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The Bridge

„Geheimnisvoll schimmernde Abgründe von Seen – Sonnenlicht, das glitzernde Tiefen sichtbar macht – Seerosen, die mit riesigen Blüten die Ufer zieren – …“, alle diese Gedanken drängen sich dem Betrachter dieser Bilder einer umwerfenden Kreation auf.

Das Zusammenspiel von Farbe, Form und Gestaltung spielt beim Design von Modellagen immer häufiger eine große Rolle. Nicht nur ein paar Blüten auf die Nägel gesetzt oder ein wenig Farbpulver in die Modellage gemixt – nein, wer heute seine Kunden überzeugen will, muss alle Möglichkeiten der Gestaltung in die Modellagetechnik mit einbeziehen! Päivi Kurmann, Ausbildungsleiterin der Firma ONS in Finnland, begeisterte bereits in der letzten Ausgabe mit einem sehr einfachen und dennoch effektvollen Gel-Design unsere Leser. Heute zeigt uns Päivi ihr Können im Bereich des Pulver-Flüssigkeits-Systems.

Schritt für Schritt

„Das Design der Modellage sollte dem Stil der Kundin angepasst werden. Einige meiner Kunden bevorzugen eher schlichte und einfache Modellagen, während andere sich schon bei der Farbwahl von der großen Auswahl der heute erhältlichen Produkte leiten lassen“, erklärt Päivi . „Kombiniert mit extravaganten Formen kommen gerade die Farbgele bzw. Farbpulver, die heute in der Nagelindustrie erhältlich sind, wirklich ‚klasse‘ zur Geltung.“ Nachdem Päivi den Naturnagel auf den Produktauftrag vorbereitet hat, wird eine Schablone unter den freien Nagelrand angesetzt. Mit einem deckenden Modellagepulver wird nun die Nagelplatte verlängert und die Smileline in einer Chevron geformt. Mit Colordrops, die man in das Liquid gibt und dann mit klarem Pulver verarbeitet, wird die Verlängerung modelliert (Bild 2). Benutzt man das farbige Liquid mit klarem Pulver, entsteht ein Effekt wie von buntem Glas. Aber man kann das farbige Liquid auch mit weißem Pulver verwenden, um einen deckenden Effekt zu erhalten“, weiß Päivi . Entlang der spitz zulaufenden Smileline setzt Päivi grünes Glitterpulver auf und lässt dieses zur Spitze der Modellage hin auslaufen. „Damit der Glaseffekt zur Geltung kommt, sollte man das Glitterpulver nicht komplett über die Verlängerung ziehen“, rät Päivi . Nun wird der Nagel nochmals mit klarem Modellageprodukt überzogen. Hierbei ist auf eine ausgeprägte Arch zu achten, um die spätere Form der Modellage zu ermöglichen. Nachdem das Produkt angehärtet ist, kann die Schablone entfernt und die Modellage danach in Form gepincht werden. Beim Pinchen wird die Kante der Bridge nochmals von den Seiten her zusammengedrückt und damit sichtbar. Hierzu darf aber das Produkt noch nicht zu hart sein, sonst könnte es bei diesem Arbeitsschritt leicht zu einem Bruch in der Modellage kommen. „Die außergewöhnliche Form ‚Bridge‘ wird mit der Feile herausgearbeitet. Trang Nguyen hat diese Form schon 2004 in Russland auf einer Messe gezeigt. Seitdem gehört die Erarbeitung der Bridge-Form zur Standardausbildung für das Ausbilderteam von ONS“, erläutert Päivi . …

Mit Dank an Päivi Kurmann
www.odysseynail.fi

 

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Blue Smoke

Dem Aussehen der Modellagen sind heute kaum noch Grenzen gesetzt. Durch die riesige Auswahl an Farb- und Glitterprodukten sowie Nail-Art-Accessoires sind die Gestaltungsmöglichkeiten schier endlos. Meist ist der Faktor Zeit das einzige Kriterium, das beim Kunden noch für Begrenzungen sorgt. Einfache und dennoch stilvolle Kreationen sind heute gefragter denn je. Diana Hattwig, die in der letzten Ausgabe für uns die neue Modellage „Élégance“ erstellte, kreierte für diese Ausgabe eine ebenso elegante Stilettomodellage für den Discoabend. Hierfür wurden neben den regulären Modellageprodukten (Pink und Clear) ein irisierendes Glitterpulver und einige passende Pailletten verarbeitet. Für einen Finger wurden zusätzlich noch schwarzes Pulver und Strasssteinchen benötigt.

Ringfinger

Einen Finger hat Diana ausgespart, weil sie diesen optisch mehr hervorheben will. Für den Ringfinger verändert sie die Arbeitsweise etwas und modelliert mit sehr wenig Aufwand ein tolles Design.

Nach den Grundarbeitsschritten wird auch beim Ringfinger das Nagelbett mit opakem Pulver überzogen und optisch verlängert. Mit schwarzem Acrylpulver modelliert Diana nun die Stilettospitze. „Schwarzes Pulver muss sehr trocken gearbeitet werden. Wenn zu viel Liquid verwendet wird, blutet das Pigment im Pulver zu leicht aus und verursacht einen unschönen Schleier auf der restlichen Modellage“, lässt und Diana wissen. Entlang der Smileline wird nun wiederum irisierendes Glitterpulver mit klarem Produkt aufgetragen. Auch an der Spitze des Stilettos trägt Diana ein wenig Glitterpulver auf. Darüber werden wieder einige irisierende Pailletten gelegt. „Wegen des schwarzen Pulvers, das ich als Untergrund verwendet habe, schillern die Pailletten nun grünlich“, erläutert Diana. Nun wird auch dieser Nagel mit klarem Pulver überzogen und die Arch ausgearbeitet. Nach dem Anhärten des Produkts stellt Diana den Schmucknagel wie gewohnt fertig. „Zum Abschluss lege ich noch Strasssteinchen in den Versiegelungslack ein. Durch das verwendete schwarze Pulver kommen die Swarowski-Steine ganz besonders gut zur Geltung“, meint Diana.

Gesamteindruck

Auch wenn der Gesamteindruck dieser Arbeit sehr schillernd und aufwendig ist, waren für diese Modellage nur wenige Hilfsmittel nötig. Ein toller Effekt und eine „klasse“ Arbeit!


Mit Dank an Diana Hattwig
www.zauber-nails.de

 

 

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Scheherazade

„Ich habe schon von Beginn meiner Karriere als Nail Designer an die Nägel meiner Kundinnen beinahe ausschließlich mit Schablonenmodellage verlängert“, berichtet Chantal, die schon seit vielen Jahren ein Studio betreibt und ihren Lebensunterhalt damit bestreitet. „Meine Kunden waren und sind noch heute total fasziniert, dass man über einer angesetzten Schablone und mit ein wenig Modellagekunststoff Verlängerungen modellieren kann, die haltbar und stylish zugleich sind. Mit einer Schablonenmodellage zeigt der Nail Designer sein Können. Selbst erfahrene Kollegen haben Mühe, sich ihre eigenen Nägel mittels Schablonen zu verlängern“, so das Fazit von Chantal Schwede, die heute als Ausbilderin für die Firma Magnetic Nails in Stuttgart arbeitet.

Anleitung

Wie vor jeder Modellagearbeit wird zuerst der Naturnagel auf den Produktauftrag vorbereitet. Hierzu wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Hautschüppchen, die sich auf der Nagelplatte abgelagert haben, werden mit einer elektrischen Feile oder einem Pro Pusher entfernt und die Nagelplatte in Wuchsrichtung mit einer weichen Feile oder einem Buffer mattiert. Um die Schablone am Ende des Fingers zu befestigen, wird die freie Nagelkante mit einer Profifeile in Form gebracht. Abhängig von der Form des Hyponychiums muss die Schablone gegebenenfalls angepasst werden. Chantal schneidet nun mit einer Nagelschere den Ausschnitt der Schablone nach. Nachdem die Schablone unter der freien Nagelkante angesetzt und am Finger platziert wurde, wird ein Haftvermittlungsgel auf die Nagelplatte aufgetragen und im UV-Lichthärtungsgerät ausgehärtet. Mit einem opaken Nailextender-Gel wird nun die Nagelplatte überzogen und die freie Nagelspitze etwas verlängert. „Mit diesem Gel können auch kleine Unregelmäßigkeiten der Nagelplatte abgedeckt werden und das Gel gibt dem Naturnagel eine wunderschöne, natürliche, hellrosa Farbe“, erklärt Chantal. Mit dem weißen Modellage-Gel wird jetzt die eigentliche Verlängerung modelliert. …

Mit Dank an Chantal Schwede

 

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beauty nails forum

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