Prof Nail 
Ausgabe 6/2010, September

Zukunftsaussichten

Der Sommer ist vorbei und die Messesaison des Herbstes steht vor der Tür. Wiesbaden, Nürnberg, München, Stuttgart und Berlin sind nur die Events, die in Deutschland veranstaltet werden. Doch immer mehr Stimmern werden laut, dass es sich nicht mehr lohne, auf einer Messe auszustellen bzw. diese zu besuchen. „Würden Sie beim Bäcker oder im Einkaufszentrum Eintritt zahlen, um ihre Frühstücksbrötchen kaufen zu können?“, so die Frage, die immer mehr professionelle Nail,Designer stellen. Natürlich nicht! Und genau das ist der Grund, warum so viele Kollegen nicht mehr auf Messen gehen. Eintrittspreis, Parkgebühr, Fahrtkosten und Verpflegung, manchmal sogar eine Übernachtung, sind alles Kosten, die bei einem Messebesuch entstehen. Diese Investition von 50 bis 200 Euro kann oft nicht mehr durch den verbilligten Produkteinkauf eingespart werden. Sinkende Besucher- und auch Ausstellerzahlen zeigen diesen unwiderlegbaren Trend: Die Messezahlen in Deutschland sind rückläufig! Doch es geht auch anders. Schon seit Jahren sind beispielsweise Messen in England für den
Fachbesucher kostenlos. Trotz dieses Umsatzverlusts für den Veranstalter sind die Ausstellerpreise kaum teurer als auf den Messen in Deutschland. Wird es für die Messeveranstalter in Deutschland nicht allmählich Zeit, endlich umzudenken? Rechnen sich Messen noch? Wir haben das Jahr über die Messen beobachtet und Eindrücke und Meinungen gesammelt. Am Ende des Jahres werden wir für Sie Bilanz ziehen.
Ihr Prof Nail Team

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Afrika

Isabel Gesell erlernte 2006 in Iserlohn das Kunsthandwerk der Porzellanmalerei. Kein Wunder also, dass die Handmalereien, die sie heute in ihrem Nagelstudio auf die Modellagen ihrer Kunden zaubert, bemerkenswert detailliert und formgetreu sind. Sie erkannte ihre Liebe und Affinität zum Nail Design, absolvierte 2008 eine Schulung und eröffnete 2009 ihr eigenes Homestudio. „Seitdem arbeite ich mit Leidenschaft für meine Kunden. Ich liebe es, auf den Nägeln zu malen und diese zu gestalten. Hierbei kommt mir meine Vorbildung als Porzellanmalerin sehr zugute. Meine Kunden sind ganz fasziniert von meinen Ideen“, erzählt Isabel. Ihr Spezialgebiet ist die filigrane Malerei und aufgrund der Ausschreibung bei Jolifin entschloss sie sich kurzerhand, eine Modellage zum Thema „Afrika“ zu entwerfen.

Anleitung
Als Grundierung verwendet Isabel die Airbrushtechnik. „Die gleichmäßige Farbgebung dieser Technik ermöglicht detaillierte Zeichnungen und bietet eine optimale Basis für die Malerei“, so ihre Erläuterung. Zuerst wird mit Weiß grundiert und danach mit Orange, Rotbraun und Braun darübergesprüht. Mit Effekt-Gold-Farbe rundet man den Untergrund ab. Anschließend malt Isabel die Umrisse der Silhouette mit schwarzer Acrylfarbe und setzt die Silhouette des Oberkörpers in Orangetönen auf. Gekonnt werden Details des Gesichts, der Haare und des Kleides in Goldtönen aufgebracht. Mit Türkis werden Haarschmuck und Dekolleté sowie das Kleid akzentuiert. Wenige weiße Striche lassen Highlights auf Gesicht, Haare und Kleidung entstehen und mit schwarzer Acrylfarbe kann das Muster des Kleides komplettiert werden. „Als Versiegelung für die Malerei verwende ich das „Flux Speed Seal“ der Firma von Wellean EigenArt. Es ist leicht in der Handhabung und verleiht der Modellage einen seidigen Glanz“, erklärt Isabel. Leider können wir hier nur eines der wunderschönen Motive der Gewinnermodellage zeigen. … (vollständiger Artikel finden Sie im Magazin)

Mit Dank an www.hueser-design.de

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Bernstein

„Sie sollten Accessoire sein, das Gesamterscheinungsbild komplettieren und zum persönlichen Stil der Kundin passen“, so die Aussage vieler Kollegen. Hier haben wir ein perfektes Beispiel einer Effektmodellage, die zu den warmen Modefarben des Herbstes passt. Design- bzw. Effektmodellagen müssen nicht immer kompliziert und aufwendig sein. Manchmal sind ganz einfach gearbeitete Designs stilistisch besser und vor allen Dingen kostengünstiger für die Kundin. Hier haben wir eine Modellagearbeit für Sie zusammengestellt, die mit wenigen Arbeitsschritten ein modisches Accessoire zur kommenden Herbst/Winter-Mode darstellt.

Chevron
Diese Designmodellage kann sowohl mit Gel als auch mit dem Pulver-Flüssigkeits-System gearbeitet werden. Zuerst wird natürlich mit den Grundarbeitsschritten begonnen. Eine Schablone wird unter die freie Nagelkante gesetzt und zu einer spitzen Form zusammengedrückt. Um die spitze Form der fertigen Modellage optisch zu unterstützen, wurde bei diesem Design die Smileline als Chevron modelliert. Hierzu wird ein blickdichtes Modellageprodukt verwendet, um die natürliche Smileline abzudecken. Die freie Nagelkante wird mit dem gesäuberten Pinsel nachgearbeitet, sodass eine schöne und gleichmäßige Kante entsteht.

Verlängerung und Verzierung
Die Verlängerung wird nun mit einem kupferfarbenen Modellageprodukt bis zur Spitze der Schablone gearbeitet. Farbige Modellageprodukte sind meist dünner in der Konsistenz als Aufbauprodukte. Unter Umständen müssen einige Schichten aufgetragen und ausgehärtet werden, um dem Nagel genügend Stabilität zu verleihen. Direkt auf die Spitze wird nun mit einem Nail-Art-Liner eine Zeichnung aufgesetzt. Nail-Art-Liner gibt es als Lack aber auch mit Acrylfarben. Für dieses Design können beide Varianten verwendet werden. Zu beachten ist hierbei die Trocknungszeit, da der Lackliner mehr Zeit hierfür benötigt. Mit rostrotem Nail-Art-Liner werden weitere Linien erstellt. … (vollständiger Artikel finden Sie im Magazin)

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Der Klassiker

Warum Schablone? Immer wieder sehen wir Bilder von Tipmodellagen, die heute noch in den Studios gearbeitet werden. „Ok, natürlich habe ich auch Tip vorrätig – aber eigentlich verwende ich diese nur noch ganz selten“, so Bianca Schratzenstaller, die schon seit vielen Jahren ihr eigenes Studio betreibt. „Für mich ist eine Modellage mit Tip nicht mehr zeitgemäß. Nail Designer, die heute im Studio vorrangig mit Tip arbeiten, brauchen sich nicht zu wundern, wenn die Kunden ihre Nägel bald alle selbst machen.“ Tatsächlich ist dies ein Aspekt, der die Entscheidung, die Schablonenmodellage zu wählen, leicht macht. „Abgesehen davon, dass es etwas an Weiter- bzw. Fortbildung bedeutet, ist die Schablonenmodellage heute eine Serviceleistung, die zum Standardprogramm eines jeden Studios gehören sollte“, meinen auch viele Nail Designer, die in der Vergangenheit an Meisterschaften oder Wettbewerben teilgenommen haben. Das Credo ist einstimmig: Schablonenmodellage (egal ob mit Gel oder mit Pulver-Flüssigkeit) ist in, Tip & Overlay ist out!

Vorbereitung
Die Grundarbeitsschritte einer Modellage sind wie immer vor dem Produktauftrag zu absolvieren. Hierbei wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden mittels eines Propushers oder einer elektrischen Feile vorsichtig von der Nagelplatte entfernt. Den Naturnagel mattiert man mit einem Buffer oder einer weichen Feile in Wuchsrichtung und den Staub nimmt man mit einer Staubbürste ab. Nachdem die freie Nagelkante in Form gefeilt wurde, kann eine Schablone angesetzt werden. Achten Sie hierbei darauf, dass die Schablone dicht unter der Nagelkante anliegt, damit das Modellagematerial nicht unter den Nagelrand laufen kann.

Abhängig von der Beschaffenheit des Naturnagels wird nun mit einem Dehydrator bzw. einem Primer die Anhaftung des Produkts vorbereitet. Bei der Verwendung von Modellage-Gelen wird zu diesem Zeitpunkt ein Haftvermittlungsgel aufgetragen und gegebenenfalls im UV-Lichthärtungsgerät ausgehärtet.

Produktauftrag
Anschließend wird die Nagelplatte mit einem deckenden bzw. opaken Modellageprodukt abgedeckt und gegebenenfalls verlängert. Durch die Verwendung des deckenden Produkts wird das Sichtbarwerden des Nachwuchs, das bei einer French-Modellage schon innerhalb weniger Tage auftritt, verhindert. Die Farbe des deckenden bzw. opaken Modellageprodukts muss unbedingt auf die Hautfarbe der Kundin abgestimmt werden. „Zu viel Pink oder Blau in diesen Pulvern gibt dem Nagelbett eine unnatürliche Färbung“, weiß Bianca. Um eine passende Farbe für die Verlängerung und Abdeckung des Nagelbetts zu erhalten, rät Bianca, ein Bällchen direkt über den Naturnagel zu halten. „Da sieht man dann ganz genau, inwieweit die Farbe gut zum Naturnagel passt.“ Die Smileline wird etwas verlängert und mit dem Pinsel geformt. Nun kann mit weißem Pulver die Verlängerung modelliert werden. Die meisten Pulver, die heute verwendet werden, ermöglichen eine exakte Ausarbeitung der Verlängerung. Durch das Andrücken mit dem Pinsel, wie im Bild gezeigt, wird immer wieder Flüssigkeit in das Produkt gepresst und es bleibt geschmeidig. Mit dem sauberen Pinsel wird nun die Kante gereinigt. „Deckendes Pulver oder Gel würde die scharfe Smileline überdecken“, erklärt Bianca. Um der Studiomodellage mehr Halt zu verleihen, wird der Nagel zum Abschluss mit klarem Produkt überzogen. Auch bei den klaren Modellagepulvern gibt es unterschiedliche Ausführungen. Leicht rosé eingefärbt, aber auch kristallklar sind die Optionen, die dem Nail Designer von heute geboten werden. Bei einer Meisterschaftsmodellage wird dieser Arbeitsschritt meist nicht gearbeitet. Aber bei einer Studiomodellage zählen für die Kundin die Haltbarkeit und der Tragekomfort. Schon jetzt sollten die Optik und das Aussehen der noch unfertigen Modellage zu erkennen sein. … (vollständiger Artikel finden Sie im Magazin)