Editorialer Auftrag

Häufig wird uns die Frage gestellt, wie wir in der Lage sind über das Thema Fingernägel immer wieder etwas berichten zu können, was nicht schon geschrieben, erwähnt oder diskutiert wurde. Das Rad könne doch eigentlich nicht neu erfunden werden. Aber Ideen sind der Motor, der neue Entwicklungen hervorbringt. Und es gibt sie auch in unserer Branche, die Genies, vielleicht auch Savants des Nail Designs. Tom Holcomb kreierte beispielsweise die „dramatic Smileline“. Die Entwicklung der Farben in den Produkten war eine Antwort der Industrie auf das Verlangen und den Wunsch der Nail De-signer mit mehr als nur Nagellack zu arbeiten. Diese Leidenschaft teilen wir mit Ihnen. Die Suche nach Neuem, um der Kreativität mehr Ausdruck zu verleihen, sowie um Ihnen eine Plattform für die Kommunikation und immer wieder neue Anregungen zu bieten, dies alles verstehen wir als unsere Aufgabe. Jüngst haben wir beispielsweise erfahren, dass ein „Kollege“ von Ihnen an einer Hologrammtechnik für Fingernägel arbeitet. Wenn diese Person den Durchbruch schafft, werden wir Ihnen darüber erstmals berichten. Jean-Baptiste Molière (1622-73) erwiderte auf diese, damals ähnlich gestellte Frage, warum er schreibe, sehr trocken: „Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.“ Wer uns kennt, weiß, dass wir das Thema Nail Design lieben wie Sie. Denn wenn Sie die Redaktion anrufen, gibt es kaum einen Zeitpunkt, zu dem wir nicht an der kommenden Ausgabe arbeiten. Wir fühlen uns Ihnen sehr verbunden, da wir die Liebe zum Thema Nail Design mit Ihnen teilen und werden keinen Aufwand scheuen, um Ihnen Anregungen zu geben, und die Kollegen weltweit zu verbinden. „Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.“ (Laotse)

J.Metze

Redaktion Prof Nail

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Nail Pinsel (1)

Hintergrund, Handhabung, Herstellung

Die Werkzeuge der Bürsten- und Pinselmacher gehören zu den ältesten Werkzeugen des Menschen. Im Jahr 1879 entdeckte man in der Höhle von Altamire beeindruckende Felsmalereien. Nach neuesten Forschungen stammen die inzwischen weltbekannten Tierbilder aus einer Epoche etwa um 12.000 vor Christi Geburt. Anfangs staunte man über die Qualität der Bilder und vermutete eine Fälschung. Doch etwas später fanden sich bei einer weiteren Grabung die damals verwendeten Werkzeuge. Es handelte sich um Pinsel, die aus Röhrenknochen gefertigt waren und in die man Haare eingesetzt hatte. Ähnlich wie bei den heutigen Malern existierten diese Pinsel bereits in verschiedenen Größen und Stärken. Doch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts musste sich der Künstler sein Malgerät selbst erstellen. Sein Anspruch, stets die Kontrolle beim Auftragen von Farbe zu besitzen, zwang ihn auch, ein ausgezeichneter Pinselmacher zu sein. Erst im 18. Jahrhundert begann die stolze Handwerkszunft des Pinselbinders. Durch wunderbare Geschicklichkeit verbessert, kam das junge Handwerk in der Handelsstadt Nürnberg bald zu großer Blüte und erlangte weltweites Ansehen.
Alles beginnt mit einem „Ende“: dem Tierschweif. An ihm sind die Haare besonders kräftig, denn sie müssen mechanische Aufgaben erfüllen. Kehren, schlagen, steuern. Die ihnen von der Natur hierfür verliehenen Eigenschaften sind für die Zwecke des Pinselmachers die große Kostbarkeit. Wer glaubt, dass in der Pinselfabrik heute große Maschinen stehen würden, die die Herstellung von Nail Pinseln übernommen hätten, irrt sich gewaltig. In hellen Räumen sitzen Meister, Gesellen und auch Lehrlinge an marmornen Arbeitsplätzen. Außer etwas Geplauder unter Kollegen ist nur ein deutlich synkopisches Klopfgeräusch zu hören. Geht man diesem Geräusch nach, entdeckt man einen kleinen, kartuschenartigen Messingköcher, der vom Nail Pinselmacher mit Haaren oder Borsten gefüllt und dann zum gewünschten Pinsel geformt wird. Das Klopfgeräusch entsteht beim Einklopfen der Haare, die der Nail Pinselmacher mit dem so genannten Dreifingergriff in den Köcher gefüllt hat. Dann trommelt er mit dem Behälter auf die Tischplatte bis jedes Haar auf gleicher Höhe steht. Die einzigen Werkzeuge, die der Pinselmacher benutzt, sind Messer und Schere. Wer jetzt aber vermutet, dass der Pinsel vom Pinselmacher mit der Klinge fassoniert würde, liegt völlig falsch. „Die von Hand gearbeitete Form war und wird auch in Zukunft das wesentliche Qualitätsmerkmal eines guten Pinsels bleiben“, so die Aussage des Handwerksmeisters.

   
     
Nail Pinsel   Nail Pinsel
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Sommer - Type und Style

Sommertyp
Erkennen kann man den Sommertyp an mittelblonden bis braunen Haaren. Aber während der Frühlingstyp als Unterton immer goldene Nuancen aufweist, zeigt sich der Sommertyp eher mit einem „aschigen“ Unterton. Augenfarben sind meist Blaugrau, Graubraun, Graugrün oder Grau und der Teint ist hell mit rosigem Unterton. Der Sommertyp hat nach Itten demnach einen kalttonigen Unterton.
Passend zum Sommertyp empfehlen die Experten helle Pastelltöne mit blauen Untertönen. Diese unterstreichen die sanfte Ausstrahlung des Sommertyps. Auch dunkle Sommerfarben wie Cyclam, Jadegrün, Pflaume und Anthrazit heben den Sommertyp bestens hervor. Die sanfte und feminine Sommerfrau unterstreicht ihren Typ am besten mit gedämpften Farben wie Stahlblau, Flieder oder Vanille. Romantische Blütendrucke oder Paisleys stehen ihr wunderbar. Glatte, seidige Stoffe und fein Gestricktes heben die feminine Seite sehr dezent hervor. Aber auch Materialien mit grober Struktur wie Tweed und auffällige Muster kann sie hervorragend tragen. Der Kontrast zwischen der femininen Ausstrahlung und der groben Struktur des Tweeds unterstreichen den Sommertyp besonders vorteilhaft. Der Lieblingsschmuck der Sommerfrau ist Silber, Weißgold und Perlen, die mit den weichen Farben Rosé, Kiesel und Hellblau hervorragend komplettiert werden können.

Farbkontraste
Eine weitere von Johannes Itten entwickelte Theorie sind die sieben unterschiedlichen Farbkontraste. Sie besagen, dass sich Farben gegenseitig beeinflussen und demnach im hohen Maße voneinander abhängig sind. Die unterschiedlichen Effekte beschreibt Itten folgendermaßen:

Hell-Dunkel-Kontrast (HDK)
Dieser Kontrast tritt bei so genannten unbunten Farben wie Schwarz, Weiß und Grau als auch bei den bunten Farben auf. Dieser Kontrast beschreibt den Zusammenhang der Farben, basierend auf den unterschiedlichen Helligkeiten. Beim HDK wird die Ausgewogenheit des visuellen Wahrnehmens angestrebt, weil nur hiermit klare Formen vermittelt werden können.


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Hochzeitsvorbereitung

Im Mittelalter ging’s prunkvoll zu
Das Brautkleid hatte zu jener Zeit eine große gesellschaftliche Bedeutung, denn die Familie zeigte durch ein prachtvolles Kleid ihren Reichtum, ihre Macht und ihre Stellung. In den oberen Gesellschafts-schichten wurde oftmals auch das Familienwappen mit in das Kleid eingearbeitet. Reich verzierte Stoffe aus Gold- oder Silberbrokat mit Stickereien versehen oder mit Halbedelsteinen besetzt, wurden für die Kleider verwendet. Das Kleid war nicht weiß, sondern in Rot-, Grün- oder Blautönen gehalten. Vor allem am Hofe trug man mantelartige Obergewänder. Ab 1475 erhielt das Mieder ein tiefes, spitzes Dekolleté mit einem Brusteinsatz sowie einen runden Rückenausschnitt. In der Zeit der Renaissance erhielten die Kleider ein sehr offenherziges Dekolleté, die Taille saß ziemlich tief und das Mieder wurde vorne ganz geöffnet und geschnürt.

Step by Step
Nach den Grundarbeitsschritten und der Vorbereitung des Naturnagels auf die Modellage wird eine Schablone für die Verlängerung angesetzt. Die erste freie Nagelspitze wird in einem sehr zarten Rosé-ton modelliert. Die Smileline ist sehr schön rund. Es sollte darauf geachtet werden, die Smileline nicht zu dramatisch zu gestalten, denn dies würde nicht zum vorgesehenen Motiv passen. Die Formen und Schwünge sind lieblich und in Anlehnung an die Herzbögen, die später ins Motiv mit eingearbeitet wer-den. Auf einer Seite wird der Bogen der Smileline zum Schwung verlängert. Mit einem sehr kleinen und spitz zulaufenden Detailpinsel wird der Boden exakt ausmodelliert.