Neues Suchprogramm/App für Institute und Salons

„Wie findet mich der Kunde?“, das fragt sich so manche Studiobesitzerin regelmäßig. Die meisten der Studios haben eine Webseite, aber diese wird meist nur zufällig über die regulären Suchmaschinen gefunden. Optimierung der Webseiten für Google & Co. ist zeitaufwendig und vor allen Dingen meist sehr kostspielig. Dennoch sollte die Internetseite des Studios nicht nur als Imagepflege gesehen werden, sondern durch gezielte Verlinkungen auch als Marketingtool dienen.

Während der „Beauty International“ in Düsseldorf wurde den Vertretern der Presse die neue App bzw. Webseite mit Suchfunktion des Verbands Cosmetic Professional e. V. (VCP) vorgestellt. Die App (= Applikation) für die neue Generation von Smartphones und Tablet-PCs ermöglicht dem User, also dem potenziellen Kunden, die Verwendung eines Suchdiensts für das Auffinden eines Instituts bzw. Studios. Neben der App für den mobilen Einsatz gibt es auch über die Internetseite des Verbands eine Suchfunktion für Institute. Mit dem in diesem Artikel abgebildeten QR-Code (Quick Response = schnelle Antwort, quadratisches Feld aus Strichen und Punkten) können Sie auch auf der Internetseite des VCP den Suchdienst öffnen und das Studio Ihrer Wahl finden.

Hintergrund
Der Verband Cosmetic Professional e. V. setzt sich seit mehr als 25 Jahren u. a. für die Aus- und Fortbildung für Kosmetikfachwissen ein. Leider konnten bislang keine Erfolge in den Bemühungen zur Harmonisierung des Berufsbilds des Nail Designers verzeichnet werden. Nicht nur Probleme auf europäischer Ebene, sondern auch große Probleme durch die Kulturhoheit der Länder, zahlreiche Regelungen in der schulischen Ausbildung und auch die duale Berufsausbildung sind Punkte, auf die sich die Aktivitäten des VCP zur Lösung dieses Problems richten. Mit der Bereitstellung des Institutfinders im Internet bzw. als App möchte der VCP dem Endkunden die Möglichkeit bieten, schon vor dem ersten Besuch Serviceangebote und Produkte auf höchstem Qualitätsniveau zu finden.

Qualitätsoffensive
Diese Initiative wird vom VCP wie folgt beschrieben:


- Ehrenkodex der Mitglieder des VCP - Im Markt mehr Transparenz für den Endverbraucher schaffen - Nach Marktuntersuchungen und Benchmarken jetzt die Schaffung einer Informationsquelle für den Verbraucher zum Auffinden qualitativ wertiger Institute durch die „Beauty4me“-App


Auch wenn sich der VCP vorrangig mit Kosmetikinstituten befasst, sind schon jetzt Nagelstudios der Firma Catherine Nail Collection im App zu finden. Es wäre sicherlich zu begrüßen, wenn neben diesen Instituten auch noch andere Firmen und Organisationen Nagelstudios melden würden, um dem Kunden eine noch breitere Auswahl an Serviceleistungen zu bieten. Im App-Store (Apple und Android): Beauty4me Im Internet: http://beauty4me.ipadm.in/cms/

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Methylmethacrylat (MMA) in Nagelprodukten

Wie schon im Leitartikel der Ausgabe 1, 2012 angekündigt, haben wir uns akribisch mit dem Thema Methylmethacrylat in Nagelprodukten befasst. Durch eine schriftliche Warnung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), die an alle Verbände der Kosmetikindustrie ging und um erhöhte Aufmerksamkeit der Mitglieder hinsichtlich dieses Themas bat, wurden wir auf diese Situation aufmerksam. Lesen Sie hier die Hintergründe, Fakten und Empfehlungen der Fachleute.

Methylmethacrylat ist eine Chemikalie, die beispielsweise als Knochenzement beim Einsetzen von Hüftgelenken bzw. bei Implantaten und Zahnprothesen in der Zahnmedizin zum Einsatz kommt. MMA, abhängig vom Aggregatszustand, ist nicht als toxisch eingestuft, gilt aber als reizend bzw. sensibilisierend und kann Kontaktallergien verursachen.

Rückblick
Im Januar wurde vom BMELV eine Warnung bezüglich Nagelmodellagemitteln, die bei Überprüfung von Nagelstudios bis zu 90 % Methylmethacrylat enthielten, veröffentlicht. Nach einer Bewertung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde festgestellt, dass: „… Methylmethacrylat ein hohes Sensibilisierungspotenzial birgt. Entstehende Schäden am Nagel bzw. an der Hand persistieren über Jahre. Ist eine Sensibilisierung erfolgt, so kann darüber hinaus eine Allergie auch auf methylmethacrylathaltigen Zahnersatz oder bei orthopädischen Eingriffen, bei denen künstliche Skelettteile oder Knochenzement zum Einsatz kommen, auftreten. Dies würde zu einer Einschränkung therapeutischer Optionen führen. …“
Schon seit geraumer Zeit erreichen Meldungen von Nail Designern die Redaktion, die von Kunden berichten, die Modellagen tragen, deren Material sich optisch und physisch stark von den in Europa und Deutschland gängigen Markenprodukten unterscheidet. „Die Nägel sind gelblich verfärbt, das Material lässt sich nur schwer befeilen und ist sehr hart. Viele Kunden beklagen Rötungen der Nagelhaut und weisen Schädigungen der Nägel auf“, so das Fazit der Kolleginnen. Wir haben Experten aus der Nagelindustrie zu dem hier gezeigten Bild befragt.

Hier die Zusammenfassung der Stellungnahmen:
Natürlich kann keine seriöse Analyse der hier verwendeten Produkte nur aufgrund von Bildmaterial erstellt werden. Doch das Aussehen und die geschilderten Symptome lassen vermuten, dass es sich hierbei um eine Modellage handelt, die mit MMA-haltigen Liquid erstellt wurde. Abgesehen von der sehr laienhaft gearbeiteten Form, fallen vor allen Dingen die gelbliche Verfärbung, sowie die Schädigung der Nagelplatte und die Rötungen der Nagelhaut auf. Diese Faktoren lassen den Rückschluss zu, dass es sich hierbei tatsächlich um ein minderwertiges (weil MMA-haltiges) Produkt/Liquid handelt.

Fakten
Methylmethacrylat wird in den Nagelprodukten in zwei unterschiedlichen Aggregatzuständen verwendet – als Pulver (fester Zustand), wobei der Fachmann hier von PMMA (polymerisiertes MMA) spricht und als Liquid (flüssiger Zustand). Die Warnung des BMELV bezieht sich ausdrücklich auf das im Liquid, also der Flüssigkeit beim Acrylsystem, enthaltene Methylmethacrylat.

Schon vor mehr als 10 Jahren wurde in den USA darüber diskutiert, dass MMA in hoher Konzentration in Nagelprodukten für Qualitätsservice nicht geeignet ist. Doug Schoon, der im Vorstand des Nail Manufacturers Council (NMC, Herstellerverband) arbeitet, erklärte: „Modellagen, die mit methylmethacrylathaltigen Liquid erstellt wurden, verursachen große Schäden am Naturnagel. Die Anhaftung des Produkts ist nicht optimal, was den Nail Designer dazu veranlasst, die Nagelplatte mit einer grobkörnigen Feile anzurauen. Das Material ist nach der Aushärtung sehr hart und unflexibel, was bei einem Bruch zu Verletzungen der Nagelplatte führen kann. Darüber hinaus ist das Produkt nicht lichtbeständig, was zu unschönen Verfärbungen des Modellagematerials führen kann und beim Befeilen verbreitet sich ein unangenehmer Geruch, der darüber hinaus zu Irritationen in den Augen (des Nail Designers) führen kann.“

Der Nail Manufacturers Council bestätigte, dass Markenprodukte heute kein MMA enthalten sollen. „OPI, along with the entire Nail Manufacturers Council, actively opposes and speaks out against the use of MMA nail monomers in the salon", Paul Bryson, Ph.D., OPI Products. (Übersetzung: OPI, in Zusammenarbeit mit allen Mitgliedern des Herstellerverbands, spricht sich aktiv gegen die Verwendung von methylmethacrylathaltigen Liquids für die Verarbeitung in Nagelstudios aus.) Paul Bryson, Ph.D. ist der Direktor der Abteilung Forschung und Entwicklung bei OPI und arbeitet im Vorstand des Herstellerverbandes.

Die heute auf dem Markt etablierten Firmen haben sich klar von Liquids, die Methylmethacrylat enthalten, distanziert. Es ist aber festzuhalten, dass sich diese Warnung nicht auf Ethylmethacrylat (EMA) bezieht, das für die Verarbeitung im Studio hervorragend geeignet und in den gängigen Markenprodukten enthalten ist.

Frage: Warum wird MMA verwendet?
Setzt man sich mit diesem Thema auseinander und liest von all den Nachteilen dieser Chemikalie, drängt sich die Frage nach dem Warum regelrecht auf. Es ist ganz klar eine Frage des Geldes! Liquids, die große Anteile Methylmethacrylat enthalten, sind sehr viel kostengünstiger als solche, bei denen das qualitativ bessere EMA verwendet wird. Wieder einmal ist es die Einstellung „Geiz ist geil!“, die eine Personengruppe dazu verleitet, eine komplette Berufsgruppe in ein schlechtes Licht zu rücken. In den letzten Wochen und Monaten wurde uns von vermehrten Besuchen der Überwachungsbehörden bei Vertriebsfirmen und Nagelstudios berichtet, die auf dieses Thema zurückzuführen sind.

Es ist zu erwarten, dass früher oder später auch die Endverbraucherpresse dieses Thema aufgreifen wird. Sollten Sie diesen Bericht zur Weitergabe an Ihre Kunden benötigen, können Sie sich unter der E-Mail-Adresse redaktion@profnail.de gerne an unsere Redaktion wenden.

Methylmethacrylat (MMA) in Nagelprodukten
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Golden Girls

Alena Schuldeis, die mit den Produkten der Firma Trendnails International arbeitet, zeigt mit dieser extravaganten Arbeit eine sehr schöne Variation der Designmodellage. Die schlichten schwarzen Rosenblüten, die nur als Umrisse gestaltet sind, werden an jedem Finger der Hand unterschiedlich angeordnet. Jeder individuell gestaltete Nagel ergibt ein faszinierendes Gesamtbild, das die Blicke der Betrachter auf sich zieht.

Vorbereitung
Zuerst wird der Nagel auf den Produktauftrag vorbereitet. Hierzu wird die Nagelhaut von der Nagelplatte gelöst und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen werden mit einem Spatel vorsichtig vom Nagel entfernt und die Nagelplatte in Wuchsrichtung mit einer weichen Feile bzw. einem Buffer mattiert. Nun wird die Kante der freien Nagelspitze angepasst und eine Schablone darunter angesetzt.

Produktauftrag
Gegebenenfalls wird der Naturnagel mit einem Dehydrator entfernt und ein Haftvermittler aufgebracht. Als nächster Arbeitsschritt folgt eine dünne Schicht „Ein-Phasen Gel clear“, das über den Naturnagel und die Schablone aufgetragen und für 20 Sekunden im UV-Lichthärtungsgerät angehärtet wird. Mit der Pinchpinzette wird dann der Nagel in Form gepincht und im Anschluss daran nochmals im UV-Gerät ausgehärtet. Das „Builder Gel clear“ dient anschließend zum Aufbau des Nagels und es wird erneut für 20 Sekunden angehärtet. Nochmals mit der Pinzette den Nagel in Form pinchen und im UV-Gerät komplett aushärten! Jetzt nimmt man die Schablone ab, entfernt die Inhibitionsschicht mit einem Zellstoffpad und feilt den Nagel in Form. Unter Umständen die Feilkratzer mit einer weichen Feile oder einem Buffer herausarbeiten, damit die Oberfläche des Nagels völlig glatt ist!

Danach wird mit einem Gellack („Sparkling Gold PG-29“) der gesamte Nagel lackiert und im UV-Gerät ausgehärtet. Für die Versiegelung wird mit dem „Top Gloss Gel“ der komplette Nagel überzogen und wiederum ausgehärtet. Die Umrisse der Blüten werden mit „3D Gel“ in Schwarz direkt in die Inhibitionsschicht eingesetzt und wieder für zwei Minuten im UV-Gerät ausgehärtet. Schließlich setzt Alena noch Blätter zwischen den Blüten ein und härtet sie aus. Die Strasssteinchen, die das Design komplettieren, werden nach dem Abnehmen der Inhibitionsschicht aufgeklebt.

Zur Pflege des Nagels wird zum Abschluss ein Nagelöl aufgetragen und leicht einmassiert.
Mit Dank an Alena Schuldeis
Trendnails International
www.trend-nails.de

Golden Girls Golden Girls Golden Girls
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French Modellage – Powder Liquid

Für den Service muss der Naturnagel bei jedem Termin auf den Produktauftrag vorbereitet werden. Kommt die Kundin zu einem Rebalancierungstermin, wird zuerst das gealterte Produkt vom Nagel entfernt. Dann wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Abgelagerte Hautschüppchen nimmt Diana mit der elektrischen Feile und einem eigens dafür entwickelten Bit ab. Nun wird eine Schablone unter den freien Nagelrand gesetzt und der Naturnagel ggf. mit einem Dehydrator entfettet.

Produktauftrag
Da Diana die Naturnagelplatte etwas verlängern will, wird zuerst Camouflageprodukt auf die Nagelplatte aufgetragen. „Der große Vorteil bei der Abdeckung der Nagelplatte mit Camouflageprodukt ist, dass die French Modellage länger ordentlich aussieht. Zu schnell würde der Kunde den Nachwuchs sehen bzw. hat man früher die French Spitze einfach weiter zurück ins Nagelbett gesetzt. Mit den deckenden Pulvern bzw. Gelen hat der Kunde die Chance, lange Zeit eine schöne French Modellage zu tragen“, erläutert Diana. Sie drückt die Smileline mit dem Pinsel in Form. Jetzt wird ein weißes Produktbällchen aufgenommen und direkt an die Smileline gesetzt. Diana verteilt das Produktbällchen und drückt es mit der Spitze des Pinsels bis zum Flügel der Smileline. Nachdem das weiße Modellageprodukt entlang der Smileline angedockt wurde, wird durch das Aufdrücken des Pinsels mit Flüssigkeit die Modellagezeit des Bällchens verlängert und das Produkt bis zur gewünschten Länge modelliert. Schon bei diesem Schritt glättet Diana die Oberfläche des Produkts mit dem Pinsel, was später bei der Feilarbeit Arbeitszeit erspart. Entlang des Nagelfalzes wird klares Modellageprodukt aufgesetzt. „Der Nachwuchs im hinteren Bereich des Nagels ist damit weniger sichtbar“, erklärt Diana die Wahl des Produkts. Vorsichtig wird das kleine Produktbällchen entlang des Nagelfalzes ausgedünnt und über dem Nagelbett ausgestrichen.

Pinchen und Feilen
Obwohl das Produkt noch weich und flexibel ist, hebt Diana die freie Nagelspitze mit einem Spatel vorsichtig an und entfernt die Schablone vom Finger. Danach wird ein Pinchstick unter die Verlängerung angesetzt und mit Daumen und Zeigefinger das Produkt über die Wölbung in Form gepincht. Ist die gewünschte Wölbung erreicht, wird mit einer Pinchklemme das Produkt so lange in Form gehalten, bis es genügend ausgehärtet ist, um die Formbefeilung zu beginnen. Mit einer Profifeile werden zuerst die Kanten des Nagels egalisiert. „Ich beginne immer zuerst mit den Seitenlinien, um die Grundlangen der Form und Statik festzulegen“, betont Diana. Es folgt das Feilen der Formlinie und das Kürzen des Nagels auf eine gleichmäßige Länge. Mit einem Hartmetallbit, den Diana in die elektrische Feile einsetzt, wird nur die grobe Feilarbeit auf der Oberfläche erledigt. Hierbei nimmt sie überschüssiges Produkt ab und glättet sie. Anschließend werden mit einer Profifeile die Produktränder entlang des Nagelfalzes ausgedünnt. Erst jetzt wird die Oberfläche des Nagels so befeilt, dass der Arch bzw. der Stresspunkt immer am gleichen Punkt der Modellage sitzt. Zum Abschluss der Formbefeilung kontrolliert Diana nochmals die Seitenlinien. Hierzu dreht sie den Finger so, dass die Kante vertikal vor ihr liegt, und bringt diese auf eine Ebene mit der Kante des Naturnagels. …
… (vollständiger Artikel finden Sie in Ausgabe 02-2012)

Mit Dank an Diana Hattwig
www.zauber-nails.de

French Modellage – Powder Liquid French Modellage – Powder Liquid French Modellage – Powder Liquid