Kollegen oder Konkurrenten
Eigentlich ist es schon an der Tagesordnung, dass wir Anrufe erhalten, in denen uns über „schlechte Kollegen“ berichtet wird. Bei diesen Telefonaten handelt es sich um Nail Designer, die durch ganz gezielte Desinformation versuchen, die Kunden an sich zu binden. Sie reden die Kollegin im Nachbarstudio schlecht oder behaupten, dass das System mit dem sie arbeiten besser und „unschädlicher“ sei als das der Kollegin oder Konkurrentin. Doch leider hört dieses Verhalten nicht bei den Nail Designern auf, es ist es leider auch bei den Vertriebsfirmen zu finden. Immer wieder hören wir von Vertriebspartnern, die gezielt Absprachen brechen. Da erzählen Außendienstler beim Besuch eines Studios, dass nun Umschulungskurse kostengünstig angeboten würden, um von einem gesundheitsschädlichen System wegzukommen. Selbst bei der Beratung der Kunden wird nicht davor zurückgeschreckt, über den Mitanbieter auf dem Markt zu meckern. Gibt es nicht genügend Beispiele von erfolgreichen Firmen, die einfach nur ihren Weg gehen und die nicht versuchen, den Konkurrenten schlecht zu machen oder negativ über die Produkte und Systeme der Mitanbieter zu sprechen. Glauben wir denn im Ernst, dass Mercedes Marktführer wurde, weil sie ihren Kunden von einer anderen Marke abgeraten haben oder gar deren Mängel aufgezeigt haben? Der Anbietermarkt in der Nail Industrie ist hart umkämpft. Doch es existiert ein riesiges Marktpotenzial in Deutschland. Statistisch gesehen, decken die Nail Designer derzeit gerade einmal ca. 10 % des potenziellen Kundenkreises ab. Wenn wir uns alle darauf konzentrieren, neue Märkte zu erschließen und der Kundin auf der Straße erklären, dass ein Besuch im Nagelstudio ein Wohlfühlerlebnis sein kann, hätten alle Firmen, Ausbilder, Distributoren und alle Nail Designer noch für viele Jahre grandiose Wachstumsraten vor sich. Um nur auf 25 % Marktsättigung zu kommen, bräuchte Deutschland ca. 100.000 Nail Designer. Derzeit gibt es laut offiziellen Zahlen ca. 15.000 – 17.000 Nagelstudios in Deutschland und wir haben viele Jahre gebraucht, um diese Anzahl zu erreichen. Auch auf die Gefahr eines Plagiats möchte ich mir dennoch einen exzellenten Slogan eines Mammutkonzerns ausleihen und einen Aufruf starten: „Es gibt viel zu tun, packen wir`s an!“

T. Malon
Redaktion Prof Nail

Λ

Elektrische Feile (1)

Technik

Auf den ersten Blick ist eine elektrische Feile dem Powerfräser aus der Werkzeugabteilung eines Baumarktes sehr ähnlich. Doch wer schon einmal versucht hat mit diesem Fräser am Fingernagel zu arbeiten, merkt sehr bald, dass es hierbei große Unterschiede gibt. Das Handstück ist zu groß und zu schwer (ca. 400 – 500 g) um die detaillierten Arbeiten am Fingernagel exakt zu arbeiten. Die Lärm-entwicklung und Vibration stören bei der Arbeit am Nageltisch und wirken auf den Nail Designer oft ermüdend.

Der Einsatz einer elektrischen Feile im Nail Design Bereich war noch vor ein paar Jahren eher selten als die Regel. Durch die stetige Weiterentwicklung der Geräte und der Fräsaufsätze (Bits) wird der Einsatz für fast alle Arbeitsgebiete im Nagelstudio ermöglicht. Wenn man davon ausgeht, dass im Studio bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von ca. 8 bis 10 Stunden pro Tag gut 80 %, also 7 bis 8 Stunden, auf die Feilarbeit entfallen, ist es eigentlich logisch, dass immer mehr Nail Designer zur elektrischen Feile greifen. Neben der Zeitersparnis von bis zu 20 % der Feilzeit ist es vor allen Dingen der körperliche Einsatz, der mit der elektrischen Feile entfällt oder zumindest extrem minimiert wird. Verspannungen im Nacken, Schulter, Ober- und Unterarm sind häufige, unerwünschte Begleiterscheinungen für den Nail Designer. Karpaltunnelsyndrom und Entzündungen der Sehnenscheide können das Ende einer Karriere als Nail Designer bedeuten. Die meisten dieser Überbeanspruchungen durch manuelles Feilen können durch den gezielten Einsatz der elektrischen Feile verhindert, bzw. gelindert werden. Doch nicht jede Fräse oder elektrische Feile ist für den Einsatz im Nagelstudio zu empfehlen.





Λ

French Modellage

Freie Nagelspitze
Im nächsten Arbeitsschritt wird nun das weiße Produkt für die Nagelspitze aufgetragen. Im hier gezeigten Beispiel hat der Nail Designer mit Pulver-Flüssigkeit gearbeitet. Das erste Bällchen wurde auf die Schablone, direkt vor der Kante des Nagels aufgesetzt. Sobald das Bällchen sich etwas gesetzt hat, wird das Produkt zuerst zur einen Seite und dann zur anderen Seite gedrückt. Hierbei wird mit dem Pinsel ein leichter, zur Matrix hinlaufender Bogen modelliert. Wenn das Produkt auf beide Seiten gearbeitet wurde, beschreibt die Kante des Produkts ein schön geformtes U. In der Fachsprache spricht man von der Smile Line. Geübte Nail Designer säubern ihren Pinsel und fahren mit dem sauberen Pinsel die Smileline auf der Nagelplatte nach (Bild 1). In unserem Beispiel ist gut zu erkennen, dass an der rechten und der linken Spitze der Smile Line noch ein kleines Stückchen fehlt. Diese kleinen Stückchen werden jetzt angesetzt und die Smile Line wiederum im Nagelbett nachgezogen (Bild 2). Auf dem nächsten Bild ist die Seitenansicht der bis jetzt gearbeiteten Modellage sehr schön zu erkennen. Anhand der Zeichnungen, die auf den Schablonen vorgegeben sind, können die Seitenlinien sehr exakt gearbeitet werden (Bild 3). Dies erspart später viel Zeit bei der Formbefeilung.

Nagelbett
Die Stabilität der Modellage wird mit klarem bzw. pinkfarbenem Pulver gearbeitet. Das Bällchen wird direkt oberhalb der Smile Line aufgesetzt und verteilt. Das klare Produkt wird auch etwas über das weiße Produkt gezogen und zur Nagelspitze hin modelliert (Bild 4).
Das letzte Bällchen wird nahe der Lunula, des Nagelmöndchens aufgesetzt und wieder zuFr Spitze hin modelliert. Nun kann die Schablone entfernt werden. Wenn das Klopfen auf der Modellage ein helles Klicken ist, dann kann die Verlängerung gepincht werden. In unserem Beispiel wurden mit einer Pinzette die Seitenlinien der Modellage vorsichtig in Form gepincht (Bild 5). Durch das Pinchen erhält die Verlängerung die optimale Form, die auch die Haltbarkeit bei sehr dünnen Arbeiten um ein Vielfaches erhöht. Nun erhält die Modellage den letzten Schliff. Nach Kontrolle der Länge wird jeder Finger auf die gleiche Länge gekürzt. Danach werden die Seitenlinien angehoben (Bild 6) bis beim Blick in den Tunnel (Bild 9) beide auf gleicher Ebene enden und einen vollkommenen Tunnel ergeben. Von der Seitenansicht her laufen die Seitenlinien parallel zueinander (Bild 7 und 8).





Λ

Butterfly-Verziehtechnik

Arbeitsschritte
Zuerst wird der Naturnagel auf die Modellage vorbereitet. Das Anheben und Zurückschieben der Nagelhaut, sowie das Mattieren der Nagelplatte soll den Nagel optimal auf den Produktauftrag vorbereiten. Susanne arbeitet zuerst eine Verlängerung mit Schablone. Hierzu wird die Schablone direkt unter der freien Nagelkante angesetzt. Mit klarem Gel wird nun die Verlängerung über die Schablone gearbeitet. „Das Schmetterlingsdesign kommt besser zur Geltung, wenn die Verlängerung mit klarem Gel gearbeitet wird“, erklärt Susanne. Noch während der Modellage des Gels überprüft Susanne die Stärke und Platzierung des Produkts, indem sie in den „Tunnel“ blickt und hiermit die Modellage überprüft. Durch die besondere Verarbeitungstechnik der Cal Gel Produkte wird zuerst die Verlängerung ausgehärtet. Im zweiten Arbeitsschritt werden das Nagelbett und die Verlängerung dünn überzogen und wiederum ausgehärtet. Nun kann die Schablone abgenommen und die Verlängerung in Länge und Form befeilt werden. Susanne arbeitet im nächsten Arbeitsschritt einen Farbverlauf von Lavendel im Nagelbettbereich bis hin zu einem Pink im Bereich der freien Nagelspitze. Im Anschluss daran setzt Susanne feine Punkte und Striche in einer gewissen Anordnung auf den Nagel. Diese Anordnung ist für das hinterher entstehende Motiv ganz wichtig. „Wenn Sie eigene Motive entwerfen wollen, müssen die Anordnungen der Punkte und Striche zuerst ausprobiert werden,“ erklärt Susanne. Nun werden die bordeauxfarbenen Details mit silber- und pinkfarbenem Gel abgesetzt. Susanne verwendet für den Auftrag der farbigen Gele einen sehr feinen Nail Art-Pinsel. Mit dem Nail Art-Striper, einem Pinsel mit sehr feinen und langen Haaren, werden nun die Farben ineinander verzogen. Um das Motiv, den Schmetterling, darzustellen, zieht Susanne jetzt mit Bordeaux die Seitenlinien der Flügel nach. Anschließend wird das Motiv im Lichthärtungsgerät ausgehärtet. Zum Abschluss setzt Susanne noch kleine weiße Punkte mit Acrylfarbe auf den Bauch des Schmetterlings und auf die Flügelspitzen. Dies gibt dem Motiv noch mehr Details und Kontrast. Um das Motiv zu schützen und der Kundin lange Freude daran zu schenken, wird das Motiv schließlich mit einem Versiegelungsgel überzogen. „Die Verziehtechnik kann durch den Einsatz von unterschiedlichen Materialien optimal kombiniert werden. Nicht nur mit Lack, aber auch mit Gelen und wasserlöslichen Acrylfarben können tolle Motive und Zeichnungen erstellt werden,“ erklärt Susanne. Das hier gezeigte Motiv kann jede Nail Designerin sehr leicht erlernen und es wird in nur wenigen Minuten im Nagelstudio gearbeitet. Ein wirklich toller Service, der sicherlich den Umsatz im Studio merklich erhöht.