Profi oder Hobby – wo liegen die Unterschiede?

Fast täglich gibt es derzeit in der Facebookgruppe ProfNail Diskussionen zwischen den sogenannten „Hobbynaglern“ und der „Profifraktion“. Ganz typisch ist der Auftakt! „Ich mache nur mir und ein paar Freundinnen die Nägel und möchte gerne wissen, welches Haftgel ihr verwendet? Ich hab’ immer wieder Liftings, schon nach ca. 2 Wochen“, so oder so ähnlich beginnen diese Posts, die auch noch mit entsprechenden Bildern, die laienhaft gearbeitete Modellagen zeigen, versehen werden. Viele der Profis gehen auf solche Fragen überhaupt nicht mehr ein, denn allzu oft kommt es zu einer erbitterten Diskussion, obwohl eigentlich nur ein gut gemeinter Ratschlag gegeben wurde. Aber Ratschläge sind eben auch Schläge! Denn auch wenn die Lösung des Problems „Lifting“ wohl nicht nur am falschen oder fehlenden Haftgel liegt, sondern wohl eher an mangelnder Statik und schlampig gearbeiteter Form oder an Gel, das auf dem Nagelfalz sitzt, nimmt es die „Hobbynaglerin“ der Ratgeberin übel, wenn sie auf diese Mängel hingewiesen wird.

In einer früheren Ausgabe haben wir ja schon einen ausführlichen Beitrag über Umgangsformen im Internet veröffentlicht. Doch leider wurde dies wohl nicht von allen Mitgliedern der Gruppe gelesen oder vielleicht bedarf es auch einmal einer anderen Sichtweise: „Ja, ich gebe gerne den Rat, dass es wohl angebracht ist, einen Kurs oder eine Ausbildung zu besuchen. Einfach anzunehmen, eine Frage stellen zu können und dann hierdurch zu verstehen, wofür wir Profis viel Zeit und Geld investiert haben, funktioniert nicht. Nicht allein, dass ich es ja beinahe schon unverschämt finde, was da an Fragen gestellt wird und wie offensichtlich manche Leute meinen, sich im Leben etwas erschnorren zu können, sondern es ist in erster Linie wirklich so, dass man nicht eine Ursache nennen kann und eine einzige Lösung für ein Problem parat hat. Es gibt unzählige Faktoren, warum Nägel abbrechen, das Material sich liftet oder die Modellage einfach unschön aussieht. Wo soll ich als Profi den Strich ziehen? Soll ich wirklich nur mein Haftgel empfehlen? Insgeheim denke ich mir das oft, aber dann gewinnt mein Gewissen die Oberhand. Ich erkläre auch alle möglichen Ursachen und benenne Verarbeitungsfehler, selbst auf die Gefahr hin, dass ich beschimpft werde“, so das Statement von Ingrid Geschonneck, die als Administrator der Facebookgruppe fungiert.

Neue Kommunikationswege, soziale Netzwerke, Foren und Chats müssen erlernt werden. Man muss die Sprache beherrschen, aber auch das Zuhören (bzw. „Zulesen“). Nicht immer hat jeder, der einen Rat gibt, böse Absichten und nicht jeder, der eine schnelle Produktempfehlung ausspricht, hat wirklich nur die Problemlösung im Blick. Vorsicht und Rücksicht sind von allen Parteien gefordert!

Redaktion ProfNail

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„DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND, ...!“

Die WM hat noch nicht einmal begonnen und doch ist ganz Deutschland im Fußballfieber. Unser Cover erinnert Sie sicherlich daran. Aber auch wenn die Deutschlandflagge jetzt wieder vermehrt die Autos ziert oder die Fanartikel in den Farben Schwarz, Rot, Gold Hochkonjunktur haben, hat die Firma Unguis Arts International noch einen anderen Grund, diese Farben so in Szene zu setzen.

Anleitung
Natürlich wird auch bei dieser Arbeit mit den Grundarbeitsschritten begonnen, um den Nagel auf den Produktauftrag vorzubereiten. Danach wird der Nagel mit einer Schablonenmodellage in French-Optik verlängert und in Form gefeilt. Feilspuren, die bei der Formbefeilung in der Oberfläche entstanden sind, werden mit einem Buffer oder einer wattierten Feile herausgearbeitet und der Feilstaub gründlich entfernt. Nun über dem hinteren Drittel des Nagelbetts ein Feld mit schwarzem Farbgel abdecken. Die Kante wird in einer Diagonale gehalten und gegebenenfalls noch vor dem Aushärten korrigiert. Jetzt trägt man das rote Farbgel auf. Hierzu wird ein kleiner Abstand zum schwarzen Gel eingehalten, der dann später mit goldenem Glittergel überdeckt wird. Die Spitze überzieht der Designer mit gelbem Gel und härtet auch diese Produktschicht im UV-Gerät aus. Für weitere Variationen kann mit Stamping noch ein Leopardenmuster auf ein Feld aufgebracht werden. Zum Abschluss wird der komplette Nagel mit Versiegelungsgel überzogen und im UV-Gerät ausgehärtet. …

(vollständiger Artikel in ProfNail 4, 2014)

Mit Dank an Unguis Arts International

www.unguisarts.com

 

„DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND, ...!“ „DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND, ...!“ „DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND, ...!“
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Marmorierung – stilvoll in Szene gesetzt

Es muss ja jedes Mal ein neues Design sein. Meine Kunden fragen schon beim Ankommen im Studio, was ich heute wieder Neues für sie ausgesucht hätte“, schreibt eine Kollegin auf der Facebookgruppe ProfNail. Da ist oft guter Rat teuer und die Kollegen greifen dann auf Bilder und Anregungen aus dem Internet zurück, die sie den Kunden präsentieren können. Silvia-Anne Müller, die schon in vielen Ausgaben der ProfNail Arbeiten präsentiert hat, zeigt uns diesmal, wie mit Farb-Acrylpulvern eine schöne Marmorierung entsteht, und setzt sie mit einer Blüte stilvoll in Szene.

Marmor ist eine der teuersten Steinarten, die in den unterschiedlichsten Farben und Maserungen in der Natur vorkommt. Verarbeitet zu Steinplatten für Fußböden, als Wandtäfelung oder in einer exklusiven Küche als Arbeitsplatte, sorgt Marmor für ein stilvolles Ambiente. Dieser Effekt ist auch bei der Modellage eine willkommene Abwechslung zum klassischen French-Look oder zu aufwendig gestalteten Nail-Art-Designs.

Vorbereitung
Die Vorbereitung des Naturnagels und die Grundarbeitsschritte entscheiden wesentlich über die Haltbarkeit und den Tragekomfort der Modellage. Liftings oder Brüche können mit einer gründlichen Vorbereitung oftmals verhindert werden“, weiß Silvia-Anne Müller. Deshalb wird die Nagelhaut vorsichtig von der Nagelplatte angehoben und zum Nagelfalz zurückgeschoben. Hautablagerungen auf der Nagelplatte entfernt Silvia-Anne mit der elektrischen Feile, die mit einem eigens für diesen Arbeitsschritt entwickelten Schleifer bestückt wird. Nachdem die freie Nagelkante in Form gefeilt wurde, setzt Silvia-Anne eine Schablone an. „Auch bei diesem Arbeitsschritt ist Sorgfalt ganz besonders wichtig. Die Schablone sollte so gut sitzen, dass sie bündig unter dem Naturnagel abschließt. Das bedeutet u. U. auch, dass man die Schablone entsprechend anpassen muss, wie ich es in diesem Beispiel (Einschnitte an der Seite der Schablone) zeige“, erklärt Silvia-Anne den gezeigten Schnitt am Rand des Ausschnitts. „Durch diese Maßnahme passt die Schablone ganz exakt unter die freie Nagelkante und es ergibt sich auch eine bessere Form der Verlängerung.“

Produktauftrag, Nagelbettverlängerung
Nachdem die Nagelplatte mit einem Dehydrator entfettet wurde, setzt Silvia-Anne ein Produktbällchen Camouflagepulver auf die Mitte der Nagelplatte. Mit dem deckenden Produkt wird die Nagelplatte abgedeckt und etwas über die Schablone verlängert. Entlang des Nagelfalzes wird ein kleines Bällchen roséfarbenes Pulver aufgesetzt und der Übergang zum Naturnagel so schön kaschiert. „Modelliert man das deckende Camouflageprodukt bis an den Nagelfalz, sieht man nach etwa 10 Tagen den Nachwuchs des Naturnagels überdeutlich. Wird im Bereich des Nagelfalzes aber mit einem leicht rosa getönten Produkt gearbeitet, ist der Nagel sehr viel länger schön“, erläutert Silvia-Anne die Wahl der Produkte.

Marmorierung der French-Spitze
Für die Marmorierung hat Silvia-Anne ein gelbes, ein hellblaues und ein hellgrünes Farbpulver gewählt, das mit weißem Acrylpulver gemischt wird. Hierzu werden in einem Produktbällchen gleichzeitig eine Farbe und weißes Pulver aufgenommen und direkt vor der vorher perfektionierten Smileline abgesetzt. „Ich verarbeite bei diesem Schritt das Produkt relativ feucht, damit der Marmorierungseffekt gut zur Geltung kommt“, so der Hinweis von Silvia-Anne. „Mit der Spitze des Modellagepinsels werden die Farbpulver ineinander gemischt. Aber nicht zu sehr ‚rühren‘, sonst verfärbt sich das weiße Produkt und die Marmorierung kommt nicht zur Geltung.“ Zum Abschluss wird der komplette Nagel nochmals mit klarem Produkt überzogen und die Arch modelliert...

(vollständiger Artikel in ProfNail 4, 2014)

Mit Dank an Silvia-Anne Müller, Ausbildungsleitung nothing but nails

www.nothingbut.de

 

Marmorierung – stilvoll in Szene gesetzt Marmorierung – stilvoll in Szene gesetzt Marmorierung – stilvoll in Szene gesetzt
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Colorfading

Die wörtliche Übersetzung von „Colorfading“ wäre Ausbleichen der Farbe bzw. heller werdende Farbe. Doch eigentlich verstehen wir unter Colorfading einen Farbverlauf von einer Farbe zur nächsten – egal ob von heller zu dunkler in einem Farbspektrum oder mit Kontrastfarben. „Ich würde dies auch gerne können, weiß aber wirklich nicht, wie ich den Farbverlauf hinbekommen soll“, so die Anfrage einer Kollegin in unserer Facebookgruppe ProfNail.

Eine Variation des horizontalen Verlaufs ist der diagonale Farbverlauf. In unserem Beispiel wurde mit Gelb begonnen. Auch hierbei wird ein Produktbällchen in der gewünschten Ecke des Nagels aufgesetzt und danach ausgestrichen.
Direkt darunter wird die nächste Farbe (Orange) aufgesetzt und wieder in einer Diagonale ausmodelliert.
Das Ausstreichen des Produkts zum Gelb lässt die Farbe schön ineinanderfließen.
Bei diesem Farbverlaufsbeispiel wurden Kontrastfarben gewählt. Als nächste Farbe wird ein kräftiges Pink verwendet, das wieder in der Diagonale aufgesetzt wird und danach in beide Richtungen, also zur vorherigen Farbe und auch zur Spitze des Nagels hin, dünn ausgestrichen wird.
Die entgegengesetzte Spitze zum ersten Farbauftrag (unten rechts) wird nun noch mit einem kleinen Produktbällchen in Lila überzogen und die Farben in Richtung Pink dünn ausmodelliert.
Ein toller Regenbogenfarbverlauf, der sich ideal als Hintergrund für weitere Motive, wie zum Beispiel eine Silhouette einer Palme o. ä. verwenden lässt!
In der nächsten Ausgabe wird Pepyn Borrèl ein elegantes Colorfading bei einer French-Modellage zeigen und eine weitere Variation, nämlich das Linefading, erklären. ...

(vollständiger Artikel in ProfNail 4, 2014)

Mit Dank an Pepyn Borrèl
Magnetic Nail Design

www.magneticnaildesign.com

Colorfading Colorfading Colorfading