Pressearbeit

„Ich sage über niemanden etwas Schlechtes und über jeden alles Gute, das ich über ihn weiß.“ (Benjamin Franklin 1706 – 1790). Leider ist dieser Vorsatz in der Presse nur wenig bekannt. Heute lebt die Tagespresse von Hiobsbotschaften und Berichte über Kriminalität, Korruption, und politischer Polemik. Oder sie erhöht die Auflagenzahlen durch Tratsch und Klatsch der Promis und solche, die es sein wollen.

Hier ist es im Fachmagazinmarkt schon sehr viel einfacher. Wir berichten über Tipps und Verarbeitungstricks, über neue Produkte und erfolgreiche Studios und stützen uns nicht auf reißerisch aufgemachte Themen oder den letzten Skandal in der Managementebene eines Konzerns. Doch auch in einem Fachmagazin sollten einmal kritische Töne angeschnitten werden. In dieser Ausgabe gibt es einige Beiträge, die vielleicht nicht jedem Leser gefallen. Doch wir, von der Redaktion denken, es ist Zeit auch einmal Themen offen anzusprechen, die in anderen Zeitschriften totgeschwiegen werden. Mit einer neuen Rubrik, Periskop – Pro & Contra, planen wir auch weitere kritische Themen aufzugreifen. Wenn Sie eine Frage haben, oder über ein bestimmtes Thema das Für und Wieder erfahren wollen, dann schreiben Sie uns. Denn, Prof Nail ist Ihre Zeitschrift – und wir veröffentlichen was Sie interessiert!

T. Malon
Redaktion Prof Nail

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Elektrische Feile (2)

Technik

Auf den ersten Blick ist eine elektrische Feile dem Powerfräser aus der Werkzeugabteilung eines Baumarktes sehr ähnlich. Doch wer schon einmal versucht hat mit diesem Fräser am Fingernagel zu arbeiten, merkt sehr bald, dass es hierbei große Unterschiede gibt. Das Handstück ist zu groß und zu schwer (ca. 400 – 500 g) um die detaillierten Arbeiten am Fingernagel exakt zu arbeiten. Die Lärm-entwicklung und Vibration stören bei der Arbeit am Nageltisch und wirken auf den Nail Designer oft ermüdend.

Der Einsatz einer elektrischen Feile im Nail Design Bereich war noch vor ein paar Jahren eher selten als die Regel. Durch die stetige Weiterentwicklung der Geräte und der Fräsaufsätze (Bits) wird der Einsatz für fast alle Arbeitsgebiete im Nagelstudio ermöglicht. Wenn man davon ausgeht, dass im Studio bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von ca. 8 bis 10 Stunden pro Tag gut 80 %, also 7 bis 8 Stunden, auf die Feilarbeit entfallen, ist es eigentlich logisch, dass immer mehr Nail Designer zur elektrischen Feile greifen. Neben der Zeitersparnis von bis zu 20 % der Feilzeit ist es vor allen Dingen der körperliche Einsatz, der mit der elektrischen Feile entfällt oder zumindest extrem minimiert wird. Verspannungen im Nacken, Schulter, Ober- und Unterarm sind häufige, unerwünschte Begleiterscheinungen für den Nail Designer. Karpaltunnelsyndrom und Entzündungen der Sehnenscheide können das Ende einer Karriere als Nail Designer bedeuten. Die meisten dieser Überbeanspruchungen durch manuelles Feilen können durch den gezielten Einsatz der elektrischen Feile verhindert, bzw. gelindert werden. Doch nicht jede Fräse oder elektrische Feile ist für den Einsatz im Nagelstudio zu empfehlen.




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Coverstory Maskharat

Schritt für Schritt
Zuerst wird der Naturnagel auf die Modellage vorbereitet. Hierzu wird die Nagelhaut von der Nagelplatte gelöst und sanft nach hinten, also in Richtung Matrix geschoben. Die alten Hautschüppchen, die sich auf der Nagelplatte festgesetzt haben, werden mit dem Nagelhautmesser, Propusher oder der elektrischen Feile vorsichtig von der Nagelplatte entfernt. Gerade bei der Arbeit mit der elektrischen Feile sollte aber darauf geachtet werden, dass keine Feuerringe in die Nagelplatte gefräst werden. Nach der gründlichen Reinigung der Nagelplatte wird diese vorsichtig in Wuchsrichtung mit einer weichen und gepolsterten Feile oder einem Buffer mattiert. Die Körnung der Feile sollte 240-er Körnung niemals unterschreiten. Nach dem Ansetzen der Schablone, die als Hilfestellung für die zu modellierende Verlängerung funktioniert, wird nun ein Dehydrator bzw. ein Primer auf die Nagelplatte aufgetragen. Nun beginnt die Modellage mit schwarzem Glitterpulver. Wenn eine so intensive Farbe verarbeitet wird, muss der Nail Designer unbedingt auf die Ansatzlinie des Materials achten. Wird hierbei zu unexakt oder zu dünn gearbeitet, sieht die fertige Modellage sehr schnell unschön und herausgewachsen aus. Das schwarze Glitterpulver wird zur freien Nagelspitze hin und etwas über die Schablone gearbeitet. Zur Nagelkante hin wird ein Farbverlauf mit klarem Acryl gearbeitet, so dass der vorderste Teil der freien Nagelspitze transparent erscheint (Bild 2). Nun werden mit einem feinen Pinsel nur etwas Liquid aufgenommen und mit weißem Pulver die vier übereinander liegenden diagonalen Linien modelliert (Bild 3). Während unsere Star Designerin Stefanie LoRe dies frei Hand modelliert, hat die original Designerin (Han Kyoung Ja) dies zuerst auf Folie aufgetragen und danach auf die modellierte freie Nagelspitze aufgelegt. Nun wird der Nagel komplett mit klarem Pulver überzogen (Bild 4). Dies gibt der Modellage die nötige Haltbarkeit und dem Design mehr Dimension. Um noch mehr Effekte in die Modellage und das Design zu bringen, kann gegebenenfalls mit klarem Glitterpulver die Modellage überzogen werden (Bild 5). Nach dem Klopftest, mit dem die nötige Festigkeit des Materials festgestellt wird, kann die Schablone entfernt und die Modellage in Form gepincht werden. Die Befeilung der Form wird als nächster Schritt gearbeitet und die Modellage wird aufpoliert. Nun wird mit einem feinen Pinsel die Maske kreiert. Stefanie verwendet hierfür ein hartweißes Pulver, das auch für die Frenchmodellage verwendet wird.




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Nail Art Schwarz Weiß

Farbe
Wenn wir als Nail Designer an Nail Art denken, kommen uns zuerst die vielen toll modellierten Blümchen und dreidimensionalen Designs in den Sinn. Die meisten Nail Designer besitzen eine große Auswahl an Farbgelen, Farbpulvern oder Acrylfarben für die Handmalerei oder für das Airbrushen. Dass Nail Art auch sehr effektvoll gänzlich ohne Farbe auskommen kann und nur mit Kontrasten spielt, hat Bianca hier mit der Airbrushpistole in beeindruckender Weise dargestellt.Bianca, die eigentlich eher mit viel Farbe und Details ihre Nail Art Kreationen entwirft, musste zuerst die Abwesenheit von Farbe in die Ideen und Entwürfe integrieren. Die erste Anregung zog Bianca aus der Themenvorgabe „Yin und Yang“, was sehr klar im ersten gefertigten Design zu erkennen ist. Danach begann Bianca mit allerlei Schablonen zu spielen. „Will man mit hell/dunkel Kontrasten arbeiten, wird immer zuerst die helle Farbe aufgesprüht. Gerade bei schwarz-weißen Motiven muss die Schablone wirklich exakt angelegt werden, sonst erscheint das Motiv sofort mit Schatten“, erklärt Bianca. Nach einer gewissen Übungsphase fand Bianca zunehmend Gefallen an der Kontrastmalerei und die Motive wurden immer vielfältiger.Trend und ModeAls Trend für die kommende Herbst- und Wintersaison bieten sich diese Motive hervorragend an. Auf den Laufstegen von Paris, Mailand und London zeigten die Modedesigner die neuen Kollektionen. Die Modefarben: Schwarz und Weiß, kombiniert mit einem tiefen Weinrot, waren in fast allen Kollektionen der Top Designer zu finden. Kreieren auch Sie eine Kollektion in Schwarz-Weiß-Motiven. Ihre Kundinnen werden diese Modevariation mit Begeisterung aufnehmen. nBianca Schratzenstaller hat eine Ausbildung zur Kosmetikerin und Nail Designerin abgeschlossen und absolvierte die Prüfung zur staatlich geprüften Nail Designerin (HWK). Die 26-jährige arbeitet Vollzeit in Ihrem Nagelstudio, dass sie 2003 in Erlangen gegründet hat. Bianca ist Dozentin an einer Kosmetikfachschule in Erlangen und bildet selbst im Nail Design und Airbrush aus (www.nailstyle-nagelstudio.de).