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Élégance

Betrachtet man die fertige Arbeit der hier gezeigten Modellage, kommt man wohl auf keinen treffenderen Titel: „Élégance“ beschreibt genau diese exquisite Arbeit. Die French Modellage ist die Serviceleistung, die in deutschen Nagelstudios am häufigsten gearbeitet wird. „Passend zu jedem Outfit, zu jeder Gelegenheit, klassisch und chic“, so beschreiben die Kunden die Arbeit, wenn sie nach dem Termin das Studio verlassen. Die Form der French Modellage ist meist eckig, wobei die vorderen Enden seitlich etwas abgerundet sind, um einen besseren Tragekomfort zu erreichen. In den letzten Jahren gewann die Stilettoform an Popularität. Doch als French Stiletto wird diese Form nur selten verlangt. Wir haben uns während des letzten Fotoshoots in der Redaktion eine Variante der traditionellen French Modellage ausgedacht – die Form „Élégance“ wurde kreiert und von Diana Hattwig für die Prof Nail gearbeitet.

Hintergrund Eine Zielgruppe für ein Nagelstudio wird mit dem üblichen Serviceangebot nicht oder nur selten erreicht: Frauen zwischen Mitte vierzig und darüber können sich weder mit bunt dekorierten Stilettos noch mit einer eckigen Studio-French-Modellage wirklich identifizieren. Sie stehen meist in guten Positionen im Beruf und möchten einfach nur gepflegte Hände und Nägel haben. Die ersten Anzeichen des Alters sind auf den Händen zu sehen und es sollte nicht noch mit auffälliger Nail Art oder Formen Aufmerksamkeit auf die Hände gelenkt werden. „An den Händen sieht man als Erstes das Alter einer Person“, so die Meinung vieler Fachleute. Wie kann man also diese Kundengruppe zu einem Besuch im Studio bewegen? Die finanziellen Möglichkeiten besitzt die Kundin, doch sie ist meist nicht gewillt, für einen aus ihrer Sicht fragwürdigen Service dieses Geld auszugeben. Diese Zielgruppe trägt meist Markenkleidung von bekannten Designern und gönnt sich auch einmal eine Handtasche für mehr als 500 Euro. Ein Preis von ca. 80 Euro wäre also kein Hindernis, wenn die Serviceleistung für die Kundin attraktiv wäre. Wir denken, dass mit Dianas Modellagearbeit genau diese Zielgruppe angesprochen wird.
Arbeitsweise Vor Beginn des eigentlichen Produktauftrags wird der Naturnagel vorbereitet. Hierzu wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden mit einem Spatel von der Nagelplatte entfernt und der Nagel in Wuchsrichtung mit einer weichen Feile mattiert. Die freie Nagelspitze wird in Form gefeilt und die Schablone angesetzt. Wählen Sie nun einen Modellagekunststoff im Hautton zur Abdeckung des Nagelbetts aus. Achten Sie hierbei darauf, dass die Farbe des Produkts so ähnlich wie möglich an den Hautton angepasst wird. Gegebenenfalls sollten Sie mit Farbpulvern (gelb, rosé, etc.) nachhelfen, um einen wirklich passenden Ton zu kreieren. Das Nagelbett wird nun mit dem Kunststoff abgedeckt und optisch verlängert. Durch den deckenden Kunststoff wird auch später kein Nachwuchs zur freien Nagelspitze sichtbar, was für diese anspruchsvolle Kundengruppe von großer Bedeutung ist. Um den Fingernagel optisch zu verlängern, arbeitet Diana eine hochgezogene und dramatisch geformte Smileline. „Selbst bei einem kurzen Nagelbett kann man hier sehr schöne Formen erzielen“, erklärt Diana. Nun nimmt sie ein Produktbällchen mit weißem Material auf und modelliert die Verlängerung. „Die Arbeitsweise der neuen Form war mir zu Beginn der Arbeit noch nicht so ganz klar. Eigentlich habe ich genug Produkt aufgenommen, um eine eckige French Modellage zu arbeiten“, berichtet Diana. Sie formt die Verlängerung und schiebt das Produkt direkt an die Smileline. Akribisch achtet Diana darauf, dass selbst die hochgezogenen Flügel der weißen Spitze exakt modelliert werden. Mit dem sauberen Pinsel wischt Diana entlang der Smileline, um etwaige Schatten des Produkts auf dem verlängerten Nagelbett zu entfernen. „Nun würde bei einer normalen French Modellage mit klarem Produkt der Nagel überzogen werden. …

Mit Dank an Diana Hattwig
www.zauber-nails.de

 

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Cotton Candy

Heute stellen wir Ihnen zwei Designer aus Finnland vor, die an der „Nail Noblesse“ in Düsseldorf teilnahmen und im Bereich „Pulver-Flüssigkeits-Modellage“ Platz drei und vier mit nur einem Punkt Unterschied belegten. Päivi Kurmann und Hanna Sokajärvi, beides Ausbilder für ONS in Finnland, sind aber nicht nur erstklassige Designer im Pulver-Flüssigkeits-System; sie haben uns auch einen Beitrag für das Gel-Design geliefert, der sehr effektvoll und „stylish“ ist und im Studio mit ein wenig Übung leicht nachgearbeitet werden kann.
Schritt für Schritt
Natürlich wird zuerst der Naturnagel auf den Produktauftrag vorbereitet. Hierzu wird die Nagelhaut von der Nagelplatte angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden mit einem Spatel von der Nagelplatte entfernt und der Nagel mit einer weichen Feile in Wuchsrichtung mattiert. Nachdem die freie Nagelspitze mit einer Profifeile in Form gebracht wurde, kann nun die Schablone unter der Kante angesetzt werden. Als erste Produktschicht trägt Hanna eine dünne Lage klares Modellage-Gel über die freie Nagelspitze auf. „Dadurch wird der Produktauftrag mit schwarzem Gel leichter, da das Farbgel auf der Unterlage gleitet“, erklärt Hanna. Mit dem schwarzen Gel, das Hanna für die Stilettospitze ausgesucht hat, wird nun die Verlängerung modelliert. Nun wird ein deckendes, rosafarbenes Gel auf dem Nagelbett aufgebracht. „Bei diesem Design habe ich das Farbgel auf der Spitze immer etwas abstrakt mit in das Nagelbett gezogen. Erst nach dem Auftrag des Farbgels für das Nagelbett und der ersten Verzieh-Ornamenten auf der Spitze habe ich die Schichten miteinander im UV-Lichthärtungsgerät ausgehärtet“, lässt uns Hanna wissen. Mit weißem Gel setzt Hanna nun einige Linien und Schnörkel auf das schwarze Gel der Spitze auf und verzieht das Weiß zu einem Ornament. Nach dem Aushärten werden in die Inhibitionsschicht weitere Gel-Ornamente gesetzt und zu Blumendesigns verzogen. „Das Schöne am Arbeiten in der Verziehtechnik mit Gel ist, dass man sich für das Ornament Zeit lassen kann. Jeder Nail Designer kennt die Verziehtechnik mit Lack; doch wenn der Lack auszuhärten beginnt, kann man kein schönes Design mehr ziehen und es verbleiben Furchen im Überzug. Bei der Verziehtechnik mit Gel hat man die Zeit, um wirklich schöne und detaillierte Ornamente zu erstellen“, erläutert Hanna ihre Wahl der Produkte.

www.odysseynail.fi

 

 

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Erdbeeren mit Sahne

Typisch für den Sommer – der wohl beliebteste Nachtisch, den man seinen Gästen servieren kann: frische Erdbeeren mit Sahne. Das Design wurde von Milena Frusteri von trendnails international für unsere Sommerausgabe gearbeitet. Der elegante und stylische Eindruck dieser Modellage wird durch die extreme Länge der Stilettos unterstrichen. Vor nur wenigen Jahren revolutionierten die Stilettos den Nail-Design-Markt. Seit dem Herbst 2006, als wir von der Prof Nail das erste Stiletto-Titelbild veröffentlichten, wurde diese Form noch als alltagsuntauglich bezeichnet. In der Zwischenzeit sieht man auf Messen und in Fachzeitschriften immer mehr Modellagen, die wegen ihrer extravaganten Stilettoform einen Blickfang darstellen. „Selbst viele Kunden verlangen nun die Stilettoform im Studio“, erzählte eine Kollegin, die erst kürzlich in der Redaktion bei einem Fotoshoot arbeitete. „Heute ist diese Form aus der Nagelindustrie im deutschsprachigen Raum nicht mehr wegzudenken.“
Anleitung
Gerade bei der hier gearbeiteten extremen Länge ist die gründliche Vorbereitung des Naturnagels sehr wichtig. Hierfür wird die Nagelhaut von der Nagelplatte vorsichtig angehoben und zum Nagelfalz geschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden sorgsam von der Nagelplatte entfernt und diese mit einer weichen Feile in Wuchsrichtung mattiert. Nun wird die freie Nagelspitze mit einer Profifeile in Form gebracht. Der Nagel ist jetzt für den Produktauftrag vorbereitet. Die Nagelplatte wird anschließend mit einem Dehydrator entfettet und der Haftvermittler, hier „Ultra Bond“, aufgetragen. Die erste Schablone wird gesetzt. Danach deckt man die Nagelplatte mit einem Camouflage-Gel ab und verlängert sie gleichzeitig. Nach der Aushärtung im UV-Lichthärtungsgerät wird die Inhibitionsschicht mit einem Zellstoffpad abgenommen. Gleichzeitig entfernt man auch die Schablone und feilt die Verlängerung in Form. Jetzt muss wiederum eine Schablone angesetzt werden. Um diese Länge modellieren zu können, wird mit der Ausstanzung der Schablone diese vor dem Setzen verlängert. Achten Sie beim Setzen der Schablone darauf, dass die Form beibehalten wird und diese eng an der vorher gearbeiteten Verlängerung anliegt. Nun verlängert man mit dem weißen Modellage-Gel „Super White“ die Modellage weiter. Hierbei ist zu beachten, dass mit einem standfesten Gel gearbeitet wird, das man zur Verlängerung direkt auf die Schablone aufträgt. Bei dem hier gezeigten Beispiel wird die Schablone nach dem Aushärten abgenommen und nach dem Abnehmen der Inhibitionsschicht wird die Modellage wiederum in Form gefeilt. Nochmals wird eine verlängerte Schablone angesetzt, um die weitere Modellagearbeit zu ermöglichen. Mit einem superstabilen, klaren Modellage-Gel (Builder Gel „Clear“) wird nun die XXL-Stiletto-Form modelliert und diese Schicht ausgehärtet. Danach überzieht man die komplette Modellage nochmals mit klarem Gel und baut die Arch auf.
Mit Dank an Alex Beauty


www.alexbeauty.de