fest, dass die meisten der Trägerinnen nicht wirkliche Stilettos trugen, sondern eine etwas abgerundete Variante, die in ihrer Form eher an eine Mandel als an den Namensgeber, den Stiletto, erinnert. „Die wirkliche Stilettoform muss zwingend auf eine wirklich gefährliche Spitze zugefeilt werden. Nur dann ist diese Form in meinen Augen ein wirklicher Stilettonagel“, erklärt Stefanie, noch bevor sie mit der eigentlichen Modellagearbeit beginnt, „alle anderen Formen werden in meinen Beschreibungen als mandelförmig oder gar oval eingestuft.“

Arbeitsweise
Stefanie bereitet den Naturnagel sehr gründlich vor. „Durch die extreme Länge der wahren Stilettoform muss eine optimale Anhaftung des Modellageproduktes auf dem Naturnagel gegeben sein. Optimal ist hierbei auch, wenn der Naturnagel ein langes Nagelbett aufweist“, so der Hinweis. Die Nägel des Modells, das für diesen Fotoshoot zur Verfügung stand, wiesen für Stefanies Geschmack offensichtlich keine ausreichende Länge auf und so entschied sie sich, das Nagelbett optisch etwas zu verlängern. Nach dem Ansetzen der Schablone, wobei Stefanie mit großer Sorgfalt deren Form und Sitz überprüft, nimmt sie ein Produktbällchen auf, das schon auf dem Pinsel die leicht rosa Färbung aufweist. Sie setze das Bällchen auf die freie Nagelspitze und beginnt das Nagelbett mit dem Modellageprodukt abzudecken und gleichzeitig zu verlängern. Das Produkt wird sorgfältig entlang des Nagelfalzes ausgeglättet und zur Smileline hin aufgebaut. Die Form der Smileline ist hochgezogen und dramatisch modelliert, was die sehr schlanke und extravagante Form des Stilettonagels noch unterstreicht. Nun nimmt Stefanie ein weißes Produktbällchen auf und setzt es direkt vor der neu kreierten Smileline auf die Schablone. „Die weiße Spitze muss unbedingt mit nur einem Bällchen modelliert werden, da man sonst viele Schatten und farbliche Unregelmäßigkeiten in der Verlängerung sehen würde“, so die Erklärung. Stefanie zieht das Produkt bis zur äußersten Spitze der Schablone und verwendet viel Zeit auf die Modellage und Korrektur der Seitenlinien. Zum Schluss glättet Stefanie die Verlängerung mit dem flach gehaltenen Pinsel. Schon zu diesem Zeitpunkt wird ein Pinchstick unter die Schablone eingeführt. Nachdem das Produkt etwas angetrocknet ist, wird es von Stefanie entlang des Pinchstickes in Form gedrückt. Um diese Länge zu stabilisieren und der Trägerin eine haltbare Modellage zu geben, wird nun die Modellage mit klarem Produkt überzogen. Hierbei wird zuerst Produkt auf die freie Nagelspitze aufgetragen. Stefanie bringt genügend Produkt auf, um den Absatz, der vorher noch zu sehen war, auszugleichen. Nun wird nochmals ein klares Bällchen auf das Nagelbett aufgesetzt und der Stresspunkt ausgearbeitet. „Beim Stiletto sitzt der Stresspunkt direkt an der Smileline. Dies verleiht der Modellage mehr Stabilität“, betont Stefanie. Nachdem das Produkt genügend angehärtet ist, wird die Schablone mit einem Spatel von der Unterseite des Nagels gelöst. „Für die Stilettomodellage benötigt man besonders stabile und sehr gut klebende Schablonen. Sollte sich die Schablone während der Modellage lösen, zerstört dies mit Sicherheit die außergewöhnliche Form des Stilettos“, so ein weiterer Tipp von Stefanie. Nachdem das Produkt ausgehärtet ist, wird die Modellage mittels der elektrischen Feile in Form gebracht. Sehr vorsichtig wird das Produkt geglättet und der einwandfreie Verlauf immer wieder kontrolliert.