Messen und Meisterschaften


Der Veranstaltungskalender für Messen ist für den Herbst prall gefüllt. Sindelfingen, Wiesbaden, Salzburg, London, Wien, Utrecht, Prag und Brüssel sind die Orte, die allein im September um die Gunst der Besucher in Deutschland, Österreich, England, Niederlande, Tschechien und Belgien buhlen.  Auf den meisten dieser Herbstmessen werden auch Nail Meisterschaften veranstaltet. Nailympics, Nail Art Contests, Trends of Nails und nationale Nail Design Championships laden die Nail Designer ein, Können unter Beweis zu stellen.

Immer wieder hört man Kommentare, die die Teilnahme an einer Nail design Meisterschaft in Frage stellen. „Was bringt mir das?“, so die Frage von Kollegen. „Es ist vor allen Dingen wichtig, dass man sich und seine Arbeiten der Bewertung einer fachkundigen Jury unterzieht. Durch diese Bewertung kann man sich unter anderem wertvolle Tipps holen, wie die Arbeit im Studio zu verbessern ist“, so Cornelia Wolfrum die zusammen mit der Prof Nail, im Oktober die Nail Meisterschaften  auf der Haare 2011 in Nürnberg organisieren wird. „Es ist ähnlich wie im Sport. Die Produkte und Hilfsmittel, die die Nail Designer für eine Meisterschaft benötigen, werden später auch im Studio verwendet. Pinching Sticks, Designer-Schablonen, aber auch die Polierfeilen wurden durch die Anforderungen der Nail design Meisterschaften entwickelt und später sogar für den Studioalltag vermarktet“, erklären Experten der Nail Industrie.
Natürlich ist es aber genauso der Marketingaspekt für das Studio, der Nail Designer zu einer Teilnahme bewegt.  „Ich werde immer wieder von neuen Kunden gefragt, wo ich denn die Pokale errungen habe“, erzählt Diana Hattwig, amtierende nationale Meisterin im Fachbereich Nail Design Pulver/Flüssigkeitssystem. „Meine Kunden finden es toll, dass ich an Nail design Meisterschaften teilnehme und sagen das dann ihren Freunden und Bekannten weiter.“Unsere Redakteurin, Terri Malon wird in den nächsten Wochen zu vielen dieser Meisterschaften reisen und wir werden über Gewinner, Teilnehmer und die Veranstaltungen berichten.

Ihr Prof Nail-Team

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Blütenzauber mit One Stroke


Einfach und schnell soll sie zu arbeiten sein, die Nail Art, die die Kunden im Studio bevorzugen. Nicht dass ein aufwendiges Design den Kunden nicht auch gefallen würde, aber meist ist es der Preis, der die Entscheidung für ein bestimmtes Design beeinflusst. Hier ein schönes und dennoch einfach zu arbeitendes Design, das von Melanie Beutler, die ein Studio in Berlin betreibt, gearbeitet wurde.

Gerade in Berlin gibt es „Billigstudios“ zuhauf. „Eine Neumodellage wird hier schon für unter 20 Euro angeboten“, berichtet Melanie aus ihrem Studioalltag. Umso wichtiger ist es, einen effizienten und somit auch kostengünstigen Service im Bereich Nail Art und Nail Design anzubieten. Für diese French Modellage mit dem bezaubernden One-Stroke-Blütendesign werden nur wenige Minuten zusätzlich benötigt, was sich natürlich auch im Preis widerspiegelt. Die hier gezeigte Anleitung kann sowohl mit dem Pulver-Flüssigkeits-System (in diesem Artikel dargestellt) als auch mit dem Gelsystem gearbeitet werden.

Schritt für Schritt
Natürlich wird, wie vor jeder Modellage, die Arbeit mit den Grundarbeitsschritten begonnen. Hierfür wird zuerst die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte gehoben und zum Falz zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden mit einem Pro Pusher oder Spatel vorsichtig von der Nagelplatte entfernt und diese mit einer weichen Feile oder einem Buffer in Wuchsrichtung mattiert. Die Nagelkante wird nun in Form gefeilt und der Staub gründlich mit einer Staubbürste entfernt. Nun kann eine Schablone unter den freien Nagelrand gesetzt werden. Die Nagelplatte überzieht Melanie mit einem Camouflageprodukt, und der Nagel optisch etwas verlängert. Mit weißem Produkt wird die Verlängerung modelliert. Nach dem Anhärten entfernt Melanie die Schablone und pincht den Nagel in Form. Um diese gewünschte Form dauerhaft zu festigenwird eine Pinchklemme angesetzt und so lange am Nagel belassen, bis das Produkt genügend ausgehärtet ist. Nun wird mit der Formbefeilung begonnen. Dazu werden zuerst die Seitenlinien angepasst und die Modellage an allen Nägeln auf dieselbe Länge gebracht. An der Oberfläche der Modellage werden mit einer elektrischen Feile zuerst größere Unebenheiten geglättet. Erst danach werden mit einer Profifeile (180er-Körnung) die Feilspuren herausgearbeitet. Anschließend wird mit einer wattierten Feile oder weichem Buffer die Nageloberfläche so weit geglättet, dass man mit der One-Stroke-Malerei beginnen kann. „Bevor man damit beginnt, muss der Nagel völlig staubfrei sein“, erläutert Melanie. „Zu leicht setzten sich nämlich auch kleinste Staubreste in die feuchte Farbe und verunreinigen das Design.“

Design
Melanie bereitet die wasserlösliche Acrylfarbe für die One-Stroke-Malerei vor. Hierzu nimmt Sie Weiß, Lila und Pink und verteilt diese Farben auf einem Porzellanschälchen. Bei der One-Stroke-Malerei wird der Pinsel mit zwei Farben gleichzeitig geladen und damit das Design erstellt. „Bei der One-Stroke-Malerei sollte immer darauf geachtet werden, dass die Farben in der gleichen Anordnung geladen werden. Mit ein wenig Übung auf einem größeren Untergrund (z. B. einem Blatt Papier) kann man diese Technik sehr leicht erlernen“, merkt Melanie zu ihrer Arbeitsweise an. Geschickt setzt sie jetzt die einzelnen Blütenblätter zu dem Blumenmotiv zusammen. Mit weißen und schwarzen Nail-Art-Linern werden danach Ranken gesetzt und auch Teile der Blüten umrandet. Einige Punkte im Blütenmittelpunkt komplettieren das Design.

Zum Abschluss werden die Nägel mit einem Überlack oder einem Glossgel überzogen. „Nicht jeder Lack bzw. jedes Gel ist hierfür geeignet. Probieren Sie aus, welches Material mit den von Ihnen eingesetzten Acrylfarben am besten funktioniert“, rät Melanie.


… (vollständiger Artikel finden Sie in Ausgabe 06-2011)

Mit Dank an Melanie Beutler
www.hauptstadt-nails.de

Blütenzauber mit One Stroke Blütenzauber mit One Stroke Blütenzauber mit One Stroke
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Entwicklung – French Modellage


Die eigentliche „French Maniküre“ wurde in den 70er-Jahren von Jeff Pink, Firmengründer von Orly, entworfen. „Ein Freund von mir arbeitete in einem Filmstudio. Er rief mich an und bat um meine Unterstützung. Am Set wurde gerade ein aufwendiger Film produziert und die Hauptdarstellerin sollte für jede Szene die zum Outfit passenden Nägel tragen. Das Ab- und Neulackieren raubte zu viel Zeit und ich überlegte mir, mit Lack einen natürlichen Look zu kreieren, der zu jedem Outfit passte. Das war die Geburtsstunde der French Maniküre (The Original French Manicure®)“, berichtet Jeff. Auch wenn man die French Maniküre von heute nur noch selten mit Lack arbeitet, ist doch dieses Design, also die weiße, freie Nagelspitze und das natürliche Nagelbett, noch immer das Kennzeichen dieses Looks – der French Modellage.

Anleitung Modellage
Wie bei jeder Modellage beginnt man mit den Grundarbeitsschritten und der Vorbereitung des Naturnagels. Hierzu wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte gelöst und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden mit einem Propusher oder einer elektrischen Feile vorsichtig entfernt. Nun wird der Naturnagel mit einer weichen Feile oder einem Buffer in Wuchsrichtung mattiert und die freie Nagelkante in Form gefeilt. Wenn die Schablone angebracht ist, setzt Diana ein Bällchen Camouflagepulver auf die Mitte des Nagelbetts auf. Mit dem vorderen Drittel des Pinselbesatzes wird das Bällchen flach bis zum Nagelfalz ausgedrückt und bis über die Schablone modelliert. Mit einem sauberen Pinsel wird die Smileline egalisiert und dann ein weißes Produktbällchen auf der Schablone abgesetzt. Jetzt wird das weiße Produkt mit dem Pinsel an den Überzug angedockt und die Smileline modelliert. Nachdem das weiße Produkt bis zu den Spitzen der Smileline geführt wurde, säubert Diana die Kanten der Verlängerung wieder mit dem Pinsel. „Achten Sie hierbei darauf, dass die Kante der unterschiedlichen Produkte sauber ist und so eine klare Smileline sichtbar wird. Um die Stabilität der Modellage zu perfektionieren, setzt Diana ein Bällchen klares Pulver über dem Nagelbett ab und verstreicht das Pulver über den gesamten Nagel. Ist das Produkt angehärtet, wird die Schablone vom Finger entfernt und Diana beginnt mit dem Pinchen der Verlängerung. Hierzu nimmt sie einen Pinchstick und presst das noch flexible Material mit den Fingern über die Form. Mit einer Pinchpinzette werden die Seiten der Verlängerung so weit gepincht, bis die optimale Form erreicht ist. Damit der Nagel diese Form beibehält, wird eine Pinchklemme angesetzt, bis das Produkt so weit ausgehärtet ist, dass mit der Formbefeilung begonnen werden kann.

Formbefeilung
Nach dem Aushärten wird die Pinchklemme entfernt und Diana beginnt mit der Formbefeilung des Nagels. „Ich beginne die Befeilung immer mit dem Kürzen auf eine einheitliche Länge. Danach drehe ich den Finger so, dass die Seitenlinie direkt auf mich zuläuft. Ich setze nun die Feile direkt unter die Seitenlinie und feile das überschüssige Material ab. Anschließend setze ich die Feile in den Nagelfalz und hebe die Seitenlinie so weit an, bis sie gerade aus dem Nagelfalz ragt“, erklärt Diana ihre Arbeitsweise.  
… (vollständiger Artikel finden Sie in Ausgabe 06-2011)

Mit Dank an Diana Hattwig
www.zauber-nails.de

Entwicklung – French Modellage Entwicklung – French Modellage Entwicklung – French Modellage
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Notfall


Den meisten unter uns ist klar, dass die Produkte ,die wir  täglich im Nagelstudio verarbeiten, nicht in die Hände ungeschulter Personen gehören.  Leider gibt es noch viele Anbieter, die die vom Gesetzgeber her als nicht ganz unbedenklich eingestuften Produkte an jedermann verkaufen. In Ebay, Internet und Flohmarkt sind eine Vielzahl von Anbietern zu finden, die auf Bestellung Modellagegele, Acryle und auch Primer  an Laien liefern.  „In den Händen von geschultem Personal sind die Produkte zur Nagelmodellage als ungefährlich einzustufen!“, so die Aussage des Instituts für Risikobewertung. Doch was ist unter ‚geschultem Personal‘ zu verstehen? Dies ist wohl die Frage, die sich alle Vertriebsfirmen stellen sollten.
„Ich habe mir heute Primer über die Hand gekippt. Obwohl ich meine Hand sofort mit Wasser nachgespült habe, hat es tierisch gebrannt.  Und jetzt (gut 6 Stunden später) habe ich das hier bemerkt…..!“ , so der Beitrag von Yvonne in Facebook am 20. Juli 2011. Innerhalb weniger Minuten meldete sich eine Vielzahl von Kolleginnen ,die entsetzt nachfragten, ob Yvonne denn beim Arzt gewesen sei. Wir haben für Sie den Fall verfolgt. Lesen Sie hier die Auswirkungen eines kleinen Malheurs im Studio.

Vorfall
„Ich hatte bei einer Kundin gerade Primer aufgetragen und wollte die kleine Flasche wieder verschließen.  Dabei habe ich versehentlich den Primer umgestoßen und mir den Inhalt über den Arm und über mein Shirt gekippt. Ich bin sofort ins Bad gelaufen und habe mein Shirt und meine Haut mit Wasser abgewaschen. Im ersten Moment hat es sehr gebrannt aber da ich die Kundin ja noch fertig machen musste, habe ich einfach weitergearbeitet. Nach etwa 30 Minuten ließ das Brennen auch nach und ich vergaß den Vorfall. Erst als ich abends nach Hause kam, sah ich die Rötung.  Da sich aber weder die Haut löste noch andere Auffälligkeiten zu sehen waren, dachte ich, dass das alles schon von alleine wieder heilen würde.  Erst am nächsten Tag, und aufgrund der Reaktionen auf Facebook nachdem ich das Bild einstellte, entschloss ich mich, einen Arzt aufzusuchen“, berichtete Yvonne der Redaktion der Prof Nail.
Der Arzt riet Yvonne die Verätzung mit einer sterilen Kompresse abzudecken und genau zu beobachten. „Man kann nicht feststellen wie tief die Verätzung in die Haut eingedrungen ist. Die schlimmsten Auswirkungen wurden durch das Spülen unter fließend Wasser verhindert. Die Wunde sollte regelmäßig kontrolliert werden und falls sie wässert oder die Symptome sich verschlimmern, muss der Arzt erneut aufgesucht werden. Im besten Fall bildet sich eine Kruste und fällt nach Abheilung ab. Eine Narbenbildung ist nicht auszuschließen“, so die Empfehlung des Arztes.

Hintergrund
Unter Verätzungen versteht man Verletzungen der Haut oder Schleimhaut, die durch chemische Stoffe wie Säuren oder Laugen verursacht werden. Die Art der Schädigung hängt von der Konzentration, sowie der Menge und der Dauer der Einwirkung des ätzenden Stoffes ab.*  (*Wikipedia)

Durch die Benetzung der Haut bzw. Schleimhaut mit Säuren kommt es zu sogenannten Koagulationsnekrosen. Die Zelleiweiße gerinnen (ähnlich wie das Hühnerei in der Pfanne) und hindert die ätzende Flüssigkeit tiefer in das Gewebe einzudringen.  Bei einer Verätzung, ähnlich wie bei einer Verbrennung, kommt es zum Flüssigkeitsverlust im Bereich der Kontaktstelle.

Hinweise zu Primern
In der Nagelindustrie werden eine Vielzahl von ‚Primern‘ verkauft. Handelsübliche Primer beinhalten meist einen gewissen Prozentsatz an Methacrylsäure. „Je mehr der Primer stinkt, desto besser halten die Produkte“, so hört man oftmals Kommentare von Nail Designern. Dass aber mit dem Merkmal auf ‚mehr stinkt‘ auch die Höhe der Konzentration von Methacrylsäure einhergeht, und damit auch das Gefahrenpotential  steigt, ist den meisten Nail Designern nicht oder nur kaum bewusst.  Grundsätzlich ist festzustellen: Je höher die Konzentration der Säure im Primer, desto größer die Gefahr von gesundheitlichen Schädigungen.
Liest man die chemischen Hinweise zur Methacrylsäure genau durch, stellt man fest, dass dieser Stoff als umweltgefährend und ätzend einzustufen ist. Der Gesetzgeber schreibt eine Kennzeichnung mit R-und S-Sätzen (Risiko und Sicherheitshinweisen) für diese Substanz vor.

… (vollständiger Artikel finden Sie in Ausgabe 06-2011)

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