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Richtung und Zukunft

Die Herbstmessen sind im vollen Gange. Hannover, Nürnberg, München, Kalkar und Berlin. Im September, Oktober und November reihen sich viele Termine, um den Kosmetikern, Frisören und Nail Designern noch die letzten Neuigkeiten vorzustellen, Möglichkeit für einen vergünstigten Einkauf zu bieten oder einfach in die Beauty Industrie einzutauchen.

Diejenigen, die mich kennen, wissen, wie kritisch ich den Messen gegenüber eingestellt bin. Zu hohe Eintrittspreise, Parkgebühren und lange Warteschlangen an den Kassen; ganz zu schweigen von der Situation im Café oder auf den Toiletten, wo man locker 15 Minuten damit zubringt, die Schmerzen in den Füßen auszublenden um nicht völlig genervt die überteuerte Tasse Kaffee noch zu ergattern.

Ja, heute gibt es viele Wege, um sich über neue Trends, Techniken oder Produktangebote zu informieren. Facebook, Pinterest, Instagram und YouTube sind ja in unserer medialen Welt immer nur einen Knopfdruck entfernt. Auch wenn die Flut an Informationen, die uns heute täglich zur Verfügung stehen, sicherlich auch vielfach nützlich sind, so gibt es nichts, aber wirklich rein garnichts, was den Besuch einer Messe mit all dem Trubel, dem Gedränge, den Anstrengungen und auch dem Flair gleichsetzt.

Nur live kann man wirklich die Farben der Gele sehen und beurteilen. Nur wenn man das UV-Gerät auch einmal anfassen und einschalten kann, bekommt man das Gefühl, ob es gute Qualität ist. Nur auf einer Messe hat man so viel geballte Informationen. Sei es in Gesprächen mit den Beratern, oder durch zusehen, zuhören und natürlich auch einkaufen, die das Internet nicht bieten kann.

Seien wir doch bitte mal ehrlich zu uns selbst! Wie oft haben Sie schon etwas im Internet gesehen, haben es bestellt und waren nach Erhalt des Produkts enttäuscht. Die Farbe war nicht so richtig toll, es ließ sich nicht so verarbeiten und funktioniert hat es auch nicht so gut wie angepriesen. Nun, das passiert. Das ist eines der großen Nachteile des e-commerce.

Aber es gibt darüber hinaus noch einen Punkt, den das Internet nicht ersetzen kann. Das Gefühl, live mit dabei zu sein. Sich mit Kollegen zu treffen, Informationen auszutauschen, die neuesten Designs zu sehen und vielleicht sogar etwas völlig neues zu entdecken – der Flair, den man nur erhält, wenn man eine Messe besucht. Ich freue mich auf München, auf Kalkar und eventuell schaffe ich ja sogar Berlin. Vielleicht sehen wir uns dort – wäre das nicht toll?

Ihre Terri Malon

Chefredaktion ProfNail

 

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Face Art – Modellagekunststoffe mal ganz anders

Die Meisterschaften in Kalkar stehen von der Tür und Ilse Vos wird wieder die leitende Jurorin im Bereich Nail Art sein. Nail Art ist für die meisten Nail Designer Blümchen oder Blüten auf die Modellage der Kunden zu malen, zu stampen, zu modellieren oder zu brushen. Doch für Ilse ist Nail Art eben eine ganz besondere Form der Kunst. In ihrem Studio gestaltet sie natürlich auch die Modellagen ihrer Kunden, aber eben nicht nur mit Blümchen oder Blüten.

Dass man aber nicht nur Modellagen oder Tips verzieren und aufpeppen kann, sondern eben auch andere Utensilien oder Werkzeuge, zeigt Ilse heute in diesem Beitrag. „Gesichter haben mich schon immer fasziniert. Die Fingerösen an den Scheren haben mich an große Augen erinnert und so habe ich ein paar Gesichter bzw. Figuren gestaltet“, schmunzelt Ilse über ihre Werke.

Anleitung

Die alten Bastelscheren haben wirklich eine gelungene Form um die kleinen Figuren zu gestalten.

Orangefarbene Katze

Mit weißem Acryl werden zuerst die Ösen der Schere verschlossen und die Gesichtszüge modelliert. „Man kann mit großen Produktbällchen arbeiten, da ja ziemlich viel Material verwendet werden muss, um die großen Flächen, im Vergleich zu Nägeln, zu füllen“, erläutert Ilse. „Achten Sie hierbei aber auf die Konsistenz. Das Acryl darf nicht zu flüssig oder zu trocken sein. Man sollte schon noch Formen damit modellieren können.“ Die Schnauze und die Lefzen des Katzengesichts werden als Relief modelliert. Die Griffe der Schere werden auch überzogen, um eine komplette Figur darzustellen. Nun modelliert Ilse eine (Löwen)Mähne oberhalb der Schraube und setzt die vorher ausgeformten Ohren an. Große Kulleraugen, die automatisch einen Cartoon-Effekt hervorrufen, geben der Katze ‚Lucy‘ ein entzückendes Aussehen.

Hund in weiß-braun-schwarz

Ähnlich wie oben werden Ösen gefüllt, die Schnauze modelliert und die Ohren angesetzt. Die Schnörkel der Schere lässt Ilse bei dieser Figur ohne Abdeckung, da sie später als Schnurrhaare und als Halsband dienen. Die Hundefigur bekommt darüber hinaus aber auch noch kräftige Läufe, die über die Messer der Schere modellierten werden. Mit Farbacryl werden Augen und Ohren in Schwarz und Braun ausgestaltet. Ein rotes Halsband, das mit ein paar Strasssteinchen verziert wird, komplettiert die Figur.

Andere Variationen

Aber man kann auch witzige Karikaturen kreieren. Die Dame mit Hut, mit übermäßig großen Augen aber einer klitzekleinen Mund, trägt einen farblich passenden Liedschatten zum aufgesetzten Sommerhut. Kussmund habe ich die nächste Figur genannt. Mit einem zwinkernden Auge und einer aufgesteckten Rose flirtet die Figur mit dem Betrachter. Die übergroße Nase wird von den zwei Apfelbäckchen eingerahmt“, erklärt Ilse die anderen Figuren.

Auf die Frage, warum sie die Scheren denn dekorierte, antwortete die Belgierin: „Selbst die herkömmlichsten Alltagsgegenstände inspirieren mich. Ein außergewöhnliches Glas, das danach zur Vase umfunktioniert wird; eine alter Teller, den ich auf dem Flohmarkt erstanden habe oder eben auch diese alten Scheren – die nun in einem Rahmen eine kuschelige Ecke in meinem Atelier zieren. Die Materialien aus der Nagelindustrie sind so wunderbar versatil einsetzbar. Es macht einfach Spaß, sie auch für andere Deko-Zwecke zu verwenden“, schmunzelt Ilse. Uns hat diese Idee der Modellage so fasziniert, dass wir diese Arbeit als unser Titelbild ausgewählt haben.

 

Mit Dank an Ilse Vos

www.ilsnails.de

 

 

 

 

Face Art – Modellagekunststoffe mal ganz anders Face Art – Modellagekunststoffe mal ganz anders Face Art – Modellagekunststoffe mal ganz anders
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Klassiker French – Immer wieder ein Highlight

Durch den Hype der Chrom-, Meerjungfrauen- oder Hologramm-Pigmente ist die traditionelle French-Modellage etwas in den Hintergrund gerückt. Aber dennoch finden viele Kunden und Designer die traditionelle weiße Spitze noch immer sehr vielseitig und passend zu vielen Moderichtungen, egal ob im Kostüm, im Hosenanzug oder zum lässigen Jeanslook.

Auch wenn die French Modellage schon seit vielen Jahren aktuell ist, so liegt dann doch ein gewisses Können zugrunde, um eine schöne und gleichmäßig gearbeitete Verlängerung zu erstellen. Hierbei ist es abhängig von den Wünschen der Kundin und dem Können des Designers, ob lieber mit Gel oder dem Pulver-/Flüssigkeitssys-tem gearbeitet wird. Ildiko Virág ist schon seit vielen Jahren Nail Designerin und Studiobesitzerin. Sie arbeitet außerdem für die ungarischen Firma 2m Beauty als Vertriebs- und Ausbildungspartner in Deutschland. Nun zeigt sie hier, wie mit dem Gelsystem diese Modellage erstellt wird und worauf hierbei zu achten ist.

Schritt für Schritt

Natürlich wird auch bei dieser Arbeit mit den Grundarbeitsschritten zur Vorbereitung des Naturnagels auf den Produktauftrag begonnen. Hierfür hebt man die Nagelhaut vorsichtig an und schiebt sie zum Nagelfalz zurück. Hautschüppchen, die sich auf dem Naturnagel abgelagert haben werden mit einem Propusher oder einer elektrischen Feile vorsichtig entfernt und danach die Nagelplatte in Wuchsrichtung mit einem Buffer oder einer wattierten Feile mattiert. Nach dem die freie Nagelkante in Form gebracht wurde, wird der Feilstaub entfernt und die Schablone am Finger angesetzt. Abhängig von der Beschaffenheit des Naturnagels wird nun mit einem Dehydrator dem Nagel überschüssige Feuchtigkeit entzogen, bzw. mit einem Primer die Nagelplatte geöffnet. Nachdem das Produkt abgetrocknet ist, trägt Ildiko nun das Haftvermittlungsgel auf und härtet dies im UV-Lichthärtungsgerät aus. Nun wird mit einem klaren Modellage-Gel über die Nagelplatte gearbeitet und bis zur gewünschten Länge über die Schablone modelliert. Gegebenenfalls kann man diese Produktschicht zuerst für ein paar Sekunden anhärten und dann mit einer Pinzette die gewünschte Form pinchen. Danach mit einer Pinchpinzette diese fixieren und nochmals für die gewohnten zwei Minuten im UV Gerät aushärten. Nun nimmt man die Schablone ab und feilt den Überzug in die gewünschte Form. Danach wird mit einem deckenden Camouflage-Gel das Nagelbett abgedeckt und soweit über die klare Verlängerung modelliert, bis ein Verhältnis von 2:1 (2 Teile Nagelbett – 1 Teil freie Nagelspitze) erreicht wird. Vor dem Aushärten sollte die Smileline perfektioniert werden. „Nach dem Aushärten feile ich diese Schicht in Form bevor ich weiter modelliere. Gerade bei Camouflage-Gelen können unschöne Schatten entstehen die mit diesem Zwischenschritt vermieden werden“, weiß Ildiko. Gerade der Übergang vom Produkt entlang des Nagelfalzes wird soweit befeilt, dass er nicht mehr zu sehen ist. Nach dem Abnehmen des Staubs wird nochmals mit dem Camouflage-Gel eine dünne Produktschicht aufgetragen und kurz im UV-Gerät angehärtet. Über der freien Nagelspitze trägt Ildiko nun ein strahlend weißes Modellage-Gel auf und härtet den kompletten Produktauftrag nochmals für zwei Minuten im UV-Gerät aus. „Abhängig von der Beschaffenheit des weißen Gels muss man unter Um-ständen auch in zwei Schichten modellieren. Zuerst eine sehr dünne Schicht, dann aushärten und dann eine zweite etwas dickere Schicht darüber auftragen“, erklärt Ildiko diesen Arbeitsschritt.

Nach dem Aushärten wird der komplette Nagel nochmals in Form gefeilt und zum Abschluss mit einem Glanzgel versiegelt.

Mit Dank an Ildiko Virág

www.2mbeauty.de

Klassiker French – Immer wieder ein Highlight Klassiker French – Immer wieder ein Highlight Klassiker French – Immer wieder ein Highlight
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Feiertagsvariationen

Es ist nicht mehr lang hin, die Advents- und Weihnachtszeit stehen vor der Tür und es muss noch Einiges für den Kunden im Studio vorbereitet werden. Weihnachtsgeschenke müssen besorgt werden und natürlich einige neue Designs auf Mustertips hergestellt werden. Hierfür hat uns Kamilla Achatz ein paar Ihrer Ideen zugeschickt. Farbkombinationen reichen von ganz traditionell – Rot und Weiß – bis hin zu Blau mit Silber oder Rot mit Gold. Santa Claus bzw. St. Nikolaus, wie wir ihn hier in Europa kennen, wird traditionell in einem roten Anzug mit weißem Kragen und Armstulpen dargestellt. Die Kombination von Rot und Weiß verbinden sehr viele Menschen mit Weihnachten bzw. der Weihnachtszeit.

Design 3

Mit der Farbkombination von Blau und Weiß hat man sofort den Eindruck von Schneekristallen. Kamilla hat den Nagel mit hellblauem Farbgel grundiert und legt in das feuchte Gel Pailletten ein. Nach dem Aushärten werden bei diesem Beispiel die Nägel mit einem matten Versiegler überzogen. Mit weißem Farbgel werden nun Ornamente aufgemalt und noch vor dem Aushärten mit Glitter bestreut. Wie schon im 2. Design wird der lose Glitter abgebürstet und das Design hat eine schöne Haptik.

(vollständiger Artikel in ProfNail 6, 2016)

Mit Dank an Kamilla Achatz, Ausbilderin für Jet Set Beauty
www.naildesign-by-kamila.de

www.jet-set-store.de

Feiertagsvariationen Feiertagsvariationen Feiertagsvariationen