„Risiken bei künstlichen Fingernägeln“

Kurz vor Redaktionsschluss erhielten wir noch eine Nachricht über Facebook, dass das Chemische Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Ostwestfalen-Lippe (OWL) in Detmold eine Untersuchung von Produkten in Nagelstudios und im Endverbrauchersektor durchgeführt hat. Das Ergebnis war erschütternd: Von 42 Proben, die im gewerblichen Bereich genommen wurden, waren zwei Drittel auffällig und wiesen Auszeichnungsfehler sowie Überschreitungen von bestimmten, mit Höchstgrenzen belegten Inhaltsstoffen auf.

Gezielt wurde in der Untersuchung der Produkte auf die Substanzen Hydrochinon (HQ) und Hydrochinon-Methylether (HQME) getestet. Insgesamt wurden 52 Produktproben auf diese Substanz, die laut der Kosmetikverordnung mit einer Höchstkonzentration von 0,02% (200 ppm) in Produkten beinhaltet sein darf, untersucht. In einem Zeitungsartikel (Westfalen-Blatt) wurde von Auszeichnungsfehlern in 28 Fällen berichtet, die den Inhaltsstoff nicht auf dem Etikett angegeben hätten. Bei sieben Produkten sei der Höchstgrenzwert teils deutlich überschritten worden.

Bei neun von zehn untersuchten Produktproben, die vom Endverbraucher zu Hause angewendet werden können, wurden Hydrochinon oder Hydrochinon-Methylether gefunden – die darin aber gar nicht enthalten sein dürfen (…) Bei der gewerblichen Anwendung gelten künstliche Fingernagelsysteme als sicher, wenn der Grenzwert nicht überschritten wird.*

Tatsächlich hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einer Empfehlung schon vor einigen Jahren befunden, dass die Verarbeitung der Modellageprodukte durch geschultes Personal keinerlei gesundheitliche Risiken für den Endverbraucher darstellt. Leider ist aber der Begriff „geschultes Personal“ nicht weiter definiert und bis heute gibt es keine Ausbildungsvoraussetzung für den Erhalt eines Gewerbescheins bzw. der Selbstständigkeit (s. a. unseren Artikel „Gefahren im Nagelstudio? in dieser Ausgabe).

Trotz unserer sofortigen Kontaktaufnahme mit der zuständigen Behörde ist bis zum Redaktionsschluss leider keine Antwort eingegangen. Wir werden dieses Thema weiter für Sie verfolgen und in einer der kommenden Ausgaben ausführlich darüber berichten.

* Westfalen-Blatt, Bielefeld, „Risiken bei künstlichen Fingernägeln“

Redaktion ProfNail

Λ

Gatsby

 … Da es sich bei der hier gezeigten Modellage um sehr lange Nägel handelt, muss mit einer gründlichen Vorbereitung des Naturnagels begonnen werden. Hierzu wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte gelöst und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Hautschüppchen, die sich auf dem Naturnagel abgelagert haben, werden mit einem Propusher bzw. einer elektrischen Feile, die mit einem eigens für diesen Arbeitsschritt entwickelten Bit bestückt wird, vorsichtig entfernt und die Nagelplatte in Wuchsrichtung mit einer weichen, wattierten Feile mattiert. Nachdem die freie Nagelkante in Form gebracht und der Staub gründlich (auch aus dem Nagelfalz) entfernt wurde, wird eine Schablone am Finger angesetzt. Gegebenenfalls kann nun ein Dehydrator auf den Naturnagel aufgetragen werden, um dem Nagel überschüssige Öle oder Feuchtigkeit zu entziehen.

Produktauftrag

Für die Basis der Verlängerung wird der Naturnagel mit einem klaren Modellageprodukt überzogen und dies auch über die Schablone gearbeitet. Ein opakes Pulver wird als eine optisch deckende Produktschicht darübergelegt und damit auch der Aufbau der Verlängerung ausgearbeitet. Achten Sie bei diesem Arbeitsschritt darauf, dass das Produkt relativ trocken gearbeitet wird. Nur so erhalten Sie eine durchgängig deckende Farbgebung des Materials. Schattierungen in der Grundierung würden sich auf das spätere, edle Design störend auswirken. Nachdem das Produkt angehärtet ist, wird die Schablone vom Finger entfernt und der Nagel mithilfe einer Pinchpinzette in Form gepincht.

Formbefeilung

Mit einer Profifeile werden nun die Seitenlinien begradigt und die Form der Verlängerung erstellt. Danach wird das Produkt entlang des Nagelfalzes ausgedünnt und die Oberfläche des Modellageprodukts geglättet. Im Anschluss daran arbeitet man mit einer weichen, wattierten Feile bzw. einem Buffer die Feilspuren, die die Profifeile auf der Produktoberfläche hinterlassen hat, heraus und entfernt den Staub gründlich mit einer Staubbürste

(vollständiger Artikel in ProfNail 6, 2013)

Mit Dank an Magnetic Nail Design und Mey Liang für das tolle Motiv

www.magneticnaildesign.com

Gatsby Gatsby Gatsby
Λ

Tipps und Tricks – einer Expertin

„Irgendwie sieht meine Smileline immer so ‚aufgesetzt‘ aus!“, schreibt eine Leserin. Beim Betrachten des Bildes, das diesem Schreiben beilag, konnten wir der Autorin nur zustimmen. Wir zeigten Diana das Schreiben und das Bild und diskutierten die Problematik mit ihr. „Ich weiß genau, was sie meint. Rein optisch ist die freie Nagelspitze sichtbarer als die Nagelbettabdeckung. Wenn man die Spitzen der Smileline nach oben zieht, entsteht manchmal der Eindruck, dass das weiße Produkt (dr)aufgesetzt wurde“, so die Erklärung. Ein etwas ratloser Gesichtsausdruck unsererseits bewog Diana, ins Fotostudio zu gehen und anhand eines praktischen Beispiels die Lösung zu präsentieren.

Tipps beim Produktauftrag

Nach den Grundarbeitsschritten setzt Diana eine Schablone an und modelliert mit einem deckenden Camouflageprodukt eine Nagelbettabdeckung und -verlängerung. Betrachtet man den Überzug in der Seitenansicht, kann man gut erkennen, dass Diana einen kleinen Teil des Naturnagels nicht mit Material abdeckt. „Für das weiße Produkt lasse ich entlang der Seitenlinien des Naturnagels genügend Platz, um dort mit Weiß zu modellieren“, erläutert Diana. Sie nimmt ein relativ großes Produktbällchen auf und setzt es direkt vor der Nagelbettverlängerung auf der Schablone ab. Sofort beginnt sie, das Produkt zu verteilen und die offene Lücke am Naturnagel zu schließen. Das weiße Produkt ist verhältnismäßig geringviskos und fließt langsam an den Seiten der Schablone nach unten. Mit einem sauberen Pinsel hebt Diana das Produkt auf das gewünschte Niveau und formt die Seitenlinie zu diesem Zeitpunkt etwas abfallend. „Das weiße Produkt ist also nicht entlang der Naturnagelkante gesetzt worden, sondern bedeckt tatsächlich einen kleinen Teil des Naturnagels. Hierdurch wirkt der Nagel insgesamt schlanker und schmaler als er eigentlich ist und die Smileline ist in das Gesamtbild eingebettet – nicht aufgesetzt, wie im Fall des Nagels der Leserin“, schildert Diana die Einzelschritte. In diesem Stadium liegt der höchste Modellagepunkt des Nagels direkt über der Kante, an der sich das weiße und das Camouflageprodukt treffen. Mit dem befeuchteten Pinsel glättet Diana geschickt die Kerbe, die an dieser Andockkante noch zu sehen war und überprüft auch die Spitzen der Smileline von beiden Seiten. „Ich setze nur entlang des Nagelfalzes noch ein kleines Bällchen pinkfarbenes Acryl, um den Übergang vom deckenden Camouflageprodukt zum Naturnagel zu kaschieren und nach der Befeilung noch genügend Haltbarkeit zu gewährleisten“, lässt uns Diana wissen. Nachdem das Produkt genügend angehärtet ist, wird die Schablone nach unten vom Finger gezogen und der Nagel kann in Form gepincht werden.

Perfektionierung durch Formbefeilung

Besteht das Material den Klopftest (helles Klacken), wird mit einer Profifeile der Nagel auf die gewünschte Länge gekürzt und die Seitenlinien entsprechend der gewählten Form angeglichen. Mit der elektrischen Feile nimmt Diana nun überschüssiges Produkt von der Oberfläche des Nagels ab. „Genau an diesem Punkt habe ich mir häufiger mit der Befeilung die Smileline zerstört. Bei aufgesetztem Produkt werden oftmals die Spitzen der Smileline durch das Ausdünnen des Produkts entlang des Nagelfalzes befeilt. Das Fazit war häufig, dass ich die äußersten Spitzen der Smileline weggefeilt habe. Durch das Modellieren des weißen Produkts auf die Nagelplatte befinden sich die Niveaus des Camouflageprodukts und des weißen Produkts auf gleicher Ebene

(vollständiger Artikel in ProfNail 6, 2013)

Mit Dank an Diana Hattwig

www.zauber-nails.de

Tipps und Tricks – einer Expertin Tipps und Tricks – einer Expertin Tipps und Tricks – einer Expertin
Λ

Black Lace – Einlegen von Spitzen

„Der Beruf des Nail Designers ist überaus kreativ! Man kann eigentlich (beinahe) alles verwenden, um der Modellage etwas mehr Schliff oder ein neues Design zu verpassen“, ist sich Jessica Breitschwert, Ausbilderin bei Magnetic Nail Design, sicher. Heute zeigt sie uns, wie man Spitze in das Modellagematerial einlegt und das Design entsprechend aufpeppt.

Flimmer, Glitter, Strasssteinchen oder Folie – alles was man in einem Haushalt in der „Gruschschublade“ aufbewahrt, kann zur Verzierung der Modellagen verwendet werden. Auch alte Stoffreste oder sogar Ausschnitte aus der Tageszeitung werden mit etwas Geschick zum Hingucker für die Kundin. Doch bei jedem Hilfsmittel müssen einige Dinge beachtet werden, weil sie sonst nicht funktionieren, in der fertigen Modellage dann unschön aussehen oder sogar Probleme bei der Haltbarkeit verursachen können. „Ein Kurs in ‚Basis-Nail-Art‘ kann hierbei wertvolle Tipps geben, wie man kleine Fetzen der funkelnden Geschenkfolie vom letzten Weihnachtsfest noch als modisches Accessoire verwenden kann“, wirbt Jessica für die Studio-Nail-Art-Kurse, die regelmäßig in ihrem Institut veranstaltet werden.

Anleitung und Tipps

Nachdem die Grundarbeitsschritte zur Vorbereitung des Naturnagels auf den Produktauftrag von Jessica erledigt wurden, setzt sie eine Schablone unter die freie Nagelkante an. Direkt vor der Kante wird eine dünne Schicht klares Acryl auf der Schablone ausgestrichen und in das noch feuchte Produkt ein kleines Stückchen schwarze Spitze gelegt und festgedrückt. Nun das Nagelbett mit deckendem Camouflageprodukt überziehen und so optisch etwas verlängern! Entlang der Smileline verarbeitet Jessica anschließend schwarzes Glitterpulver und überlappt damit etwas die schwarze Spitze. Um die Stabilität der Modellage zu optimieren, wird der Nagel danach mit klarem Pulver überzogen und bis über die Kante der eingelegten Spitze hinaus verlängert. „Hierbei muss unbedingt auf das richtige Mischungsverhältnis in Bezug auf den Stoff der Spitze (ob Synthetik oder Baumwolle) geachtet werden. Bei Baumwollspitze, die ich hier verwendet habe, darf das Produkt ruhig etwas nasser als gewohnt aufgetragen werden. Die Feuchtigkeit wird von der Spitze gut aufgenommen“, erläutert Jessica.

Tipp

Bei einigen Nägeln dieses Beispiels (im großen Bild sichtbar) hat Jessica zu diesem Zeitpunkt silberfarbenen Bouillon in das noch feuchte Produkt eingearbeitet. Hierfür nimmt sie ein Produktbällchen mit dem Pinsel auf und taucht dieses in das Gefäß mit den Miniaturperlen.

Fertigstellung

Nachdem das Produkt ausgehärtet ist, wird die Schablone vom Finger entfernt und der Nagel in Form gepincht. „Damit ich die passende Größe für jeden Finger erreiche, setze ich einen Pinchstick unter die Verlängerung und drücke das noch biegsame Produkt über diesen in die gewünschte Größe,“ lässt uns Jessica wissen. Ist das Produkt genügend ausgehärtet, wird die Form und Länge der Nägel bestimmt und die Oberfläche entsprechend geglättet und aufpoliert.

Mit Dank an Jessica Breitschwerdt

www.nagelstudio-obersontheim.de

Black Lace – Einlegen von Spitzen Black Lace – Einlegen von Spitzen Black Lace – Einlegen von Spitzen