Finger weg von künstlichen Fingernägeln!


Am 2. November 2011 schickte die Techniker Krankenkasse eine Pressemitteilung an den Presseverteiler: „Künstliche Fingernägel – oft wie ein ‚Tag der offenen Tür‘ für Pilze und Allergien.“ Diese Nachricht wurde in einigen Tageszeitungen veröffentlicht und erregte die Gemüter der Nail Designer, Ausbilder und Firmenchefs.
Dass es schwarze Schafe unter den Nagelstudiobetreibern gibt, ist wohl unstritig. Dass aber alle Nagelstudios in einen Topf geworfen werden und eine der führenden Krankenkassen in Deutschland eine Pauschalverurteilung veröffentlicht, geht definitiv zu weit. Auf Nachfrage bei der Pressestelle wurden fragwürdige Argumente wie „Da der Nagel atmen muss, sollte dieser nicht mit Plastik zugekleistert werden“ ins Feld geführt, um den getätigten Ratschlag zu untermauern.
Auch die Empfehlung: „Menschen, die in Berufen arbeiten, in denen Händehygiene wichtig ist, zum Beispiel Küchen-, Pflege- und medizinisches Personal, sollten von künstlichen Fingernägeln Abstand nehmen“, so Beate Schüler, Präventionsberaterin der TK, ist zu befürworten. Durch die Vorfälle mit resistenten Krankenhauskeimen, die dieses Jahr wieder Opfer forderten, ist dies auch für jeden nachvollziehbar. Auch die Gefahr einer möglichen Kontakt-allergie ist nicht von der Hand zu weisen. Dennoch konnte in langen Gesprächen mit der Pressestelle erreicht werden, dass eingesehen wurde, dass weiterer Aufklärungsbedarf bei der Bevölkerung besteht und ein detaillierter Bericht der TK in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Nagelbranche in den nächsten Wochen veröffentlicht wird.
Einmal mehr zeigt sich, dass es in der Bevölkerung noch einen sehr großen Aufklärungsbedarf hinsichtlich der Serviceleistungen im Nagelstudio gibt. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen und die Kunden im Studio zu unterstützen, hat sich die Redaktion der Prof Nail Gedanken zu diesem Thema gemacht. Schon in der nächsten Ausgabe (Nr. 1, 2012) werden wir darüber berichten.

Ihr Prof-Nail-Team

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Schostowo


Pinselmalerei, One-Stroke-Malerei und Aquarelltechnik sind alles Nail-Art-Techniken, die uns in den letzten Jahren geholfen haben, bei vielen Kunstwerken die Arbeit im Studio besser auszuführen. Doch meist braucht man hierzu wenigstens ein bisschen Talent und viel Übung, um mit diesen detaillierten Malereien die Modellagen effektvoll zu gestalten.Ausbildungskurse für diese Techniken werden von vielen talentierten Künstlern angeboten. Doch die meisten Kolleginnen beherrschen diese Art der Verzierung nicht perfekt, bzw. der Zeitaufwand im Studio ist viel zu hoch, um eine wirklich gelungene Modellage zu erstellen. Juri Seibel, Inhaber und Ausbilder von Alex Beauty Concept hat sich zusammen mit dem Ausbilderteam des Unternehmens, allen voran der russischen Nail Art Meisterin Olga Ponomarenko, mit diesem Thema befasst und eine Alternative entwickelt: Nail Art im Stil „Schostowo“. Sie kann in nur wenigen Schritten aufgetragen werden und ist damit für den Studioalltag absolut zu empfehlen.

Anleitung
Der Name dieser Technik wurde von der Malerei in Schostowo (Name eines russischen Dorfs im Rajon Mytischtschi bei Moskau) abgeleitet. Dort werden mittels Lackmalerei Metalltabletts bemalt und dann in die ganze Welt verkauft. Traditionell wird das Tablett mit schwarzer Lackfarbe grundiert und darauf Blumen gemalt. Um diese Herkunft nachzuempfinden, wurde auch das Cover dieser Ausgabe auf schwarzen Untergrund gemalt. Der Nagel wird mit einem Camouflage-Gel über Schablone verlängert und danach in Form gefeilt. Das schwarze Gel („Fusion 4in1“) wird als Grundierung aufgebracht und im UV-Lichthärtungsgerät ausgehärtet. Mit der hochwertiger Acryl-Farbe werden nun die ersten Blüten auf den Nagel gemalt. „Die eigens hierfür entwickelte Farbe ist hochviskos und hinterlässt ein minimales Relief auf der Nageloberfläche“, erklärt Juri die Auswahl seiner Farbe. Das Design kann an allen Nägeln so erstellt werden, da die Farbe wegen ihrer hohen Viskosität nicht verläuft. Direkt auf die weißen Blätter wird nun mit Orange noch mehr Struktur aufgemalt. Mit dem getränkten Pinsel wird erneut etwas weiße Schostowo-Farbe aufgenommen und in den Blüten einige Schattierungen aufgetupft. Mithilfe eines dünnen Nail-Art-Pinsels werden noch einige Details hinzugefügt und das Kunstwerk ist fertig. Zum Abschluss wird die Modellage mit einem Versiegelungsgel überzogen und damit die Schostowo-Malerei fixiert. „Für eine komplette Designmodellage braucht der geübte Nail Designer maximal zehn Minuten Arbeitszeit. Dieser Aufwand wird von der Kundin sicherlich gerne bezahlt“, ist sich Juri sicher. Olga Ponomarenko wird am 10. und 11. Dezember einen Kurs zum Thema Schostowo-Malerei bei Alex Beauty Concept geben.

Mit Dank an Alex Beauty Concept
www.alex-beauty.de

Schostowo Schostowo Schostowo
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French Modellage mit Gel


Zur Verbesserung der Produktanhaftung an den Naturnagel wird ggf. ein Dehydrator aufgetragen. Danach wird ein Haftvermittlungsgel auf den Naturnagel aufgebracht und im UV-Lichthärtungsgerät ausgehärtet. Dieses Gel generiert in der Aushärtung eine Inhibitionsschicht, die beim Anhaften der nächsten Produktschicht beide Schichten miteinander verbindet. Um das Nagelbett optisch etwas zu verlängern, trägt Silvia-Anne ein deckendes Camouflage-Gel über dem Naturnagel auf. Noch bevor diese Schicht ausgehärtet wird, säubert Silvia-Anne die Smileline und formt sie mit einem sauberen Pinsel. Nun wird die erste Schicht weißen Gels auf die Schablone aufgetragen. Hierbei achtet Silvia-Anne darauf, dass die Spitzen der Smileline bündig abschließen und dass das Produkt gut an das vorher überzogene Nagelbett andockt. Silvia-Anne lässt die Kundin ihre Hand für zehn Sekunden in das LED-UV-Lichthärtungsgerät legen, um das Gel anzuhärten. Hinterher wird die freie Nagelspitze mit einer Pinchpinzette in Form gepincht  und die Produktschicht für weitere 30 Sekunden ausgehärtet. Jetzt nimmt Silvia-Anne die Schablone ab und bringt nochmals weißes Modellage-Gel auf. Diese Schicht kann satt aufgetragen werden, denn durch die darunterliegende Inhibitionsschicht des ersten Produktauftrags härtet das hochpigmentierte Gel gut durch. Akribisch wird die freie Nagelspitze mit der Produktschicht zur Gänze überzogen. Um eine scharfe Smileline zu erhalten, säubert sie Silvia-Anne noch vor der Aushärtung im LED-Gerät. Auch bei diesem Auftrag wird zuerst das Produkt für zehn Sekunden angehärtet. Nachdem die Oberfläche des Produkts druckfest ist, kann eine Pinchklemme angesetzt werden, die während der restlichen Aushärtungszeit am Nagel verbleibt. Zur Stabilisierung wird mit klarem Modellage-Gel der komplette Nagel überzogen. Wieder wird darauf geachtet, dass das Produkt nicht zu nahe an die Nagelhaut gearbeitet wird und dass die Sollbruchstelle, die angedockte Smileline, haltbarer gemacht wird. „Die neuen Gele der Produktserie ‚Gelish‘ sind direkt auf die Aushärtung im LED-Gerät abgestimmt. Natürlich verliert man durch das Pinchen Arbeitszeit bzw. sollte dies in der Preisgestaltung berücksichtigen, aber die Gele härten in 10, 20 oder 30 Sekunden vollständig aus und das ermöglicht dann Preisstabilität“, erläutert Silvia-Anne Müller, die als Ausbilderin der Firma Hand & Nail Harmony für Deutschland und Österreich tätig ist. „Die Gele ziehen sich noch vor der Aushärtung auf dem Nagel glatt, was natürlich in der weiteren Verarbeitung einen zusätzlichen Zeitaufwand für das Feilen mit sich bringt.“ Auch bei dieser Produktschicht wird das Gel zuerst für zehn Sekunden angehärtet und dann nochmals mit der Pinchklemme in der schlanken Form fixiert. Mit der Pinchklemme am Finger legt die Kundin ihre Hand nochmals in das LED-Gerät und in der restlichen Aushärtungszeit von nochmals 20 bis 30 Sekunden wird das Modellage-Gel vollständig ausgehärtet. Um den Tunnel auch dauerhaft in Form zu halten, trägt Silvia-Anne auf der Unterseite der freien Nagelspitze ein Versiegelungsgel auf und härtet auch dieses im LED-Gerät aus.

… (vollständiger Artikel finden Sie in Ausgabe 08-2011)

Mit Dank an Silvia-Anne Müller
www.nothing-but-nails.de

French Modellage mit Gel French Modellage mit Gel French Modellage mit Gel
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Pinsel – Von Meisterhand entwickelt


Der Modellagepinsel ist das am häufigsten verwendete Werkzeug des Nail Designers. Beim Einkauf des Pinsels sollte aus vielerlei Gründen ganz beson-ders auf die Qualität geachtet werden. Unabhängig ob man nun mit Gel oder mit dem Pulver-Flüssigkeits-System arbeitet, die Qualität des Pinsels hat einen sehr großen Einfluss auf den Produktauftrag und somit auf die fertiggestellte Modellage.

Schon in der letzten Ausgabe haben wir unter der Rubrik „Tools“ Werkzeuge vorgestellt, die von Stefanie LoRe und David Fowler, Signature Nail International, entwickelt wurden. „Gerade die Werkzeuge, die Nail Designer täglich benutzen, sind oftmals nur von anderen Berufen bzw. Industrien übernommen“, weiß Stefanie LoRe. „Hierbei werden nur allzu oft die Bedürfnisse und Belange der Nail-Industrie nicht berücksichtigt. Wir haben uns in unserer Entwicklungsarbeit darauf spezialisiert, wirklich auch das kleinste Detail und jeden noch so klein erscheinenden Wunsch zu berücksichtigen und in die von uns entwickelten Werkzeuge zu integrieren“, ergänzt David Fowler.

Acrylpinsel
Auch wenn der für die Pulver-Flüssigkeits-Modellage verwendete Pinsel (beinahe) wie ein Pinsel aus dem Künstlerbedarf aussieht, sind es doch ganz andere Anforderungen, die dieses Werkzeug für den Nail Designer erfüllen muss.Generell besteht der Pinsel aus drei Teilen: dem Haar (auch Besatz genannt), dem Griff und der Zwinge, die als Verbindung zwischen Besatz und Griff dient. Für einen Acrylpinsel, also einen Pinsel für die Verarbeitung des Pulver-Flüssigkeits-Systems, kann als Besatz nur Naturhaar vom Rotmarder verwendet werden. In Fachkreisen als „Kolinskybesatz bzw. –haar“ bezeichnet, versteht der Profi darunter Haare, die aus dem Schweif des Rotmarders während der Winterzeit entnommen werden. Diese Haare sind besonders elastisch und bringen alle Eigenschaften mit, die für die perfekte Produktverarbeitung bei der Pulver-Flüssigkeits-Modellage benötigt werden. Für den Besatz des hier vorgestellten Modellierpinsels von Signature Nail International wurde dieses hochwertigste Naturprodukt verwendet.Aber auch die Zwinge, die den Besatz des Pinsels mit dem Griff verbindet, ist von großer Bedeutung für die Qualität. Zwingen sollten nahtlos und perfekt der Größe des Besatzes angepasst sein. Da bei der Arbeit mit dem Pulver-Flüssigkeits-System mit lösungsmittelhaltigen Flüssigkeiten gearbeitet wird, muss unbedingt verhindert werden, dass diese Flüssigkeiten in die Zwinge eindringen und den Besatz herauslösen.

Der Griff des Pinsels ist aus Aluminium gefertigt. „Selbst wenn der Griff mit dem Liquid in Berührung kommt, bleibt er ansehnlich“, betont David. „Aber der Pinsel sollte auch ausgewogen und balanciert in der Hand liegen. Der Griff darf nicht zu lang sein und mit zu viel Gewicht beim Modellieren die Hand des Nail Designers belasten“, erläutert er die Wahl von Aluminium als Material für den Griff.Der Modellierpinsel in der Größe 10 von Signature Nail verfügt über alle Qualitätsmerkmale eines hervorragenden Werkzeugs. „Der Pinsel besitzt eine hervorragende Federung und eine absolut präzise Spitze. Perfekt für die Modellage des perfekten Nagels, egal mit welchem Monomer man arbeitet“, so das Urteil der Kollegen, die diesen Pinsel nicht mehr missen möchten.

Mit Dank an Stefanie LoRe und David Fowler
www.signature-nail.de

Pinsel – Von Meisterhand entwickelt Pinsel – Von Meisterhand entwickelt