Nail Design im Rampenlicht

In den letzten Wochen und Monaten erhielten wir eine Anzahl von Anfragen aus den Bereichen Frauenpresse und von Fernsehsendern. Die meisten von Ihnen haben sicherlich den Beitrag über Frank Schäberle gesehen und den entsprechenden Bericht in der Frauenzeitschrift gelesen. Aber es sind noch mehr Beiträge in Planung und wir freuen uns, dass immer wieder Anfragen von dieser Seite an uns herangetragen werden. Warum uns dies so wichtig ist? Ganz einfach: Durch die Berichterstattung in den Medien wird der Endverbraucher auf diese Serviceleistung und den Beruf des Nail Designers aufmerksam. Mehr Kunden informieren sich über den Besuch im Nagelstudio und die Ausbildungen der Industrie. Wenn Sie diese Personen von Ihrem Angebot überzeugen können, bringt das mehr Umsatz und ein Wachstum in unserer Branche, Wachstum, das auch für uns als Fachpresse wichtig ist.

Unsere Unterstützung und Mithilfe bei den Berichterstattungen ist also nicht uneigennützig. Doch unsere Leser und Inserenten haben den primären Nutzen, da das Interesse in erster Linie Ihnen gilt. Wir hoffen, dass wir Sie auch im nächsten Jahr durch unsere Arbeit und unser Engagement unterstützen dürfen. Für Ihr Vertrauen in uns und unsere Arbeit an dieser Stelle herzlichen Dank. Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest und einen erfolgreichen Start in das Jahr 2008.

T. Malon und Jo Metze
Redaktion Prof Nail

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Lapislazuli

Natürlich beginnt auch diese Modellagearbeit mit der gründlichen Vorbereitung des Naturnagels. Nach dem Zurückschieben und Entfernen der Nagelhaut wurde auf dem Nagel ein opakes Modellagematerial verwendet, um das Nagelbett abzudecken. Nach dem Ansetzen der Schablone überzog Stefanie den Naturnagel mit diesem Material und modellierte eine schöne Smileline. Verfügt der Kunde über kein schönes Nagelbett, kann bei diesem Arbeitsschritt das Nagelbett auch optisch etwas verlängert werden. An der Kante der Smileline wird nun die Modellage der freien Nagelspitze begonnen. Hierzu verwendete Stefanie ein nachtblaues Glitzerpulver. Der Unterschied zwischen dem Nagelbett und der Spitze kommt hiermit ganz besonders gut zur Geltung. Stefanie arbeitet einen Farbverlauf und nimmt ein helleres Blau für den Verlauf des nachtblauen Pulvers. Nachdem Stefanie mit weißem Pulver zwei Blüten auf die freie Nagelspitze modelliert hat, nimmt sie einen Zahnstocher und kratzt etwas Material vom Untergrund. Danach setzt sie vorsichtig weißes Pulver in die gezeichneten Ritzen. Unterschiedliche große und farblich auf das Motiv abgestimmte Strasssteinchen werden nun eingesetzt. „Gerade bei der Platzierung der Verzierung wird das Motiv oftmals zerstört. Die Steinchen dürfen das Motiv nicht überdecken, sondern sollten so platziert werden, dass sie dem Motiv den endgültigen Schliff geben und die Arbeit unterstreichen. Weniger ist bei den meistern Motiven wirklich mehr“, erklärt Stefanie.

Im nächsten Arbeitschritt wird das Motiv mit klarem Modellageprodukt überzogen. Bei diesem Bällchen achtet Stefanie darauf, dass es etwas feuchter als gewöhnlich gearbeitet wird. So wird das modellierte Motiv gut in das Modellageprodukt eingebettet und es entstehen keine Zwischenräume, die später zu Problemen beim Tragen führen könnten. Auf dem Nagelbett wird nur eine winzige Menge Produkt aufgetragen und die Modellagearbeit fertiggestellt. Nun wird das Produkt in Form gefeilt und die Oberfläche mit dem Buffer und dem Hochglanzpolierer aufpoliert. Um das Design weiter zu perfektionieren, überzieht Stefanie den Nagel zum Abschluss mit einem Glanzlack und setzt entlang der Nagelfalz Strasssteinchen in den Farben des Designs auf. Dies gibt der fertigen Modellage einen asiatischen Touch, der mit dem Lapislazuliuntergrund an einen wertvollen und kunstvoll erstellten Wertgegenstand erinnert.




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Perfekte French Modellage

Nach der gründlichen Vorbereitung des Naturnagels wird zunächst Haftgrundierung aufgetragen. Wichtig ist hierbei, dass die Haftgrundierung nur auf den Naturnagel aufgetragen wird, da diese die Basis für das Haft-Gel darstellt. In einer dünnen Schicht wird im nächsten Arbeitsschritt das Haft-Gel auf den gesamten Nagel aufgetragen und im Lichthärtungsgerät ausgehärtet. Nun erfolgt die eigentliche Modellage des Nagels. Hierzu wird zunächst eine dünne Kontaktschicht, die nicht ausgehärtet wird, mit Power-Gel Rosa auf den Nagel aufgebracht. Anschließend wird das Modellier-Gel in Form eines Tropfens auf dem Nagelrücken abgelegt und mit einem Pinsel zu den Rändern hin ausgestaltet. Die Arch bzw. der Stresspunkt wird passend zur Nagellänge und zum Nageltyp modelliert und die freie Nagelspitze (beim Naturnagelüberzug) mit Gel eingefasst, um Liftings an der Nagelspitze zu vermeiden. Alternativ kann die Modellage auch mittels einer Schablone gearbeitet und der Naturnagel verlängert werden. Nach erfolgter Aushärtung beginnt die Feinarbeit. Mit einer Feile wird die Nagelform herausgearbeitet und überschüssiges Gel — insbesondere am Nagelrand und an der Nagelspitze — entfernt. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Nagel eine gleichmäßige Oberfläche mit einer schönen Wölbung (Arch) erhält und dass das Gel an den Rändern keine Erhebung aufweist. Die Betonung der Nagelspitze erfolgt dünn mit dem lichthärtenden Farblack Nail Polish White oder Ultra White. Bei der Gestaltung der Nagelspitze sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Smileline kann parallel zum Nagelrand, schräg oder dreieckig, als Chevron gestaltet werden – ganz nach dem Geschmack und der Vorliebe der Kundin. Der Vorteil bei dieser Art von French Modellage ist, dass der Auftrag des Farblackes an der weißen Nagelspitze keine Erhabenheit auf der Modelalge hinterlässt. Überzogen mit einem Glanz- bzw. Finish-Gel ist die French Modellage so einfach aufzutragen, als wäre sie mit dem herkömmlichen Nagellack gearbeitet. Den letzten Schritt der French Modellage stellt das Auftragen des Glanz-Gels dar. Nach erfolgter Aushärtung des Glanz-Gels bildet die Pflege der Nagelhaut mit einem Nagelhautöl oder Nagelpflegestift den Abschluss der Behandlung.




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Dragon

Nun wird mit der eigentlichen Modellagearbeit begonnen. David nimmt nun ein großes Produktbällchen auf. Für das Design hat er einen Untergrund von rotem und goldenem Glitterpulver vorgesehen. Er mischt diese beiden Pulver in einem Bällchen und erreicht somit eine sehr effektvolle Basis für sein Design. Das Produktbällchen wird über die gesamte Stilettospitze verteilt. Bis zur Spitze werden immer weniger Glitterpartikel sichtbar. Nun wird ein wenig schwarzes Farbpulver aufgenommen und damit die äußerste Spitze des Stilettonagels modelliert. Um den Effekt des Designs noch weiter zu verstärken, modelliert David eine stark hochgezogene und dramatische Smileline. Dies macht den modellierten Nagel noch eleganter und unterstreicht die Stilettoform. Natürlich ist bei jedem Nagel das Design anders. Der Schwanz und Körper des Drachens schlängelt sich über die gesamte Nagelmodellage und zeigt auf jedem Nagel unterschiedliche Windungen und Ansichten. Wir haben Ihnen einige Details über die Modellage des Schwanzes zusammengestellt. Hierzu wird weißes Pulver aufgenommen und die Spitze des Pinsels in ein silberfarbenes Glitterpulver getaucht. Dann wird das Bällchen an die Smileline angesetzt, um den Beginn der Designs darzustellen. Mit der Pinselspitze werden nun die Bällchen in der Mitte eingedrückt, sodass die Ränder etwas erhaben sind. Nach und nach wird eine Reihe von Bällchen in der gleichen Weise aufgenommen und auf dem Nagel aneinandergesetzt. Die einzelnen Produktbällchen müssen die gleiche Größe und Menge an Produkt enthalten, um auf dem Nagel auch die gleiche Größe des Designs zu ergeben. Allmählich formt David eine lange Schlange (bzw. den schuppigen Schwanz des Drachen), die diagonal über die freie Nagelspitze läuft. Immer wieder drückt er den Mittelpunkt der Bällchen aneinander, damit der Schwanz als eine Einheit über die Modellage läuft. Nachdem die Reihe von Bällchen gesetzt wurde, wird nun daran eine Reihe von Strasssteinchen platziert. Unterschiedliche Größen von Strasssteinchen ergeben einen effektvollen Kontrast zur Kette von Bällchen, die den Schwanz des Drachens darstellen. In die Zwischenräume zwischen den Strasssteinchen setzt David kleine silberfarbene Perlen, die das Design perfektionieren. Natürlich muss die Designmodellage mit klarem Produkt überzogen werden. David beginnt mit der Spitze des Stilettonagels und baut die Arch entsprechend auf. Gerade bei der Stilettomodellage muss auf die Ausarbeitung der Arch bzw. des Stresspunktes geachtet werden. Nachdem das Produkt klopffest ausgehärtet ist, wird die Modellage gepincht. „Hierbei muss man mit sehr viel Gefühl arbeiten. Der Nail Designer läuft Gefahr, die Stilettomodellage zu stark zu pinchen und so ein leichtes Einbrechen der Nagelspitze zu verursachen“, so der Tipp des Profis. Im nächsten Bild sieht man sehr schön, wie der Stilettonagel an beiden Seiten der Smileline mithilfe einer Pinzette in Form gepincht wird. Ist das Modellagematerial genügend angehärtet, wird der Nagel in Form gefeilt. Hierzu muss der gerade Verlauf der Seitenlinie unbedingt beachtet werden. „Drehen Sie den Nagel auch so, dass sie ihn aus der Sicht des Kunden sehen können. Dies hilft ungemein, den Stiletto in eine optimale Form zu bringen“, lässt uns David wissen. Die Formbefeilung wird mit großer Sorgfalt vorgenommen. Die Spitze des Nagels ist so zugefeilt, dass sie eigentlich schon „waffenscheinpflichtig“ ist. „Gerade beim Stiletto halte ich nichts von abgerundeten Spitzen. Wenn Stiletto – dann ganz Stiletto!“, so David Fowler über die von ihm perfektionierte Form dieser Modellage.