Schwangerschaft und Nägel

Die Nägel eines ungeborenen Kindes entstehen aus der Epidermis (Haut) und sie werden ab der neunten Woche angelegt. Bis zur 20. Woche entwickelt sich der Fötus und wächst. Erst danach ähnelt der Nagel dem eines Neugeborenen. Vollständig ausgebildet ist er nach der 36. Woche. Der Nagel entsteht aus drei verschiedenen Strukturen, die ihm und dem Nagelbett letzt-endlich die Form geben. Der Knochen des letzten Fingergliedes ist essentiell für gutes Wachstum und ein flaches Nagelbett. Bei Veränderungen an diesem Knochen treten auch Abweichungen am Nagel auf. Obwohl bei der Geburt die Nägel voll ausgebildet sind, kann man Unterschiede zu erwachsenen Nägeln feststellen. Die Nägel sind noch schwach und sehr dünn. Auch so genannte "Löffelnägel", hohlförmige Nägel, die bei Erwachsenen auch aus Eisenmangel entstehen können, kommen vor. Dies ist aber meistens eine vorübergehende Abweichung. Ab dem fünften Lebensjahr sollten all diese Unvollkommenheiten vorbei sein und die Nägel des Kindes sollten normal ausgebildet sein. Manche Kinder weisen einen in der Form veränderten Nagel auf. Diese Veränderungen sind aber glücklicherweise nur selten und meist in der Familie bekannt. Nur vereinzelt kommen auch Nagelveränderungen vor, ohne dass eine genetische Disposition vorliegt. Haare und Nägel Während der Schwangerschaft verändert sich der Körper. Die weiblichen Hormone werden in sehr konzentrierten Mengen produziert und die Menge von zirkulierendem Blut wird stark erhöht. Neben allen bekannten körperlichen Symptomen schwangerer Frauen, wie beispielsweise die Entwicklung der Brustdrüsen, treten auch Veränderungen an Haut und Nägeln auf. Ähnlich wie bei den Haaren, wachsen auch die Nägel während der Schwangerschaft schneller. Der Haarwuchs ist bei schwangeren Frauen beschleunigt und wirkt dadurch oftmals voller und kräftiger. Konträr dazu bewirkt das schnelle Wachstum der Nägel, dass diese ein wenig dünner und deshalb schwächer sind. Nach der Geburt fallen die Haare schneller aus und die Struktur des Haupthaares ist wie vor der Schwangerschaft. Dieser plötzliche Haarverlust wird von Frauen als sehr beunruhigend empfunden und manche haben sogar Angst, völlig kahl zu werden. Telogen Effluvium (Effluvium capillorum), wie dieser Vorgang heißt, ist aber harmlos und endet genauso spontan wie er einsetzt. Ein vergleichbarer Vorgang kann an den Nägeln stattfinden. Nach der Zeitspanne des schnellen Wachstums folgt die Rückkehr zum normalen Nagelwuchs. Manchmal tritt eine vorübergehende Lösung der Nagelplatte auf, was zum Verlust des Nagels führen kann. Während der Stillzeit wird ein verlangsamtes Wachstum beobachtet.