Jahreswechsel

Mit dem ersten Adventssonntag wird auch die stressigste Zeit im Geschäftsjahr eines jeden Nagelstudios eingeläutet. Für Nail Designer sind dies schwierige Wochen, sind sie doch alle vollends bis zum Heiligabend ausgebucht. Zum Überdruss steht zum Jahresende noch das große Geschenk unserer Regierung ins Haus – die Mehrwertsteuererhöhung von 16% auf 19%. Wenn man sich einmal die ständigen Preiserhöhungen und Steueranhebungen ins Bewusstsein ruft, welche uns das schwer verdiente Geld wieder aus dem Geldbeutel ziehen, können einem Frust und Ärger schon ganz schön die Laune vermiesen. Für uns in der Redaktion Ihrer Prof Nail geht das dritte Geschäftsjahr zu Ende. Dank Ihrer Loyalität können wir abermals auf 12 sehr erfolgreiche Monate zurückblicken. Wir wissen, dass ohne die Unterstützung unserer Leser und Kunden dieser Erfolg nicht eingetreten wäre. Aus diesem Grund hat sich der Verleger, Eric van Trigt dazu entschlossen, auf die schon fast obligatorische Preiserhöhung zum Jahreswechsel, die die meisten Firmen in den kommenden Wochen bekannt geben werden, zu verzichten. Die Preise für Abonnenten und Inserenten werden im kommenden Jahr nicht angehoben. Wir möchten uns auf diese Weise für Ihr Interesse und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Für die kommenden Festtage wünschen wir Ihnen alles Gute, besinnliche Stunden mit Ihren Lieben und viel Erfolg für das Jahr 2007. Wir freuen uns sehr auf das kommende Jahr, denn wir haben zahlreiche neue und interessante Artikel für Sie geplant, auf deren Umsetzung wir mit Spannung herantreten.

Redaktion Prof Nail

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Der Nail Blues

Schritt für Schritt

Nach der gründlichen Vorbereitung des Naturnagels, wie die Entfernung der Nagelhaut, mattieren und kürzen der Nagelplatte, werden für die einzelnen Finger die richtigen Größen der Tips ausgewählt. Am effektvollsten sind bei diesem Design French-Tips mit hochgezogener Smileline. Diese Smileline unterstützt die Form der Modellage und das sehr elegante Erscheinungsbild des Designs. Unsere Nail Designerin, Fr. Stefanie LoRe, die dieses Design für die Redaktion gearbeitet hat, entschied sich dafür, die Auskerbungen erst zu schneiden nachdem der Tip am Naturnagel gesetzt wurde. Wenn man das Design schneller arbeiten möchte, kann man die Auskerbungen auch schon im Vorfeld ausschneiden. Dann sollten Sie aber beim Setzen des Tips sehr vorsichtig und ohne Druck arbeiten. Stefanie achtete beim Schneiden der Auskerbung darauf, dass der Verlauf der Zickzacklinie nicht unterbrochen wird. Nach dem Schneiden der Auskerbungen säubert Stefanie die Schnittkante mit einer feinen Feile. Hierdurch wird die Kante des späteren Produkts sauber und gleichmäßig. Auch beim Säubern der Schnittkanten muss mit großer Vorsicht gearbeitet werden. Der Tip verliert durch das Ausschneiden die Stabilität und kann sehr schnell abknicken oder gar brechen. Sind die Auskerbungen fertig, legt Stefanie nun die Schablone an. Sie achtet hierbei ganz besonders auf ein sehr enges Anliegen, um das Verlaufen des Produkts an der Unterseite zu verhindern. Nun kommt das Arbeiten des eigentlichen Designs. Stefanie füllt die Auskerbungen mit verschieden farbigen Glitter-Acrylen – eben passend zur Arbeit im Coverbild. Bei der Verarbeitung von Glitter-Acrylen muss sehr exakt darauf geachtet werden, dass einzelne Glitterpartikel nicht in der restlichen Modellage oder wie bei diesem Beispiel auf dem weißen Tip landen. Dies würde das Design unordentlich erscheinen lassen. Auch die Seitenlinien des Designs werden ganz genau  nachgearbeitet, um das Auslaufen der Glitterpartikel zu verhindern. Im Bild sehen wir die verschiedenfarbigen Auskerbungen, die mit buntem Modellagematerial gefüllt wurden. Natürlich kann dies auch mit Glitter- bzw. Farbgel gearbeitet werden. Im nächsten Arbeitsschritt wird nun der Nagel mit klarem Pulver-Flüssigkeits-System überzogen. Stefanie arbeitet dies sehr dünn, um der Designmodellage die sehr feine Optik zu belassen. Um die Modellage noch ein wenig stabiler zu gestalten, pincht Stefanie nun den Tip über einem Pinchstick in Form.




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Elektrische Feile (3)

Welcher Bit bei welchem Arbeitsgang?

Bei der Frage welcher Bit für welchen Arbeitsgang einzusetzen ist, gehen die Meinungen der Hersteller und vor allen Dingen der Nail Designer weit auseinander. Grundsätzlich gilt: Für jeden Arbeitsgang, der mit der manuellen Feile gearbeitet wird, kann auch die elektrische Feile verwendet werden, und man arbeitet meist sogar exakter und natürlich immer schneller!

Bei der Vorbereitung des Naturnagels auf die Modellage ist die elektrische Feile eine wertvolle Hilfe. Nach dem Anheben und Zurückschieben der Nagelhaut werden Nagelhautschüppchen, die sich auf der Nagelplatte festgesetzt haben, entfernt. Für diesen Arbeitsschritt wird meist ein Diamantbit mit sehr kleinem Spitzkegel empfohlen. Mit diesem sehr kleinen Bit ist auch bei einem tiefliegendem Nagelbett die Entfernung aller Nagelhautreste aus dem Nagelfalz möglich. Die meisten Hersteller raten vom Einsatz eines Hartmetallfräsers für diesen Arbeitsgang ab. Zu leicht kommt es zur Schädigung der Naturnagelplatte und dem Einfräsen von sogenannten Feuerringen (Rings of Fire). Diese entstehen leicht, wenn mit einem Bit aus Hartmetall auf der Naturnagelplatte gefräst wird. Es entsteht eine Rille entlang des Laufs auf der Nagelplatte, die eine Sollbruchstelle hinterlässt. Dies kann nicht behoben werden, sondern nur durch das vollständige Herauswachsen des Nagels wird der Naturnagel wieder gesund.




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Tips - Statik und Pinchen

Schritt für Schritt

Nach der Vorbereitung des Nagels auf die Modellage werden die Tips in den verschiedenen Größen für die Fingernägel ausgesucht. Stefanie achtet sehr genau auf die Seitenlinien, denn ein zu kleiner Tip hat durch die Unterbrechung in der Seitenlinie schon eine Sollbruchstelle eingebaut. Sollte die Größe des Fingernagels genau zwischen zwei Größen liegen, beispielsweise ist die Nr. 6 zu klein und die Nr. 5 zu groß, wählt Stefanie immer die größere Form. Die Seitenlinien können auch noch nach dem Setzen etwas angehoben werden, doch wird der Tip in der Form schon vor dem Setzen der Größe des Naturnagels angepasst. Nach dem Auswählen der Größen wird kochendes Wasser in eine Schale gegeben. Stefanie wählt den passenden Pinchstick aus und steckt den zusammengerollten Tip in das offene Ende des Sticks. Nachdem der Tip platziert wurde, wird der Stick in das kochende Wasser gegeben. Hierdurch erwärmt sich das Metall des Sticks und auch der Tip.  Jetzt wird eine ausgeprägtere C-Kurve geformt. Nach ein paar Minuten kann der Stick aus dem Wasser genommen werden. Lassen Sie den Stick mit dem darin befindlichen Tip auskühlen, bevor der Tip aus dem Stick genommen wird. Wenn der Tip auf Zimmertemperatur abgekühlt ist, behält er die gepinchte Form auch beim Setzen. Die Größe des gewählten Pinchsticks sollte kleiner sein als die des Fingers. Beispiel: Würden Sie eine Größe 5 für das Pinchen der Schablonenmodellage für den ausgesuchten Finger wählen, sollten Sie für das Pinchen des Tip die Größe 6 verwenden. Wenn der Tip im ausgekühlten Zustand aufgelegt wird, kann man sehr gut erkennen, um wie viel die C-Kurve an Wölbung gewonnen hat.

Nun wird der Tip wie gewohnt auf dem Naturnagel angebracht. Beim Setzen des Tips sollte unterschieden werden, ob ein Tip mit oder ohne Auflagefläche gewählt wurde. Immer häufiger werden Tips gewählt, die ohne Auflagefläche nur auf dem äußersten Rand des Naturnagels aufgesetzt werden. Hierbei ist zu beachten, dass an der konkaven Seite der freien Nagelspitze dann eine Treppe entsteht, die beim darauf folgenden Auffülltermin mit der elektrischen Feile angeglichen werden sollte. Wird ein Tip mit Auflagefläche gewählt, muss der freie Nagelrand des Naturnagels an die Form der Auflagefläche angepasst werden. Die Einkerbung entspricht der Rundung der Smileline und wird noch vor dem Setzen angepasst, damit der Tip gut einrasten kann. In unserem Beispiel baten wir Stefanie, den Tip mit dem Pulver/Flüssigkeitssystem zu setzen. Diese Art des Setzens ist eigentlich etwas in Vergessenheit geraten. Als Nail Design sich noch in den Kinderschuhen befand, wurde das Setzen des Tips immer nur mit dem Pulver/Flüssigkeitsgemisch gearbeitet. Durch die Entwicklung der Kleber wurde schließlich mehr und mehr auf das Setzen mit dem Modellagematerial verzichtet. Doch hat das Setzen des Tips mit Kleber einige Nachteile.