Wie gefährlich ist Gelmaniküre?

Langzeitmaniküre kann das Hautkrebsrisiko erhöhen!“, warnte jetzt die amerikanische Akademie für Dermatologie. Im Verdacht: die UV-Strahlen der Lichthärtungsgeräte. „Worauf Sie achten sollten!“, lautete die Überschrift eines Beitrags in einer großen Frauenzeitschrift. Auch wenn wir schon in der letzten Ausgabe der ProfNail und im PN Kundenmagazin ausführlich über dieses Thema berichteten, erhielten wir in den vergangenen Wochen zahlreiche Anrufe und Zuschriften von Nail-Designern, die mit solchen oder ähnlichen Aussagen ihrer Kunden konfrontiert wurden. „Stimmt das denn wirklich?“ oder „Wie kann ich da argumentieren?“, waren die häufigsten Fragen der Kollegen. Wir haben den Artikel der Frauenzeitschrift an einige Experten in der Industrie geschickt und um Stellungnahme gebeten. In der nächs-ten Ausgabe werden wir die Meinungen der Fachleute hierzu veröffentlichen. Doch schon heute können wir einige Fakten benennen. Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, wächst, je niedriger der Nanometerwert des Lichts ist. Licht mit einer Wellenlänge von 315 Nanometern und niedriger ist als UV-B- und UV-C-Licht klassifiziert, welches für ein erhöhtes Hautkrebsrisiko verantwortlich gemacht wird. Die Strahlung der UV-Lichthärtungsgeräte ist bei Röhrengeräten mit 350 – 400 nm und bei LED-Geräten meist mit über 400 nm ausgewiesen, was im Bereich des sichtbaren Lichts (380 – 780 nm) liegt. Vor allen Dingen wird aber immer wieder die Zeitspanne, in der die Finger einer Kundin der Strahlung im UV-Lichthärtungsgerät ausgesetzt sind, außer Acht gelassen. So haben Experten aus den USA die UV-B-Strahlungsdosis während eines Besuchs im Nagelstudio als gleichwertig mit einer Dosis von ca. 25 Sekunden Sonneneinstrahlung und die UV-A-Strahlungsdosis als genau so hoch wie die bei 2,5 Minuten Sonnenlichtbestrahlung angegeben. (Berechnungen basieren auf einem Röhrengerät mit vier 9-Watt-Röhren.) In der nächsten Ausgabe werden wir die Meinungen der Experten, die wir zu diesem Thema befragt haben, für Sie veröffentlichen.

Redaktion ProfNail


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Frühlingserwachen

Gelschablonenmodellage, farbig gestaltet mit Gel-Lack und mit einem One-Stroke-Design dekoriert – so kann man die hier abgebildete Arbeit, die wir als Covermotiv für die aktuelle Ausgabe der ProfNail gewählt haben, charakterisieren. Silvia-Anne Müller erklärt, worauf man bei dieser Modellage achten sollte und gibt Tipps, wie auch Sie dieses Motiv nacharbeiten können.

Vorbereitung

Zuerst wird der Naturnagel auf den Produktauftrag vorbereitet. „Je länger die Modellage ist, die man arbeiten möchte, umso gründlicher müssen die Grundarbeitsschritte ausgeführt werden. Eine kleine Nachlässigkeit, ein wenig Haut auf der Nagelplatte – schon kommt es später unweigerlich zu Liftings“, warnt Silvia-Anne. Die Nagelhaut vorsichtig anheben und zum Nagelfalz zurückschieben, die Nagelplatte von abgelagerten Hautschüppchen befreien und mattieren, die freie Nagelkante in Form bringen und den Feilstaub entfernen, bevor man mit der eigentlich Modellage beginnt – das sind die Grundarbeitsschritte, die vor jedem Produktauftrag erledigt werden müssen.

Perfekter Produktauftrag

Schon beim Anbringen der Schablone achtet Silvia-Anne auf einen exakten Sitz. „Arbeitet man mit Gel, ist dies ganz besonders wichtig. Es würde während der Aushärtung in die kleinen Zwischenräume zwischen Naturnagel und Schablone laufen und dann nicht mehr richtig aushärten. Außerdem sieht die Modellage unsauber aus, wenn man sie von unten betrachtet“, merkt Silvia-Anne an. Als erstes Produkt trägt sie eine Schicht Aufbaugel über Nagelplatte und Schablone auf. Diese Schicht wird kurz im UV-Lichthärtungsgerät angehärtet (ca. 20 Sekunden). „Nehmen Sie nun den Nagel aus dem UV-Gerät und pinchen Sie mit einer Pinchpinzette den Nagel in die gewünschte Form“, erklärt Silvia-Anne die weitere Vorgehensweise. Nun wird eine Pinchklemme angesetzt und der Nagel mit ihr erneut ins Lichthärtungsgerät gelegt und komplett ausgehärtet. Im Anschluss kann die Schablone vom Finger entfernt werden. Silvia-Anne trägt jetzt das Camouflage-Gel auf, um das Nagelbett abzudecken und optisch etwas zu verlängern. Die Smileline wird mit dem sauberen Pinsel sorgfältig nachgezogen, bevor diese Produktschicht im UV-Gerät ausgehärtet wird. Für die Verlängerung sucht Silvia-Anne einen blaugrünen Gel-Lack aus, der über der klaren Verlängerung aufgetragen wird. „Gel-Lacke müssen in sehr dünnen Schichten aufgetragen werden! Sie sind extrem hochpigmentiert und würden bei einem zu dicken Auftrag nicht vollständig durchhärten“, erläutert Silvia-Anne. Deshalb trägt sie eine zweite, dünne Schicht Gel-Lack auf und härtet sie wiederum im UV-Gerät aus. In die Inhibitionsschicht, die während der Aushärtung entstanden ist, legt Silvia-Anne ein wenig feinen Glitter ein und überzieht danach den kompletten Nagel mit einem Aufbaugel. „Dies ist wichtig, damit die Verlängerung an Stabilität gewinnt und die Trageeigenschaften optimiert werden“, so Silvia-Anne. „Gel-Lacke sind zwar wunderschön in der Farbgebung und einfach in der Verarbeitung, aber sie haben keine. Die Beschaffenheit nach der Aushärtung gleicht eher einem Lack und nicht einem Gel.“

Form, Feilen und Finish

Nach der Aushärtung der letzten Produktschicht wird mit einem Zellstoffpad die Inhibitionsschicht abgenommen und der Nagel kann in Form gefeilt werden. Hierzu verwendet Silvia-Anne eine Profifeile, mit der sie zuerst die Seitenlinien der Nägel egalisiert und die Länge an allen Fingern anpasst. „Zu oft sehe ich, dass Kollegen keine Routine in der Formbefeilung der Nägel haben. Gerade bei der Gelmodellage kann jeder Arbeitsschritt an jedem Finger durchgeführt werden. Hierdurch erreicht selbst ein Anfänger eine gleichmäßige Form und man spart vor allen Dingen Arbeitszeit“, lässt uns Silvia-Anne zu diesem Arbeitsschritt wissen. Nachdem auch die Oberfläche der Nägel in Form gebracht wurde, werden die Kratzer, die die Profifeile hinterlassen hat, mit einer weichen und wattierten Feile herausgearbeitet. Silvia-Anne nimmt schließlich den Staub ab und beginnt mit der Dekoration, die in der One-Stroke-Technik ausgeführt wird …

(vollständiger Artikel in ProfNail 4, 2013)

Mit Dank an Silvia-Anne Müller, Ausbildungsleiterin der Firma nothing but nails.

www.nothingbut.de

Frühlingserwachen Frühlingserwachen Frühlingserwachen
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Black Shimmer

Einer der schönsten Effekte, den man im Nail-Design erzielen kann, ist die klare Definition der Smileline. „Je klarer die Smileline gezogen wird und je gleichmäßiger sie erscheint, desto schöner ist der Nagel“, so die mehrheitliche Meinung von Kolleginnen und Kunden. Eine klare Smileline ist nicht nur durch Können und Know-how zu erzielen, ihr Aussehen hängt auch von der farblichen Abstimmung der Modellage ab. Ein schneeweißes Produkt, beispielsweise bei einer French-Modellage, hat eine besondere Wirkung und sieht sehr gut aus. Auch mit Schwarz lässt sich ein ähnlicher Effekt erzielen. Diana hat bei dieser Designmodellage die Smileline mit schwarzem Pulver definiert.

French-Optik, aber mit farbig gestalteten Spitzen, ist die heute am meisten im Nagelstudio gearbeitete Designmodellage. Welche Farben und welche Techniken für das Design verwendet werden, ist der Kreativität und dem Können des Nail-Designers überlassen oder es wird von der Kundin festgelegt. Aber unabhängig von der Farbkombination und der Nail-Art-Gestaltung kommt die French-Spitze am besten zur Geltung, wenn sie mit dunkler Farbe definiert wird. Wie sie diesen Effekt nacharbeiten können, zeigt Ihnen Diana Hattwig in dieser Anleitung.

Vorbereitung

Man beginnt wie bei jedem Produktauftrag natürlich mit der Vorbereitung des Naturnagels. Hierzu wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Hautschüppchen, die sich auf der Nagelplatte abgelagert haben, werden mit einem Propusher bzw. der elektrischen Feile gründlich entfernt und der Naturnagel in Wuchsrichtung mit einer weichen Feile oder Buffer mattiert. Nachdem die freie Nagelkante in Form gefeilt wurde, setzt Diana eine Schablone an.

Produktauftrag

Um das Nagelbett optisch etwas zu verlängern, überzieht Diana die Nagelplatte zuerst mit einem deckenden Camouflagepulver und modelliert das Produkt etwas über die Schablone. Mit sauberem Pinsel definiert man nun scharf und genau die Smileline. Schwarzes Glitterpulver wird zur Modellage der eigentlichen Designspitze verwendet. Diana legt das Pulver exakt an die vorher kreierte Smileline an und zieht es bis zur Hälfte des Nagelbetts. Um auch die Kante der Designspitze zu definieren, wird auf der Schablone eine dünne Schicht schwarzes Glitterpulver bei der gewünschten Länge aufgetragen. Direkt auf das schwarze Pulver legt Diana anschließend grünes Glitterpulver auf, sorgt dabei aber dafür, dass ein schmaler Rand des schwarzen Produkts noch gut zu sehen ist. Über der Mitte wird mit etwas Goldglitterpulver ein Verlauf erstellt und zur Spitze hin wieder mit dem grünen Glitterpulver die mit schwarzem Glitter unterlegte Spitze überdeckt. Auch bei diesem Schritt achtet Diana darauf, dass der schwarze Untergrund an der Kante des Nagels nicht überdeckt wird. Für die Stabilität und den Tragekomfort wird jetzt der komplette Nagel mit klarem Pulver überzogen und gleichzeitig die Arch aufgebaut. Die Form der Modellage wird durch das Pinchen optimiert. Hierzu wartet Diana bis das Produkt etwas angehärtet ist, entfernt dann die Schablone vom Finger und pincht den Nagel mit einer Pinchpinzette in Form. Dann setzt sie eine Pinchklemme an, um zu verhindern, dass das Produkt die gewünschte Form wieder verliert. „Die Pinchklemme verbleibt am Nagel bis das Produkt ausgehärtet ist“, erläutert Diana …

(vollständiger Artikel in ProfNail 4, 2013)

Mit Dank an Diana Hattwig

www.zauber-nails.de

Black Shimmer Black Shimmer Black Shimmer
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Geschmacksmuster „Edge“

Am 18. Dezember 2008 wurde eine Sammelanmeldung für vier Geschmacksmuster beim Deutschen Patent- und Markenamt eingereicht. „Edge-“, „Candle-“, „Pipe-“ und „Stiletto“-Form sollten urheberrechtlich geschützt werden. Der Grund hierfür ist offensichtlich: Die Ausbildung und Weiterbildung für und die Veröffentlichung von Nägeln mit diesen Formen sollte durch vertraglich festgelegte und kostenpflichtige Vereinbarungen zukünftig geregelt werden.

Patente, Marken oder auch Geschmacksmuster geben dem Erfinder bzw. Urheber einen wichtigen Schutz vor Nachahmung. „Natürlich ist es wichtig, dass Menschen, die etwas Neues erfinden oder konzipieren, auch einen gewissen Schutz genießen. Aber dieser Schutz muss auch nach bestimmten Regeln funktionieren. Ich kann heute auch kein Wegwerftaschentuch mehr schützen lassen, denn Tempo hat ein solches schon lange auf dem Markt“, so die Erklärung einer Expertin.

Hintergrund

Anfang November 2008 erhielt die Redaktion der ProfNail einen Anruf. Uns wurde ein Bild zur Veröffentlichung in einer der nächsten Ausgaben angeboten. Die Beschreibung ließ mich sofort aufhorchen, hatte ich doch kurz zuvor genau das beschriebene Bild in einer Fachzeitschrift aus Russland gesehen“, erinnert sich Terri Malon an den betreffenden Vorfall. Natürlich erklärte sich ProfNail sofort bereit, dieses Bild zu veröffentlichen, unter der Bedingung, dass eine Anleitung für die Arbeitsweise mitgeliefert würde und gleichzeitig veröffentlicht werden könnte. „Wir bringen immer die Anleitungen und Arbeitsschritte gleichzeitig – vor allen Dingen, wenn es sich um ein Titelbild handelt“, erläutert Terri Malon die Vorgehensweise des Verlags. „Unsere Leser würden sonst in der Redaktion anrufen, um nachzufragen, wie bestimmte Designs erstellt werden. Das können wir von der personellen Ausstattung her nicht stemmen und bestehen deshalb vor Veröffentlichung immer auch auf einer Anleitung mit Bildmaterial.“ Trotz mehrmaliger Anrufe beim Anbieter des Bildmaterials und seiner Zusicherung, dass diese Anleitung noch rechtzeitig vor der Veröffentlichung der Ausgabe geliefert würde, stand 72 Std. vor Drucklegung fest, dass mit der Anleitung nicht mehr zu rechnen war. „Da wir aber das Bild schon als Titelbild vorgesehen hatten, rief ich eine bekannte Top-Nail-Designerin an und bat sie, diese Form nachzuarbeiten. Milena Bogasow lieferte innerhalb 24 Stunden Bilder und wir konnten die Ausgabe noch mit einer Anleitung für das Titelbild bestücken“, informiert uns Fr. Malon weiter.

Die Ausgabe wurde Ende November 2008 an die Leser der ProfNail ausgeliefert. Was zu diesem Zeitpunkt niemand im Verlag wissen konnte, war, dass das veröffentlichte Bild Teil ein Bilder-CD war, die schon an eine andere Firma verkauft worden war und letztere genau das von der ProfNail verwendete Titelbild einem anderen Verlag angeboten hatte. Nur rein zufällig landete die Ausgabe 8, 2008 der ProfNail noch rechtzeitig vor dem Abschluss eines Vertrages bei diesem anderen Verlag im Briefkasten.

Anmeldung des Geschmacksmusters

Nach der Sammelanmeldung für 4 Geschmacksmuster am 18. Dezember 2008 (Az.: 402008006081.4) durch den Erstanbieter des Bildmaterials, der dieses auch der ProfNail angeboten hatte, erhielt Milena Bogasow Post vom Anwalt mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung in Bezug auf die Arbeit, die sie kollegialerweise für die ProfNail erstellt hatte. Natürlich setzte sie sich sofort mit der Redaktion der ProfNail in Verbindung, was Anlass war, erneut mit dem Anbieter des Bildes Kontakt aufzunehmen. „Wir brachten unsere Verwunderung gegenüber dem Anbieter über die Anmeldung eines Geschmacksmusters zum Ausdruck. Hatten wir ihm und der Erfinderin Valentyna Denysenko (Ukraine) doch während ihres Besuchs in der Redaktion erklärt, dass eine patentrechtliche Registrierung der Form nach bereits erfolgter Veröffentlichung des Titelbildes Ende November 2008 durch die ProfNail wohl sehr umstritten sein dürfte“, berichtet Terri Malon. „Darüber hinaus war und bin ich immer noch der Meinung, dass es für Innovationen in einer Industrie wie der Nail-Industrie in Deutschland kontraproduktiv ist, wenn Nail-Designer Formen, die sie sich ausdenken, schützen lassen, nur um damit Geld für Schulungen zu erzielen. Ein guter Nail-Designer kann anhand einer Anleitung bestimmte Formen und Designs nacharbeiten und andere eben nicht. Letztere buchen dann von sich aus einen Kurs bei demjenigen, der diese Form konzipiert hat.“

Trotz aller Diskussionen wurde vonseiten des Anbieters auf der Abgabe der strafbewehrten Unterlassungserklärung bestanden. Ein zweites anwaltliches Schreiben wurde an Pauline Feinauer geschickt, die während der „Beauty International 2009“ in Düsseldorf die „Edge“ am Stand der Firma Nail Selection Still GmbH vorgeführt hatte. Andreas Still, Firmeninhaber von Nail Selection, entschloss sich daraufhin gerichtliche Schritte gegen dieses Schreiben und dasjenige an Fr. Bogasow einzuleiten, um eine Löschung des Geschmacksmusters zu erreichen.

Termine und Anhörungen

Seit dem Jahr 2009 war der Fall „Geschmacksmusterlöschung“ bei Gericht anhängig. Zahlreiche Aussagen und Dokumente wurden eingereicht. „Wir haben die Ausgabe 8, 2008 mit Erscheinungsdatum sowie Stellungnahmen von Ausbildern und Experten vorgelegt, um zu beweisen, dass die Form ‚Edge‘ bereits damals von uns veröffentlicht worden war und damit der Schutz eines Geschmacksmusters eigentlich gar nicht mehr hätte erfolgen dürfen. Selbst der offizielle Verband der Nail-Designer in Russland legte der ProfNail ein Schreiben vor, indem bestätigt wurde, dass Fr. Denysenko nicht die Erfinderin dieser Nagelform sei und dass er die Vorgehensweise derjenigen, die die Geschmacksmuster eingereicht hatten, auf das Schärfste verurteile“, fasst Terri Malon die Vorkommnisse der letzten 4 Jahre zusammen. Doch die Rechtsanwältin der Firma Nail Selection, Fr. Christel Jedamzik, verfolgt noch eine weitere Strategie: „Ich bin der Meinung, dass Nagelformen, die ‚Freihand‘ von einem Nail-Designer erstellt werden, nicht geschützt werden können. Ähnlich wie eine Frisur oder eine Tätowierung kann man hierfür kein Geschmacksmuster eintragen lassen!“

Da das Geschmacksmuster aber ja eingetragen worden war, wurde prompt mit der Vermarktung in der Nagelindustrie begonnen. „Es wurden Kurse von der Firma, die die Geschmacksmustereintragung veranlasst hatte, angeboten. Während des Kurses, in dem man die Erstellung der ‚Edge-Form‘ erlernte, wurde man darauf hingewiesen, dass nur nach Unterzeichnung eines Lizenzvertrags auch ein Zertifikat ausgehändigt würde. Dieser Lizenzvertrag besagt, dass man diese Form im Studio nur arbeiten, aber nicht unterrichten dürfe. Die Lizenz, diese Form zu arbeiten, ist auf 2 Jahre begrenzt und man muss danach wieder eine Schulung besuchen, um diese Form weiterhin arbeiten zu dürfen. Die Schulung, also die Weitergabe dieser Arbeitsweise, wurde strikt untersagt“, so der Bericht eines Kursteilnehmers, der der Redaktion auch eine Kopie des Lizenzvertrags zur Verfügung gestellt hat. Wie schon zu Beginn dieses Artikels vermutet, bestätigt sich hiermit, dass die Eintragung des Geschmacksmusters nur auf eines abzielte: Die Ausbildung, Weiterbildung und Veröffentlichung von Nägeln mit diesen Formen sollte nur noch über vertraglich festgelegte und kostenpflichtige Vereinbarungen möglich sein.

Ergebnis

Am 23. Mai 2013 wurde das Urteil dieses langjährigen Prozesses endlich rechtskräftig: Das Geschmacksmuster (Az. 402008006081.4), eingetragen beim Deutschen Patent- und Markenamt, wurde gelöscht. Darüber hinaus wurde aber in der Urteilsbegründung auch noch ausdrücklich geregelt, dass Nagelformen, die manuell von einem Nail-Designer (über Schablone) erstellt werden, nicht durch ein Geschmacksmuster geschützt werden können, was nach Meinung von Experten nunmehr einen rechtlichen Grundsatz darstellt.

Liebe Kollegen: Nun ist es offiziell. „Edge“ ist nicht mehr länger geschützt! Jeder darf diese Form im Studio arbeiten und sie auch unterrichten. Dank gilt in dieser Hinsicht vor allen Dingen der Firma Nail Selection, vornehmlich Andreas und Heike Still, die über all die Jahre hinweg nicht aufgegeben haben, für dieses Urteil zu kämpfen. Sie haben Zeit, Geduld und einiges an Geld investiert, damit sich auch in Zukunft Innovation und Kreativität in der Nagelindustrie frei entwickeln können. 

 

Geschmacksmuster „Edge“ Geschmacksmuster „Edge“ Geschmacksmuster „Edge“