Meisterschaften
Im Mai fanden die ersten vom BDND organisierten Meisterschaften auf der Hair & Beauty in Frankfurt statt. 55 Nail Designer aus 9 Ländern hatten sich angemeldet, um sich der Herausforderung zu stellen. Nail Art und Studio Nail Design waren die Aufgabenstellungen, die es unter bestimmten Bedingungen zu arbeiten galt.

Durch die Beurteilung einer unabhängigen und fachlich kompetenten Jury wurden die besten Nail Designer in Nail Art und Nail Design gekürt. Doch es ist für manchen Nail Designer offensichtlich hart, die Kritik und Beurteilung der eigenen Arbeit durch Juroren zu akzeptieren. Schon wenige Tage nach den Meisterschaften behaupteten böse Zungen, dass diese Meisterschaft schon im Vorfeld entschieden gewesen sei. Nur Teilnehmer einer bestimmten Firma hätten die Chance gehabt, einen der ersten drei Plätze zu belegen.
Weder der BDND noch die Juroren haben ein Interesse, Teilnehmer einer bestimmten Firma zu bevorzugen, vor allen Dingen auch deshalb nicht, weil genau diese Firma in der Vergangenheit keinerlei Kontakt zum BDND hatte und seinen Ausbildern von einer Zusammenarbeit mit dem Verband abrät. Warum also würde irgendein Mitglied des BDND dies wohl tun? Für das Team des BDND, das die Organisation mit viel Zeitaufwand und ehrenamtlich abwickelte, muss dies wie eine Ohrfeige wirken. „Wenn ein Nail Designer nicht das Urteil und die Kritik der Juroren hören will – warum nimmt er dann eigentlich an einer Meisterschaft teil?“, so die berechtigte Frage eines Jurors.
Die Teilnahme an einer Meisterschaft sollte dafür genutzt werden, einmal herauszufinden, wie gut die eigenen Leistungen wirklich sind. Dies ist entscheidend wichtig für den eigenen Erfolg im Studio.
Alle Teilnehmer einer Meisterschaft haben diese Möglichkeit. Alle Teilnehmer an Meisterschaften des BDND haben die Garantie, von einer fachlich qualifizierten und unabhängigen Jury beurteilt zu werden. Durch die Herausgabe der Bewewertungsbögen kann sich jeder Teilnehmer mit seiner Kritik an den jeweiligen Juror wenden. Aufgrund dessen Urteils bietet sich für den Teilnehmer die Chance, seine Fähigkeiten kritisch zu sehen und vor allem – sie zu verbessern.

T. Malon
Redaktion Prof Nail

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Mosaik

Arbeitsanleitung
Zuerst bereitet Bianca den Naturnagel auf den Auftrag des Modellagematerials vor. Die Haltbarkeit einer Modellage ist grundsätzlich vom gründlichen Vorbereiten des Naturnagels abhängig. Da bei der Mosaikmodellage unterschiedliche Pulver nacheinander aufgetragen werden, ist eine gleichmäßige Aushärtung nicht möglich. Umso wichtiger sind die optimale Vorbereitung des Naturnagels und ein sauberes und einwandfreies Arbeiten. Nach den Grundarbeitsschritten, wie dem Anheben und Zurückschieben der Nagelhaut, dem Entfernen der abgelagerten Nagelhautschüppchen von der Nagelplatte und dem Mattieren mit einer weichen, gepolsterten Feile, wird eine Schablone unter der Kante der freien Nagelspitze angesetzt. Um die optimale Anhaftung des Materials zu gewährleisten, trägt Bianca einen Dehydrator auf und im Anschluss wird noch ein Haftvermittler verwendet.

Umrandung
Nun zeichnet Bianca die Umrandung der Felder mit schwarzem Pulver. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass das schwarze Pulver trocken verarbeitet wird, damit die schwarzen Farbpigmente nicht auf die Nagelplatte bluten.

Füllen
Nachdem die Umrandung etwas angehärtet ist, wird damit begonnen, die Felder mit den verschiedenen Farbpulvern zu füllen. Während bei der Komplementärfarbarbeit Farben aus dem gleichen Farbspektrum gewählt werden, ist bei der Konträrfarbtechnik darauf zu achten, dass die unterschiedlichsten Farben in die aneinandergrenzenden Felder gefüllt werden. Zuerst verarbeitet Bianca ein sehr helles Gelb. Mit einem kräftigen Orangeton und mit Grün werden die Nachbarfelder und mit Rot, Rosé und Weiß die übrigen Felder der Modellage gefüllt.

Finish
Nun wird die Umrandung des Mosaiks mit etwas goldenem Glitterpulver verziert. Damit wird auch der starke Kontrast zwischen den hellen Farbpulvern und der schwarzen Umrandung etwas gemildert. Um eine glatte und gleichmäßige Oberfläche zu erhalten, wird das fertige Mosaikdesign nochmals mit klarem Pulver überzogen. Nehmen Sie für den Überzug aber nur wenig klares Pulver und arbeiten Sie nur eine sehr dünne Schicht über das Design. Zum Abschluss wird beim Mosaiknagel die Modellage in Form gefeilt und auf Hochglanz poliert. Beim Blick in den Tunnel (Bild 7) und auf die Seitenansicht ist sehr schön zu erkennen, dass der modellierte Nagel trotz der unterschiedlichen Produktaufträge gleichmäßig und schön geformt ist.

Konträrfarben
Durch die Verwendung von Konträrfarben wirkt das Mosaikdesign sehr viel ausdrucksstärker als die Farbkomposition die Elena Maltseva für das Coverbild gewählt hat. Da die Ansprüche der Kunden aber sehr unterschiedlich sind, und sicherlich auch einige Ihrer Kunden in Bezug auf Designarbeit die etwas gedecktere bevorzugen, kann anhand der hier gezeigten Variationen der Unterschied erklärt werden.

Komplementär
Wir haben Elena gebeten, uns die exakte Arbeitsanleitung für das Coverbild zu senden. An der hier gezeigten Erklärung kann schön erkannt werden, wie die Modellage als ganzes Set gearbeitet wird. Elena führt die Umrandungen gleich von Beginn an mit drei verschiedenen Pulvern aus. Zuerst trägt Elena nach den Grundarbeitsschritten der Vorbereitung des Naturnagels eine sehr feine Zeichnung mit schwarzem Pulver auf. Wenn die Umrandung mit mehreren Farben gearbeitet werden soll, muss jede einzelne Lage sehr viel feiner und mit weniger Produkt gearbeitet werden. Im nächsten Arbeitsschritt grenzt Elena die Umrandung nochmals mit orangefarbenen Pulver ein. Dies gibt der Umrandung eine weitere Dimension. Die schwarze Umrandung wird im Anschluss daran mit goldenem Glitterpulver abgedeckt. Elena arbeitet auch jeden Arbeitsschritt an jedem Finger. Dies erspart einiges an Arbeitszeit, muss aber bei den formgebenden Arbeitsschritten berücksichtigt werden. Unter Umständen kann dann die Modellage nicht mehr gepincht werden, weil die Umrandung schon zu lange ausgehärtet ist und durch den Druck zu leicht brechen könnte.

Füllen der Formen
Mit einem sehr zarten Hellgelb füllt Elena nun die ersten Felder. Elena achtet hierbei darauf, dass sie für die gleiche Farbe unterschiedliche Felder auf den Nägeln belegt. Dies macht das Design etwas variabler und das Erscheinungsbild von Nagel zu Nagel unterschiedlich. Mit einem sehr zarten, orangefarbenen Pulver werden die nächsten Felder gefüllt. Um auch in die komplementär abgestimmten Farben etwas Abwechslung zu bringen, verarbeitet Elena nun ein kräftiges Orange, das aber im gleichen Farbspektrum der vorher gearbeiteten Felder liegt. Mit weißem und etwas kräftigerem, gelbfarbenen Pulver werden die restlichen Felder gearbeitet.

Finish
Um die Oberfläche ebenmäßig zu verschließen, wird die Modellage nun mit einem klaren Pulver überzogen. Achten Sie hierbei darauf, dass nicht zu viel Produkt verarbeitet wird, da die Modellage sonst zu dick und unförmig erscheinen könnte. Nachdem das Produkt angehärtet ist, wird die Modellage in Form gefeilt und wie gewohnt auf Hochglanz poliert bzw. mit einem Klarlack überzogen.
Wegen der unterschiedlichen Farbkompositionen erscheint der Mosaiknagel sehr variabel und kann wirklich jedem Geschmack und jeder Altersgruppe angepasst werden. Reizvoll ist es auch, die Variation mit farbigen Liquids zu arbeiten. Hierbei erhält die Modellage den Anschein von Tiffanyglas, der sehr grazil und beinahe zerbrechlich wirken kann.

www.nailstyle-nagelstudio.de





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Handschuhe

Handschuhe

Nail Designer tragen Handschuhe während der Arbeit aus einer Anzahl von Gründen: In erster Linie möchten Sie sich vor möglichen allergischen Reaktionen auf Produkte, die in der Nagelindustrie verwendet werden, schützen. Da Allergien immer mit einer Sensibilisierung des eigenen Immunsystems zusammenhängen, muss aus diesem Grund schon bei der Ausbildung mit dem Tragen von Handschuhen begonnen werden. Eine Allergie kann niemals geheilt, sondern bestenfalls nur verhindert werden. Glücklicherweise wird während der meisten Ausbildungen das Tragen von Handschuhen empfohlen und hierdurch schon die beste Grundvoraussetzung zur Verhinderung einer Allergie geschaffen. Zum Zweiten werden hygienische Gründe für das Tragen von Handschuhen angeführt. Durch die Verwendung von Handschuhen wird die Kontamination durch Viren, Bakterien und Pilzsporen vermieden. Darüber hinaus müssen die Hände weniger oft gewaschen werden, was dem Säureschutzmantel der eigenen Haut zugutekommt. Auch der Schutz vor Verletzungen beim Feilen wird als Grund für das Tragen von Handschuhen angeführt. Dies ist natürlich nur für die Feilarbeit mit der manuellen Feile richtig. Beim Gebrauch einer elektrischen Feile nutzt das Tragen von Handschuhen als Schutz nur wenig. Als weiteren Grund für das Tragen von Handschuhen wird oftmals der Schutz der eigenen Nagelmodellage angeführt. Wenn Sie während der Arbeit Handschuhe tragen, bleibt ihre eigene Modellage länger schön.

Die richtige Auswahl
Oftmals erzählen Kolleginnen, dass das Tragen von Handschuhen unangenehm sei. Nail Designer klagen, dass sie nicht genügend Gefühl für die Kundin hätten und das Verwenden einer Feile mühevoll sei, wenn Handschuhe getragen würden. Ebenso oft wird aber erzählt, dass das Tragen von Handschuhen eine reine Gewohnheitssache sei. Wenn ein Nail Designer schon während der Ausbildung zum Tragen von Handschuhen angehalten wurde, ist dies später ständige Routine. Ein gut sitzender Handschuh funktioniert genauso wie die nackte Hand. Dies ist auch der Grund, warum es so wichtig ist, den richtigen Handschuh auszuwählen. Hier ein paar Kriterien, gemäß denen die Handschuhe ausgewählt werden sollten:

1. Sicherheit (gegen Allergien und Kontaminierung),

2. Gebrauch (Tragekomfort, Lebensdauer, mechanische Anwendung), Kosten (ökonomischer
Faktor) und

3.  Aussehen.

Sicherheit
Wie viel Sicherheit das Tragen von Handschuhen bringt, ist meist vom Material, aus dem die Handschuhe gefertigt wurden, abhängig.

Aus PE (Polyethylen) ist ein Handschuh, der (beinahe) durchsichtig ist und meist an Tankstellen zum Betanken der Fahrzeuge ausgegeben wird oder von Verkäufern an der Brot-oder Wursttheke verwendet wird. PE ist ein sehr leichtes und dünnes Material, das für die Arbeit im Nagelstudio ungeeignet ist.

Latex: Durch die weit verbreitete Latexallergie ist Nail Designern und anderen Berufsgruppen vom Tragen von Handschuhen aus Latex abzuraten. Auch die gepuderten Handschuhe aus Latex sind ungeeignet für das Nagelstudio. Der verwendete Puder beinhaltet minutiöse Eiweißanteile des Latex, die nach dem Abstreifen der Handschuhe in der Atemluft des Studios nachgewiesen werden können. Es lohnt sich, teurere Latexhandschuhe zu bevorzugen. Die qualitativen Unterschiede machen sich gerade in Bezug auf allergische Reaktionen bemerkbar.

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Stilettos

Form
Die Form des Stilettonagels gewinnt in den letzten Monaten immer mehr an Popularität. Allein bei den deutschen und internationalen Nail Art-Meisterschaften in Frankfurt zeigten rund 80 % der Teilnehmer Kreationen in Stilettoform. Wir haben in vielen Ausgaben immer wieder die Modellage und Verlängerung von Fingernägeln im Detail gezeigt. Wir haben Details über Basis- bzw. Seitenlinien, Stresspunkt und Arch sowie die Formlinie und den Tunnel oder die C-Kurve erklärt. Bei der Modellage von Stilettonägeln sind einige Dinge zu beachten, die wir Ihnen heute nahebringen wollen. Auf den nächsten Seiten haben wir Ihnen detaillierte Schritt-für-Schritt-Beschreibungen für die Verarbeitung mit Gel und auch Pulver-Flüssigkeit zusammengestellt.
Die grundsätzliche Definition eines Stilettonagels ist, dass bei ihm die Seitenlinie mit der Konturlinie zusammentrifft. Dies bewirkt natürlich, dass der Stilettonagel sehr viel länger gearbeitet wird, als die Länge des Nagelbettes üblicherweise zulässt. In der Regel geht man davon aus, dass die maximale Länge einer Modellage so gestaltet wird, dass die freie Nagelspitze höchstens die Länge des Naturnagelbettes aufweist. Bei der Stilettomodellage ist die Verlängerung mehr als 1½-mal so lang wie das Nagelbett. Dies hängt mit der Breite des Nagelbettes im Vergleich zur Länge zusammen. Je breiter der Nagel, desto länger wird die Seitenlinie, bis sie sich mit der Konturlinie (Seitenansicht des Nagels) trifft.

Gel
Vor dem Anbringen der Modellageprodukte wird der Nagel gründlich vorbereitet. Wie auch bei einer Modellage mit eckiger Verlängerung, wird die Nagelhaut von der Nagelplatte abgehoben und sanft zur Matrix zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden mit der Mineral- bzw. der elektrischen Feile gründlich von der Nagelplatte entfernt. Die Nagelplatte wird mit einer weichen Feile oder Buffer in Wuchsrichtung mattiert und der hierbei auftretende Staub mit einer Nagelhautbürste abgenommen. Da der Stilettonagel sehr viel länger modelliert wird, ist eine gründliche Vorbereitung ein absolutes Muss!