Integrität


Jeder von uns hat das schon einmal erlebt: Man liegt am Strand und eine „Gestalt“, die nachgemachte Markentaschen verkauft, bietet diese für nur wenige Euros an. Oder man schlendert durch einen Markt und bemerkt einen kleinen Stand mit Tüchern, T-Shirts und Gürteln, die ein teures Label aufweisen. Doch die Teile kosten nur wenige Euros – also offensichtlich Fälschungen. Man könnte noch viele dieser Beispiele anführen und allen ist gemeinsam: Es handelt sich um Produktpiraterie. Ein Kavaliersdelikt! So denken die meisten – doch dem ist nicht so. Auch auf die Frage, wo der Schaden läge, ist die Antwort vieler „Ich würde schließlich niemals eine Handtasche für mehr als 600 Euro kaufen!“ nicht stichhaltig. Denn genau da liegt das Problem – die Etablierung einer Marke kostet dem Unternehmen sehr viel Geld. Um eine Idee zu verwirklichen, muss man investieren und für den Schutz dieser Idee ein Patent, Geschmacksmuster oder Ähnliches eintragen lassen. Umso ärgerlicher ist es, dass dann irgendjemand diese Idee oder das neue Produkt stiehlt, es nachmacht und dann sehr viel billiger verkaufen kann. Doch letztendlich ist nur der Verbraucher dafür verantwortlich. Wenn wir uns z. B. weigern würden, Raubkopien von Filmen oder Spielen zu erwerben, gäbe es hierfür keinen Absatzmarkt. Durch den Kauf von nachgemachten Markenartikeln entsteht jedem Land immenser Schaden. Nicht nur der Firma, die die Rechte an der Marke hält, entsteht ein großer Verlust – es gehen auch Arbeitsplätze in der Produktion, in der Werbung und im Marketing verloren. Wir alle zahlen den Preis, dass sich einige von uns keine Gedanken machen und nur nach dem Motto „Geiz ist geil!“ entscheiden. Jeder Einzelne unserer Gesellschaft kann hier eine Änderung bewirken. Wenn jeder von uns nur noch die Originalprodukte ersteht, sichern wir nicht nur das Einkommen der Markenfirma, sondern letztendlich auch unsere Integrität. Diebstahl ist und bleibt Diebstahl – egal ob es um ein Produkt oder eine Idee geht!Lesen Sie mehr zu diesem Thema auf Seite 40.


Ihr Prof-Nail-Team

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Schwanensee


Erst kürzlich sorgte der Film „Black Swan“ für große Schlagzeilen. Diese außergewöhnliche Story inspirierte Angelina Mengel dazu, ihre Interpretation dieses Themas zu arbeiten. Der Konflikt zwischen Gut und Böse wird hier in der Farbwahl der Arbeiten an den beiden Händen wunderschön in Szene gesetzt.Die linke Hand wurde mit Weiß und zarten Rosétönen gestaltet, während die rechte Hand mit rotem und schwarzem Acrylpulver ausgestaltet wurde. Der Konflikt, der auch im Film „Black Swan“ eindrucksvoll inszeniert wurde, kommt auch bei dieser aufwendig gearbeiteten Designmodellage von Angelina wunderschön zur Geltung.AnleitungDa diese Modellage extrem lang modelliert wurde, ist es ganz besonders wichtig, die Vorbereitung des Naturnagels gründlich zu arbeiten. „Je länger die Nägel, desto größer die Hebelwirkung, die beim Tragen dieser Länge auf die Nägel und das Nagelbett entsteht“, erläutert Angelina. Zuerst wird die Nagelhaut vom Naturnagel angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden mit der elektrischen Feile und einem speziell dafür designten Bit von der Nagelplatte entfernt. Danach wird der Naturnagel mit einer Feile in Wuchsrichtung mattiert und die freie Nagelspitze in Form gefeilt. Nun setzt man eine Schablone an und trägt den Haftvermittler auf den Naturnagel auf. Angelina überzieht den Naturnagel mit klarem Modellageprodukt und verlängert die Stilettospitze bis zur vordersten Kante der Stilettoschablone. „Schon jetzt habe ich die Schablone abgenommen, um den Nagel in Form zu pinchen. Würde ich warten, bis der gesamte Produktauftrag fertig ist, würde u. U. das Material nicht mehr nachgeben und die Form wäre nicht mehr zu erstellen“, erklärt Angelina den nächsten Arbeitsschritt. Anschließend trägt sie über dem Nagelbett ein deckendes Modellageprodukt auf und verlängert die Nagelplatte optisch etwas . Mit weißem Produkt wird die extralange Stilettospitze überzogen und der Nagel in Form gefeilt. Dann nimmt Angelina weißes und roséfarbenes Pulver und beginnt damit, eine wunderschöne Ë Seerose auf dem Nagel zu modellieren. Hierbei wird im Blütenmittelpunkt eine Knospe erstellt, die Angelina mit gelbem Pulver ausfüllt, um die Staubgefäße anzudeuten.Bei dem Schwan, den Angelina am Mittelfinger platziert, werden zuerst der Schwanenhals und die Brust aufmodelliert. Für die Flügel werden seitlich Produktbällchen aufgesetzt und darin die Federn des Schwans angedeutet. Mit schwarzem und gelbem Pulver werden der Schnabel des Schwans angesetzt und die Details des Gefieders ausgearbeitet. Über dem Nagelbett gestaltet Angelina weitere Verzierungen, die die Bewegung des Schwans im Wasser andeuten. Die anderen Nägel der Hand werden mit Strasssteinchen verziert. Als Hingucker für den Fotoshoot hat Angelina noch Ballettschuhe aus Acryl modelliert und diese an den Nägeln befestigt.Natürlich ist diese Art der Modellage weder alltagstauglich noch werden Sie eine Kundin im Studio haben, die sich für so eine Designmodellage entscheidet. Dennoch ist diese Arbeit schlicht und ergreifend exquisit. Einmal mehr zeigt sich, was aus Modellagematerialien und mit Können gezaubert werden kann.Immer wieder hören wir von Kolleginnen, dass die von uns veröffentlichten Arbeiten nicht umzusetzen bzw. nicht für den Studioalltag geeignet seien. Aber ist es nicht so, dass auch in hochkarätigen Modemagazinen vor allen Dingen die Haute Couture der internationalen Laufstege gezeigt wird? Auch wenn nur ganz wenige Menschen jemals in den Genuss kommen, ein Kleid von Dior oder Lagerfeld zu tragen, werden sie dennoch gezeigt und wirken als Trendsetter. Obwohl wir allesamt eher Kleider von H & M und Co. tragen, lassen wir uns dennoch gerne von den Models inspirieren.

Mit Dank an Angelina Mengel
Ausbilderin und Vertrieb für Magnetic Nails
www.malina-art.de

Schwanensee Schwanensee Schwanensee
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Mosaik

… einfach – effektvoll!

Nail Art, die sich im Studio verkaufen lässt, sollte einfach und schnell zu arbeiten sein. In der Regel ist die Kundin nicht bereit, mehr als 10 – 20 % über dem eigentlichen Servicepreis zu bezahlen. Doch die schönsten Designs sind meist nur sehr zeitaufwendig zu erstellen. Mirela Portscheller hat uns hier eine Designmodellage gesendet, die wegen ihrer Farbzusammenstellung sehr attraktiv, aber dennoch relativ einfach zu erstellen ist. Die ältesten Mosaike der Welt wurden in Mesopotamien ge-funden und ihre Erstellung wird auf den Zeitraum zwischen 2.500 und 3.000 Jahren v. Chr. datiert. Sie wurden aus Kieseln zusammengefügt. Bei ihnen dominieren die Farben Schwarz und Weiß. Erst sehr viel später wurden Mosaikteilchen mit unterschiedlichen Materialien eingefärbt und zu ganzen Bildnissen zusammengesetzt. Wie viel einfacher haben wir es doch in der heutigen Zeit. Mit der großen Auswahl an farbigen Modellageprodukten ist es möglich, tolle Motive wie das hier gezeigte Mosaik zu erstellen. Anleitung Für den Untergrund verlängert Mirela den Nagel mit der Schablonentechnik und dem Pulver-Flüssigkeits-System. Die von ihr gewählte Form ist eine eckige Modellage, die relativ kurz gehalten wird. Damit handelt es sich um eine absolut alltags-taugliche Form, die für die meis-ten Kunden infrage kommt. Nach der Formbefeilung der Modellage wird mit einem schwarzen Nail-Art-Liner die Smileline gezeichnet. Die freie Nagelspitze wird in kleine Felder unterteilt, wobei die Grenzlinien deutlich dünner gemalt werden als die Linie für die Smileline. Die unterschiedlichen Felder werden nun mit Farbe ausgefüllt. Dies kann mit Farbgel aber auch mit Acrylfarben erledigt werden. Entlang der Smileline setzt Mirela über dem Nagelbett noch ein paar Tupfen mit schwarzer Farbe. Zum Abschluss wird die Mosaikmodellage noch mit einem Versiegelungsgel bzw. -lack überzogen. Variationen Die Farben, die im Mosaik verwendet werden, können ganz nach den Wünschen der Kundin zusammengestellt werden. Es ist allerdings darauf zu achten, dass sich die Farben gegenseitig voneinander abheben und damit ein Blickfang entsteht.

Mit Dank an Mirela Portscheller
www.wix.com/bunicadoca/nagelstudiomirela

Mosaik Mosaik Mosaik
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Pinchsticks

Von Meisterhand entwickelt

Jeder hat sie schon einmal gesehen – Pinchsticks, die in Sets mit sechs oder mehr unterschiedlichen Größen von vielen Firmen angeboten werden. „Ist doch nichts Besonderes“, könnte jetzt der oberflächliche Betrachter denken und einfach weiterblättern. Nehmen Sie sich aber dennoch die Zeit, die hier vorgestellten Pinchsticks genauer unter die Lupe zu nehmen.Pinchsticks werden im Studioalltag für die Vermessung des zu pinchenden Nagels verwendet. Hierbei wird nach dem Produktauftrag und dem Entfernen der Schablone ein Pinchstick in der für den Finger passenden Größe unter den freien Nagelrand gesetzt und darüber das noch feuchte Material aufgedrückt. Dass der Pinchstick aber noch weitere Funktionen bei der Fertigstellung der Modellage erfüllen kann, wird von den meisten Herstellern nicht berücksichtigt.Diamantierung„Ich habe die Pinchsticks anderer Firmen für meine Arbeit im Studio angepasst. Hierzu habe ich das Papier mit der Körnung von einer Feile gezogen und es mit doppelseitigen Klebepads am Ende meiner Pinchsticks aufgeklebt. Hiermit konnte ich die Unterseite der freien Nagelspitze säubern und die Hairline perfekt ausarbeiten“, berichtet Stefanie LoRe. Die neuen Pinchsticks von Signature Nails besitzen auf einer Seite eine Diamantierung. die das Ankleben von Schleifpapier ersetzt. „Durch die gleichmäßige Beschichtung der Diamantierung kann der Nail Designer die Hairline perfekt ausarbeiten. Gerade wenn man nicht mit dem Fräser arbeiten möchte bzw. kann, ist dies eine große Hilfestellung. Auch bei der Teilnahme an einer Meisterschaft oder bei der HWK-Prüfung, bei denen die Benützung einer elektrischen Feile nicht erlaubt ist, kann die Verwendung der Pinchsticks große Vorteile bringen“, so Stefanie weiter.Abmessung und GrößeUm die Länge einer perfekten Modellage zu beurteilen, nehmen Nail Designer oftmals ein Geodreieck zur Hand. Auf die Pinchsticks von Signature Nails sind auf einer Seite unterschiedliche Abmessungen aufgezeichnet, die das Hantieren mit Lineal oder Geodreieck überflüssig machen. „Für die Erstellung gleicher Längen der einzelnen Nägel und der Vermessung der C-Kurve bieten die Sticks am Ende zwei verschiedene Markierungen. Hiermit kann der Nail Designer die eigene Arbeit überprüfen und hat die Gewissheit, eine perfekte Modellage zu erstellen“, erläutert David Fowler die Handhabung.Die Pinchsticks sind in einem Set mit sieben unterschiedlichen Größen erhältlich. So findet der Profi garantiert eine passende Größe für jeden Fingernagel.

Mit Dank an Stefanie LoRe und David Fowler
www.signature-nail.de

Pinchsticks Pinchsticks Pinchsticks