HWK oder IHK

Jetzt ist es für jeden Nail Designer amtlich bestätigt: Nagelmodellage kann jeder ausüben, weil es eine Tätigkeit ist, die keinerlei Sachkenntnisse voraussetzt. Damit hat das Verwaltungsgericht die Kammerzugehörigkeit von HWK bzw. IHK erklärt. Was mich an der Sache ärgert? In Deutschland gibt es eine Zwangsmitgliedschaft in der Kammer, ob für das Handwerk oder für Handel bzw. Industrie. Jeder, der ein Gewerbe betreibt, wird bei einer Kammer angemeldet und muss Beiträge bezahlen. Die IHK ist derzeit für Kleinstgewerbe kostengünstiger, aber eine aktive Hilfestellung gibt diese Organisation wohl eher selten. Fragt man bei der IHK nach, wo man eine gute Ausbildung bekommen würde oder wie es sich mit der Auszeichnung von Produkten verhält, ist der Fragende von den Antworten meist sehr enttäuscht. In den letzten Jahren bieten die Handwerkskammern immer häufiger Aus- und Weiterbildung für Nail Designer an. Auch die Prüfungen sind derzeit an einer Reihe von HWKs verfügbar. Immer häufiger werden Serviceleistungen und Informationen an den Handwerkskammern angeboten. Soll dies nun alles gestoppt werden? Hat dies nun alles keinen Wert mehr? Der Aufruf mancher Forenbetreiber: „Tretet nun alle aus der Handwerkskammer aus!“ kann natürlich dazu führen, dass die Fortschritte der letzten Jahre wieder verloren gehen. Die Nail Designer müssten also zwar die Beiträge an die IHK zahlen, würden aber dafür keinerlei Unterstützung erhalten. Überlegen Sie selbst, ob es sich lohnt, diesen Schritt zu gehen! Veranstaltungen wie Workshops, Meisterschaften oder Infomessen an der HWK wären dann gegebenenfalls nicht mehr durchführbar.

T. Malon und Jo Metze
Redaktion Prof Nail